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LWL-Museum Herne

Diese skurrile Ausstellung führt moderne Kunst und Archäologie zusammen

HERNE Archäologie und moderne Kunst passen nicht zusammen? Das genaue Gegenteil verspricht die Ausstellung "Aberglaube", die derzeit im Herner Archäologie-Museum zu sehen ist. Das Verbindungsglied zwischen den beiden so verschiedenen Disziplinen sind Volksmythen und der Aberglaube. Und skurril ist die Ausstellung obendrein.

Diese skurrile Ausstellung führt moderne Kunst und Archäologie zusammen

Scherben bringen angeblich Glück. Diesem Tier in Iris Stephans Objekt ist es offenbar anders ergangen.

Die alten Münzen und Schädel des Herner Archäologie-Museums sind eigentlich nichts für ein Skurrilitätenkabinett. Viel zu wissenschaftlich erscheinen diese Exponate. Umso erstaunlicher ist es, dass die neue Sonderausstellung "Aberglaube" das genaue Gegenteil beweist.

Sie zeigt mythische Objekte aus prähistorischer Zeit, etwa Bronzestäbchen, die als Orakel dienten, und kombiniert diese mit moderner Kunst. Es entsteht ein in Teilen skurriles Ausstellungsensemble, stets mit historischem Bezug.

Hexen

Die 200 modernen Kunstobjekte stammen von den Kölner Künstlerinnen Iris Stephan und Ines Braun. "Es ist ein magischer Augenblick, wenn zwischen Archäologie und moderner Kunst eine Symbiose entsteht", sagt Braun. So zeigt die Ausstellung unter anderem schaurig-witzige Objekte wie "Vera Icon", einem Cellokasten, aus dessen Innerem lange schwarze Haare sprießen. Das Objekt schafft eine Verbindung zu den "Wilden Männern" mit langen Haaren, denen einst magische Kräfte nachgesagt wurden.

Aufgeschnittene Handtaschen symbolisieren dagegen die an die Öffentlichkeit gezerrte Intimität angeklagter Frauen, die als Hexen hingerichtet wurden. "Sie alle waren Opfer des Aberglaubens", erklärt Ines Braun.

Den Volksmythos der "Wilden Jagd", einer Art Geisterzug während der Weihnachtszeit, verbildlichen die Künstler dagegen mit einer beeindruckenden Armada von 200 Rehschädeln. Archäologie und Kunst scheinen hier zu verschmelzen.

Garniert wird die moderne Kunst mit Ausstellungsobjekten aus der Dauerausstellung des Archäologie-Museums. Mystische Grabbeigaben, mumifizierte Katzen und Schwerter, deren Inschriften Könige in die Sphäre des Göttlichen hoben und an Kultorten gefunden wurden.

Schornsteinfeger

Wer das Thema Aberglaube aus heutiger Sicht entdecken will, wird enttäuscht. Nur einen winzigen Teil der Ausstellung wird Schornsteinfegern, linken Beinen oder Leitern gewidmet. Aber das hat ja auch wenig mit Archäologie zu tun.

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