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Kunstmuseum Bochum

Ausstellung zeigt Gärten wie Schrottplätze

BOCHUM Der eine lebt in Tel Aviv, der andere in Berlin. Nahum Tevet und Olaf Holzapfel gehören zwei verschiedenen Generationen und Kulturen an. Wie ihre Arbeiten in einen Dialog geraten, zeigt das Kunstmuseum Bochum in der Ausstellung „The Rough Law of Gardens“.

Ausstellung zeigt Gärten wie Schrottplätze

Nahum Tevet in der Installation "Several Things".

Die rauen Gesetze des Gartens – mit ihnen leben die Kinder, die in den Kindergärten der Kibbuze spielen. „Junkyards“, die Videoinstallation von Holzapfel, führt in diese Gärten, die doch wie Schrottplätze aussehen.

Alltagsgegenstände, alte Computer, Möbel, Blechtonnen, längst ihrer Bedeutung beraubt, dienen den Kindern, um immer wieder Neues zu erfinden. Malka Haas, die als Jugendliche in den 1930er-Jahren aus Berlin nach Palästina emigrierte, hat vor 50 Jahren das einzigartige pädagogische Modell entwickelt.

Die Ordnung spüren

Die Videoinstallation des Berliner Künstlers ist jedoch kein Dokumentarfilm, sondern eine Mischung aus Skulptur und Performance, aus Körperlichkeit und Vorstellungskraft. Daneben ist Holzapfel mit digitalen Zeichnungen und Skulpturen vertreten.

Vorstellungskraft braucht es auch für die Arbeit „Several Things“ von Nahum Tevet, einem bedeutenden Vertreter des Minimalismus in seiner Heimat. Der Künstler hat für seine Installation sehr viele Objekte in verschiedenen Einheiten im Raum gruppiert. Die Besucher können sich dazwischen bewegen, einem Raster, einer Ordnung nachspüren, „Sie sollen sich nicht sicher fühlen“, sagt Nevet.

Eigene Welten

Man denkt an Möbel, an kleine Schiffsrümpfe – und verwirft diese Ideen wieder. Dieses Wechselspiel zwischen abstrakter Reduktion und vermeintlicher Funktion findet sich auch bei einzelnen Objekten wie seinen Miniatur-Tischen. Wer danach Holzapfels „Junkyards“ sieht, blickt anders auf Tevets Installation.

„Meine Vorgehensweise bei der Rauminstallation ist dem Verhalten eines Kindes, das sich im Junkyard seine Welt baut, nicht unähnlich“, sagt der 69-Jährige, der in einem Kibbuz aufgewachsen ist.

Höhepunkt im Jahresprogramm

Für das Kunstmuseum ist die Ausstellung der Höhepunkt im Jahresprogramm, das sich thematisch mit dem 50-jährigen Bestehen der deutsch-israelischen Beziehungen auseinandersetzt. Seit einigen Jahren gibt es einen Freundschaftsvertrag mit dem Museum of Art in Ein Harod, das die Ausstellung auch zeigen wird. 

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