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Theater Dortmund

"Die Blume von Hawaii" als muntere Tanz-Revue

DORTMUND Ein Prinz, der seine Prinzessin noch mehr liebt, als seine Heimat. Ein Kapitän, der sich in die Doppelgängerin der Prinzessin verguckt, eine Hula-Tänzerin, die mit einem schwarzen Jazzsänger flirtet, und ein Sekretär, der bei Frauen keine Chance hat, aber nie aufgibt. Paul Abrahams Operette "Die Blume von Hawaii" ist ein wildes Vergnügen - und in der Dortmunder Oper fast eine Tanz-Revue.

"Die Blume von Hawaii" als muntere Tanz-Revue

„Wo es Mädels gibt, Kameraden“: Auch die Matrosen und Jazzmusiker Jim Boy (Gaines Hall, 5. v. r.) sind von Prinzessin Laya (Emily Newton ( 3. v. r.) in dem bunten Blumen-Glitzer-Paradies im Dortmunder Opernhaus ganz fasziniert.

Die Premiere feierte das Publikum im Dortmunder Opernhaus am Samstag mit Ovationen. Genau genommen war es sogar die Bühnen-Uraufführung der Erstfassung. Matthias Grimminger und Henning Hagedorn haben die Musik wieder so rekonstruiert, wie sie 1931 geklungen haben mag.

Das hat sich gelohnt, denn die vielen alten Schlager, von den Dortmunder Philharmonikern unter Philipp Armbruster mit Elan sehr spritzig gespielt, sind zündend, haben Bigband-Swing und mit exotischem Instrumentarium so viele Farben.

Opulentes Ausstattungsstück

Ein opulentes Ausstattungsstück hat die Oper Dortmund aus dieser Operette gemacht. Es glitzert und funkelt auf Showtreppen und unter Palmen in diesem bunten Blumenparadies. Es ist das "Paradies am Meeresstrand" von Prinz Lilo-Taro (ein wenig blass: Marc Horus), das Ausstatter Toto geschickt mit mehreren Spielebenen und traumhaften Kostümen auffährt - "Ein buntes Spiel der Fantasie", wie Prinzessin Laya sagt.

Emily Newton ist diese Hawaii-Schönheit, die sich zunächst als Jazzsängerin Susanne Provence ausgibt. Und in dieser Doppelrolle kann Newton, die beste Sängerin im Ensemble, ihre ganze Klasse ausspielen: Großartig, wie sie im Schwipslied der Suzanne durchs Publikum torkelt.

Tolle Choreografien

Viele Musicalstimmen hört man bei den Gastsängern. Und tanzen können die alle famos. Choreograf Ramesh Nair lässt das Ensemble, zu dem auch acht Profitänzer gehören, lustvoll steppen, swingen, wirbeln und Foxtrott tanzen. Das hat Tempo und Witz, und die Choreografien sind auf den Punkt genau getanzt.

Das Zeug zum Publikumsliebling haben aber nicht Prinz und Prinzessin, sondern das Buffo-Paar: Jens Janke spielt den John Buffy, der drei Stunden braucht, um Bessie (zum Verlieben kess und quirlig: Karen Müller) zu ihrem Liebesglück zu zwingen, großartig komödiantisch.

Die zweite, ernste Ebene

Regisseur Thomas Enzinger ordnet die wirre Handlung, indem er eine Rahmenhandlung hinzugefügt hat, in der Komponist Paul Abraham (Mark Weigel) die Fäden zieht. Und wenn Enzinger die flotte Tanz-Revue im dritten Akt mit der Lebensgeschichte des jüdischen Komponisten verbindet, bekommt die Operette ein zweite, ernste, sehr tiefgründige Ebene. Sie wird dadurch aber mit drei Stunden auch sehr lang.

 

Termine: 27.1., 5./8./11. /18./24.2., 18./30.3., 8.4., 5./26.5.; Karten: Tel. (0231) 5027222.

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