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Ausstellung in Köln

Die große Dortmunder Fotografin Annelise Kretschmer neu entdecken

KÖLN Annelise Kretschmer (1903-1987) gehört zu den leisen Fotografinnen, die erst entdeckt und dann wiederentdeckt werden müssen, um nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben. Dass die Dortmunderin trotz mehrerer Ausstellungen immer noch vergessen ist, will die Schau "Annelise Kretschmer. Entdeckungen" im Käthe-Kollwitz-Museum Köln jetzt endlich ändern.

Die große Dortmunder Fotografin Annelise Kretschmer neu entdecken

Dieses Mädchen fotografierte Annelise Kretschmer um 1931. Das Essener Museum Folkwang hat das Bild nach Köln ausgeliehen.

Dabei galt Kretschmer in jungen Jahren als "Shooting-Star ihrer Generation". Sie war sowohl auf der vom Deutschen Werkbund organisierten internationalen Ausstellung "Film und Foto" als auch 1930 auf dem 25. Salon International d´Art Photographique in Paris vertreten.

Leidenschaft für das Porträt

Ihr anfängliches Interesse an textilen Struktur-Kompositionen, das der neuen Sachlichkeit geschuldet war, wich allerdings im Lauf der Jahre der Leidenschaft für das Porträt. Das Foto eines Vaters, der mit seiner Tochter an einem Café-Tisch sitzt, weckt Assoziationen an die humanistische Fotografie des frühen 20. Jahrhunderts.

So vielseitig ihr Oeuvre, so wenig lässt sich die Dortmunder Fotografin Annelise Kretschmer stilistisch festlegen. "Sie gehörte keiner Schule an, hatte keine Vorbilder und hat sich auch nicht in fotografischen Kreisen bewegt", sagte Kurator Thomas Linden. Mit mehr als 80 Vintage Prints wird dort dem "Solitär innerhalb der deutschen Fotoszene" (Linden) eine Ausstellung zuteil, wie es sie 1982 gegeben hat. Damals entdeckte Sammlungsleitern Ute Eskildsen die Porträtistin für das Museum Folkwang in Essen. 2003 folgte eine Schau im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte.

Fotos aus dem Nachlass

Den Großteil der in Köln gezeigten Bilder hat Christiane von Königslöw, jüngste Tochter der Künstlerin, aus dem Nachlass beigetragen. Viele Aufnahmen sind noch nie gezeigt worden. Bis zur altersbedingten Aufgabe des Dortmunder Ateliers im Jahr 1978 hat Christiane die Mutter als Assistentin begleitet. "Sie hatte die besondere Gabe, den Menschen in seiner Persönlichkeit zu erfassen", so von Königslöw.

Betrachtet man die Bilder, glaubt man ihr gern. Da reihen sich private Kinderbilder neben Antlitze von Wirtschaftsbossen ebenso wie jene von Künstlern (Ewald Mataré) oder Kunstsammlern vom Schlag eines Daniel-Henry Kahnweiler.

Sie bricht eine Lanze für den Bubikopf

Die Porträtierten kommen weder gestelzt noch konstruiert daher. Fast genauso selbstverständlich ist Kretschmers Umgang mit der Emanzipation. Mit ihrer Serie von jungen Frauen bricht sie eine Lanze für Bubikopf und Co. Dass ihre Werke neben den Selbstbildnissen von Käthe Kollwitz hängen, hätte sie sehr gefreut. Da ist sich ihre Tochter sicher.

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