Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Im Kino

Der Mann, der Richard Nixon stürzte

Dortmund Lange blieb offen, wer die „Washington Post“ mit Fakten zu Watergate fütterte: „The Secret Man“ erzählt die aufregende Geschichte des Whistleblowers Mark Felt.

Der Mann, der Richard Nixon stürzte

Liam Neeson spielt den Whistleblower Mark Felt. Foto Wildbunch

Im Watergate-Klassiker „Die Unbestechlichen“ hört man ihn als Telefonstimme, die Spürhunde der Washington Post nennen ihn „Deep Throat“. Er ist der große Unbekannte, der sie auf die Fährte Richtung Weißes Haus ansetzt, ein früher Whistleblower, dessen Identität erst viel später gelüftet wurde.

Es entsteht ein Sittenbild amerikanischer Politik

Mark Felt war sein Name, Liam Neeson spielt ihn im Hollywood-Politthriller „The Secret Man“. Mit Peter Landesmans Film - nach eigenem Drehbuch - setzen sich nun alle Teile des Puzzles zu einem Sittenbild amerikanischer Politik zusammen, das Nixons Methoden in ein grelles Licht setzt.

Alan J. Pakulas „Die Unbestechlichen“ erzählt von den Journalisten, Oliver Stones „Nixon“ porträtiert den Präsidenten, „The Secret Man“ handelt vom Geheimnisträger, der den Skandal ins Rollen bringt: ein Filmtriptychon rund um Watergate.

Mark Felt war Vize-Direktor des FBI mit 30 Dienstjahren auf dem Buckel. Liam Neeson, hier im Fach des grauen „elder statesman“, verkörpert ihn als Mann von Prinzipien. Loyal zur Verfassung, nicht zu Politikern, die himmelstinkenden Schmu veranstalten.

Felt wittert, dass etwas im Gange ist

Felt wittert, dass etwas im Gange ist, als nach dem Tod von FBI-Chef Hoover das Personalkarussell rotiert und Lumpensäcke auf FBI-Posten landen. Es sind Nixons Lumpensäcke, die Felt unverblümt drohen und die Herausgabe von Akten fordern. Unabhängige Ermittler sind nicht erwünscht, das FBI soll Nixon den Rücken stärken, nachdem in die Büros der Demokraten eingebrochen wurde.

Der Justizminister lügt und tritt zurück. Felt sticht weiter Hinweise an die Zeitungsleute durch und heuchelt Ahnungslosigkeit. Sein doppeltes Spiel liefert der Geschichte solide Grundspannung, die Episoden um Felts Hippietochter wirken unnötig plakativ. Okay, Felt hat auch ein Privatleben. Sonst aber wird er als Patriot mit Gewissen gefeiert. Denkt man an Edward Snowden und die Lügen des Donald Trump, ist der Film erstaunlich aktuell und relevant. Sehenswert.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Bücher, CDs und Tickets

Die Geschenk-Tipps der Kulturredaktion zum Weihnachtsfest 2017

DORTMUND. Gutscheine, Geld und Bücher stehen auf den ersten drei Plätzen der Geschenke, die die Deutschen in diesem Jahr am häufigsten unter den Baum legen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die im Herbst von der Unternehmensberatung Ernst & Young durchgeführt wurde.Aber welches Buch macht Männern Spaß, mit welchem Roman ziehen Frauen sich gerne zurück, welche CD macht Oma, Opa, Freund oder Freundin eine Freude? Und mit welcher Konzert- oder Theaterkarte kann man Vorfreunde schenken?mehr...

Schauspielhaus Bochum

Bei „The Humans“ gerät die ganze Bühne aus den Fugen

BOCHUM. Das große Schlussbild, bei dem im Schauspielhaus Bochum das Bühnenbild aus den Fugen gerät und das Gefühl von Angst und Verzweiflung ins Albtraumhafte überhöht, passt eigentlich nicht zum Rest der Inszenierung von „The Humans“. Regisseur Leonard Beck hat vielmehr ein Kammerspiel auf die große Bühne gestellt und auf Zwischentöne gesetzt.mehr...

Nelly-Sachs-Preis

Poesie der Versöhnung

DORTMUND Der irakisch-kurdische Autor Bachtyar Ali erhielt den Nelly-Sachs-Preis. Bei der Feierstunde in Dortmund betonte er, dass er nicht nur Hüter der Sprache sei.mehr...

Buchkritik

Jean-Marc Ceci: „Herr Origami“

„Herr Origami“ heißt das poetische Buch von Jean-Marc Ceci. Doch der Japaner, der einst seiner großen Liebe nach Italien nachreiste, sie aber nicht fand, und mittlerweile in der Toskana lebt, heißt nicht Origami, auch wenn ihn die Dorfbewohner so nennen, sondern Meister Kurogiku.mehr...