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Kino Endstation in Bochum

„Blicke“-Festival zeigt Heimatkunde im Film

Bochum Wie gewohnt ist auch das 25. Filmfestival „Blicke“ (15. bis 19.11) mit Arbeiten aus dem Revier und über das Revier bestückt. Die Regisseure laden nicht selten zu einer Art Heimatkunde ein. So wie Shirin Houssie und Patrick Praschma mit ihrer Doku „Am Rande von Dortmund“, die am Donnerstag um 16.30 Uhr läuft.

„Blicke“-Festival zeigt Heimatkunde im Film

Bei der Thai-Massage in Ickern Foto: Blicke

Die beiden sprachen mit jungen Leuten, die in Scharnhorst oder am Hörder Clarenberg zuhause sind. Biografien, Lebenswirklichkeit und Charakter schimmer in vier beredsamen Porträts durch.

Kurde aus Scharnhorst

Eine Mutter erzählt aus ihrer Kindheit, vom Mobbing an der Schule, von ihrer Tochter. Sie sei auch alleine glücklich mit ihrem Kind. Der junge Rapper aus Hörde reimt vor der Kamera, berichtet von Schlägereien und Stress mit den Lehrern. Ein Serbe arbeitet in der Wäscherei der AWO. Der Kurde Serhat, seit 19 Monaten in Deutschland, fühlt sich schon als Dortmunder Junge aus Scharnhorst.

Er kennt dessen Ruf als „Problem-Stadtteil“ und sagt Bemerkenswertes: „Das ist unsere Stadt, die müssen wir schützen.“ Serhat ist ein kluger Kopf. Die beste Religion sei Humanismus, meint er noch. Auf der Flucht habe er gelernt, gute und schlechte Menschen zu unterscheiden, der Glaube spiele keine Rolle. Der Film ist eine Ode an die Stadt und ihre Menschen. Sehenswert.

„Etwas über Ickern“

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der Dortmunder Daniel Hein mit „Etwas über Ickern“, wo er Wirklichkeits-Splitter zu einem kaleidoskopischen Blick auf Castrop montiert hat. Gymnastik im Altersheim, ein Schwatz am Kiosk, Metallfabrik, Fußball, Flüchtlinge beim Deutsch-Unterricht, Thai-Massage. Alltag in Ickern, zu sehen am Donnerstag ab 16.30 Uhr.

Im Wettbewerb zeigt „Blicke“ 25 Filme, das Werkstattgespräch (Freitag 19 Uhr) widmet sich Werner Nekes, den Ulrike Pfeiffer filmisch porträtierte. Festivalheimat ist das Kino Endstation in Bochum. www.blicke.org

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