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Schauspiel Bochum

"Arc de Triomphe" ist ein Vorkriegs-Panorama

BOCHUM Erich Maria Remarques Roman "Arc de Triomphe" malt ein großes zeitpolitische Panorama am Vorabend des Zweiten Weltkriegs. In Bochum kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Bühne der Kammerspiele eigentlich zu klein dafür ist.

"Arc de Triomphe" ist ein Vorkriegs-Panorama

Dennis Herrmann und Kristina Peters bauen sich als Ravic und Joan einen Schutzpanzer. Foto: Diana Küster

Fabian Gerhardt, der vor einigen Jahren vom Schauspiel ins Regie-Fach gewechselt ist, hat für seine erste Arbeit am Schauspielhaus Bochum gemeinsam mit Stefan Wipplinger eine eigene Fassung des 500-Seiten-Romans erarbeitet.

Für seine Inszenierung des reichen Stoffs, in dessen Kern eine Liebesgeschichte unter Geflüchteten steht, wählt er die Form des Szenenreigens.

Mosaik einer gefährlichen Zeit

Man kann sich so etwas gut auf der großen Bühne vorstellen: Bilder und Menschen wechseln - vielleicht auf einer opulent ausgestatteten Drehbühne - und ergeben nach und nach das Mosaik einer gefährlichen Zeit. Wie von selbst würde es auf das Heute verweisen - nur dass es damals deutsche Staatsbürger waren, die vor einem brutalen, totalitären System fliehen mussten.

In Ansätzen passiert das alles auch in den Kammerspielen. Doch ein wirkliches Gefühl für die Figuren und ihre Situation will sich nicht einstellen. Zu schnell müssen die acht Schauspieler im Setting eines Hotels die Szenen wechseln, als dass sie die Tragik ihrer Rollen voll ausschöpfen können - die existenzielle Angst vor Verfolgung, den Identitätskonflikt als Illegale im ständigen Transit.

Schutzpanzer

Dennis Hartmann und Kristina Peters bauen dem Liebespaar aus dem Chirurgen Ravic und der Schauspielerin Joan einen Schutzpanzer, unter dem sich ihre Verletztheit verbirgt. Auch die anderen Darsteller spielen meist Lakonie statt Wut, Trauer oder Ohnmacht - und das ist leider nur selten packend oder ergreifend.

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