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Im Kino

„Die Schöne und das Biest“: Ein Märchen im Zauberschloss

Erst herrscht eitel Sonnenschein. Belle (Emma Watson) hüpft durch ein romantisiertes Dorf-Idyll, wo jedes Waschweib Lieder trällert. Dann wird das Musical beinahe zum Grusical, bis heitere Töne die Oberhand gewinnen und alle vor Glück strahlen. Und wenn sie nicht gestorben sind...

„Die Schöne und das Biest“: Ein Märchen im Zauberschloss

Das Biest (Dan Stevens) und Emma Watsons Belle tanzen ab Donnerstag auf der Kinoleinwand.

Es ist nicht so, dass die Welt auf Bill Condons "Die Schöne und das Biest" gewartet hätte. Disneys Realfilm aber gewinnt seine Existenzberechtigung, indem er mit exquisiten Tricks und prächtigen Kulissen aufwartet, die sich mit Schabernack, Schmalz und Herzklopfen zu souverän orchestrierter Unterhaltung verbinden.

Die Märchenkonfekt-Maschine läuft wie geschmiert. Alles sieht lecker aus, der Süßstoff ist ähnlich gut portioniert wie die selteneren Bittertropfen. Splitter und Stachel, die Kindern im Halse stecken bleiben könnten, wurden sorgsam entfernt - die Freigabe ab sechs Jahren war nie gefährdet. Ein Bonbon für die ganze Familie, rund gelutscht, aber ziemlich schmackhaft.

Fröhliche Knallcharge

Mit der Besetzung von Emma "Hermine" Watson haben Disneys Strategen die späten Potter-Fans gleich mit im Sack. Belle ist die umschwärmte Dorfschönheit in einem Fachwerk-Zuckerbäcker-Kaff, das aussieht wie die amerikanische Fantasie vom guten alten Heidelberg. Ihr größter Verehrer ist der eitle Stutzer Gaston (Luke Evans), der vor allem in sich selbst verliebt ist.

 Evans legt seine Figur als fröhliche Knallcharge an. Gastons Kumpel LeFou (Josh Gad) tritt noch überkandidelter auf, was den Stoff in Richtung Schwank und Burleske trimmt. Sie zechen und singen prahlerische Lieder, Evans ganz ordentlich, Gad ausgezeichnet bei Stimme.

Kaltherziger Prinz

Bei Belle blitzt Gaston regelmäßig ab, sie ist halt ein anständiges Mädchen! Als solches sucht sie nach ihrem Vater (Kevin Kline), als der im Wald verschollen ist. Sie findet ihn im verwunschenen Schloss des Biests und tauscht ihre Freiheit gegen die des Vaters. Das Biest (Dan Stevens) war einst ein kaltherziger Prinz, der verflucht wurde, man kennt die Geschichte.

Der Gehörnte und seine Gefangene kommen sich näher, zur Freude des Schloss-Inventars: Uhr und Leuchter tänzeln und sprechen wie im Zeichentrick.

Die Teekanne singt

Kommode und Teekanne singen, der Hocker kläfft wie ein Wauwau. In allen Dingen (am Rechner tadellos animiert) stecken verhexte Menschen, gespielt von Weltstars, die spät die Maske fallen lassen. Wer das Filmplakat liest, macht sich die Überraschung kaputt.  Humor, große Gefühle, reichlich Trickzauber bei eher sparsamem Gesang: handwerklich ein nahezu perfekter Film.

 

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