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Buchkritik

Harry Bingham: „Fiona – Als ich tot war“

Der Kriminalroman „Fiona – Als ich tot war“ von Harry Bingham dreht sich um einen riesigen Betrugsfall.

Harry Bingham: „Fiona – Als ich tot war“

Eine scheinbar langweilige Routineermittlung um einen Abrechnungsbetrug in einem Möbelhaus entwickelt sich für die Polizei in Südwales zu einem spektakulären Fall. Als Ermittlerin Fiona Griffith überprüft, auf welchen Konten das unterschlagene Geld gelandet ist, entdeckt sie übel zugerichtete Leichen.

Die Spuren führen schnell zu einer perfekt organisierten Verbrecherbande. Um Beweise gegen die Betrüger zu sammeln, wird Fiona Griffith als verdeckte Ermittlerin in die Organisation eingeschleust.

Psychische Erkrankung

Der Kriminalroman „Fiona – Als ich tot war“ von Harry Bingham lebt von der detaillierten Darstellung des Seelenlebens der Ermittlerin Fiona Griffith. Sie leidet am seltenen Cotard-Syndrom: Zu den Symptomen zählen Wahnvorstellungen und Depressionen, die zu einer Form der Depersonalisierung führen. Fiona denkt analytisch und kühl, mit Emotionen hat sie hingegen Probleme, weiß menschliche Regungen nicht immer zu deuten.

Diese Besonderheit der Protagonistin macht den Roman außergewöhnlich: Fiona tickt anders als ihre Kollegen, sie gilt als schräger Sonderling – ist aber eine brillante Ermittlerin. Nachdem sie eine Ausbildung zur verdeckten Ermittlerin absolviert hat, wird sie als Buchhalterin Fiona Grey in ein Unternehmen eingeschleust, das bereits von der Verbrecherorganisation infiltriert wurde.

Puristische Erzählweise

Autor Harry Bingham setzt in dem Krimi auf eine sehr puristische Erzählweise – an die man sich zunächst gewöhnen muss, die aber perfekt zur Ermittlerin passt. Gemeinsam mit der Hauptfigur wird man immer tiefer in den Fall hineingezogen, von der Ausbildung zur verdeckten Ermittlerin bis zum Beginn des Einsatzes.

Richtig an Spannung nimmt der Roman erst in der zweiten Hälfte auf, dann allerdings rasant, denn der Undercover-Einsatz wird riskanter. Auch, weil die Grenzen zwischen den zwei Persönlichkeiten, Fiona Griffith und Fiona Grey, immer mehr verschwimmen. Eine originelle Ermittlerin in authentischer Atmosphäre – lesenswert!

Harry Bingham: Fiona – Als ich tot war, 512 S., Wunderlich, 19,99 Euro, ISBN 978-3-644-40045-0.

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