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Kunstmuseum Mülheim

Ausstellung „WeltenWanderer“ zeigt Menschen auf der Flucht

MÜLHEIM "WeltenWanderer"- so poetisch heißt die neue Ausstellung im Mülheimer Kunstmuseum. Es geht um das Reisen und Aussteigen, aber auch um Flucht, Migration und Exil. Dazu treten die Werke der Klassischen Moderne in einen Dialog mit zeitgenössischen Werken.

Ausstellung „WeltenWanderer“ zeigt Menschen auf der Flucht

Das Gemälde "Die Geistige Emigration" gehört dem Kunstmuseum Mülheim, Arthur Kaufmann schuf damit ein Schlüsselwerk der Exilkunst.

Eine der ältesten Arbeiten in der Schau ist "Der Flüchtling", mit dem Ernst Barlach 1920 eine archetypisch-zeitlose Skulptur schuf. Und auch eine der ältesten Erzählungen der Menschheit fehlt nicht: Oskar Kokoschka hat in den 1960er-Jahren eine Grafikfolge von der Heimkehr des Odysseus nach dem antiken Epos des Dichters Homer geschaffen.

Eine Odyssee unserer Zeit

Von einer Odyssee in unserer Zeit lässt Halil Altindere einen syrischen Flüchtling in der Videoarbeit "Homeland" von 2016 erzählen: In Form eines Musikclips - unterlegt mit realen Aufnahmen und nachgestellten Szenen - rappt Mohammed Abu Hajar die Geschichte seiner Flucht bis zur Ankunft in Berlin.

Henrik Schrat nimmt den Betrachter - wie einst Stanley Kubrick im Film "2001" - in seiner Serie "Space Odyssey" mit auf eine fantastische Reise. Die 2008 entstandene Serie aus Holztafeln, in die die comicartigen Motive als Intarsien von einem indischen Spezialisten eingearbeitet wurden, zeigt Szenen dieses Abenteuers, erzählt vom Erkunden fremder Kulturen. Dazu brach auch einst August Macke auf, das Aquarell "Blick in eine Gasse" (1914) stammt von seiner Tunisreise.

Zwischen den Kulturen

Manchmal kreuzen sich Flüchtlings- und Touristenrouten, auch dazu findet man unter den rund 100 Arbeiten der 23 Künstler in der Schau einige Werke. So hat Sven Johne für die Serie "Traumhotels" (2012) Hotelzimmer mit Meerblick auf der Insel Lampedusa fotografiert. Vom Exil wiederum handelt das Triptychon "Die Geistige Emigration", auf dem Arthur Kaufmann die aus Nazi-Deutschland in die USA geflüchteten Künstler und Intellektuellen zeigt.

Mit dem Leben zwischen den Kulturen beschäftigt sich die Fotoarbeit "Beyond" (2008-2010) von Loredana Nemes. Sie fotografierte die Fassaden der türkischen und arabischen Kulturvereine in Berlin, kam mit den Gästen ins Gespräch und schuf anonyme Porträts. So thematisiert sie einerseits die Abkapselung und andererseits die Ängste vor Fremdheit.

Abseits der Aktualität

Die sehenswerte Kunstschau stellt - abseits der aktuellen Berichterstattung - Kunstwerke vor, die das Unterwegs-Sein thematisieren, vom Abfahren und Ankommen erzählen und auch von Transiträumen handeln. Spannend zu betrachten ist, wie unterschiedlich die künstlerischen Positionen ausfallen.

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