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Im Kino

Bewegender Film über den guten Mann von nebenan

Ken Loach (80) ist und bleibt der hellsichtige Chronist der britischen Arbeiterklasse, ein Filmemacher, der unermüdlich vom Leben der kleinen Leute berichtet, engagiert und entschieden parteiisch. Klassenkampf mit der Kamera mag außer Mode sein, aber das ficht Loach nicht an. Die Zustände schreien danach, angeprangert zu werden, das ist es, was diesen Menschenfreund antreibt. "Ich, Daniel Blake" (Goldene Palme in Cannes) ist eine atmosphärisch dichte Milieustudie, ein Sozialdrama in Alltagsgrau, das die Bürokratie englischer "Wohlfahrt" aufs Korn nimmt.

Bewegender Film über den guten Mann von nebenan

Für Nachbarin Katie (Hayley Squires, l.) und ihre Kinder ist Daniel (Dave Johns) ein wichtiger Unterstützer.

In deren Mühlen verheddert sich der von Dave Johns gespielte Daniel, ein arbeitsloser Schreiner, der auf dem Amt Stütze beantragen will. Er trifft nassforsche Sachbearbeiter, die ihn zur Schnecke machen, wird zur Nummer und zum Störfall. Anträge gibt es nur im Internet, mit dem Daniel auf Kriegsfuß steht.

Der Arbeitslose, wie ihn Bürohengste sich wünschen, ist ein Selbstvermarkter: "Zum Lebenslauf sollten Sie ein Video von sich drehen, das Sie per Smartphone hochladen. Das kommt gut an bei den Chefs", schwafelt der Fachmann eines Workshops, zu dem Daniel verdonnert wurde.

Geliebter Ersatz-Opa

Video und Smartphone? Blanker Hohn. Daniel ist so pleite, dass er sein Mobiliar verhökert, um über die Runden zu kommen. Lässt er sich deshalb gehen? Nein, er ist ein Kämpfer, einer der sogar die Kraft hat, anderen unter die Arme zu greifen. In der Nachbarschaft wohnt Katie (Hayley Squires). Daniel repariert ihr marodes Häuschen, hütet die Kinder und wird zum geliebten Ersatz-Opa.

Loach feiert die Warmherzigkeit und Solidarität derjenigen, die nichts haben und alles geben, in einem kleinen, großartigen, bewegenden Film.

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