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Osthaus-Museum

In Hagen werden die Besucher zum Kunstwerk

HAGEN Die Geburt der Venus von Botticelli - öde für Jugendliche? Das "Frühstück im Grünen" von Édouard Manet - laaaanweilig für Schüler. Und die "Laufenden Frauen am Strand von Picasso - zum Weglaufen im Kunstunterricht. Muss nicht sein: Kunst macht Spaß, das zeigt das Osthaus-Museum in Hagen in der Ausstellung "#participate". Mitmachen ist erwünscht.

In Hagen werden die Besucher zum Kunstwerk

Auch Museumsdirektor Tayfun Belgin hat Spaß an der Ausstellung im Osthaus-Museum in Hagen und wappnete sich fürs Foto mit einem Regenschirm gegen den Sturm von Andy Warhols „Superman“.

24 großformatige Reproduktionen von Meisterwerken aus 500 Jahren Kunstgeschichte präsentiert das "Junge Museum" Hagen in der interaktiven Schau, die das Hagener Haus als erstes Museum in Deutschland zeigt. Und das Interesse, die Schau zu zeigen, ist auch im Ausland groß. Entstanden ist die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kulturaustausch in Tübingen.

Sich in der "Venus" von Botticelli räkeln, mit den "Tänzerinnen an der Stange" von Degas turnen, den Adam von Michaelangelo am Finger kitzeln oder ein Engel von Raffael sein - all' das können die Besucher auf einem Foto festhalten. Einige Bilder sind sogar dreidimensional nachgebaut worden und begehbar.

Zwei Hashtags zum Mitmachen und Teilen

Selfies (auch ein Selfiestick ist diesmal erlaubt) und andere Fotos können auf dem Twitter-, Facebook- oder Instagram-Account des Museums geteilt werden. Dafür gibt es zwei Hashtags: #participate und #machdichkunst. Bis zum 4. Juni entsteht dadurch ein großer interaktiver Katalog im Internet.

#machdichkunst-Tweets

Und das Posieren macht richtig viel Spaß - bei der Vorbesichtigung gestern war auch Museumsdirektor Tayfun Belgin begeistert. Und Selfies hätten wohl auch einigen Künstlern gefallen, wenn sie damit noch berühmter geworden wären.

Warhol bei Twitter

"Wenn Warhol noch leben würde, wäre er auf Twitter bekannter als Lady Gaga", glaubt Kulturwissenschaftlerin Melanie Redlberger, die die Ausstellung mit vorbereitet hat und die teilen will, was sie im Internet an Posts sieht.

Osthaus Museum Participate

Keith Harings "National Coming Out Day" gehört zu den 24 großformatigen Reproduktionen, die im Osthaus-Museum in Hagen einladen, sich in den Bildern fotografieren zu lassen.
Katharina Schüren posiert im Bild "American Gothic" von Grant Wood.
Die berühmte "Erschaffung Adams" von Michelangelo mit Dagmar Schäfer als Modell.
Auch in Henri Rousseaus "Der Traum" dürfen die Besucher Platz nehmen.
Katharina Schüren und Dagmar Schäffer hatten Spaß mit den "Tänzerinnen an der Stange" von Edgar Degas.
Hier fließt die Zeit: Dagmar Schäfer kann sie in der "Beständigkeit der Erinnerung" von Salvador Dali nicht aufhalten.
Wild und expressiv: Kandinskys "Winterlandschaft".
Die berühmte "Geburt der Venus"  von Botticelli mit Dagmar Schäfer als Modell.
Und auch im Liegen dürfen die Besucher in Hagen in der "Venus" posieren.
Einmal ein Engel von Raffael sein: Im Osthaus-Museum in Hagen ist das bis zum 4. Juni möglich.
Bitte anstubsen: "Die Schaukel" von Jean-Honoré Fragonard.
Katharina Schüren an der Bananenpistole in "Pulp Fiction" von Bansky.
Keine Surfszene, sondern den Vorboten zu einer Katastrophe zeigt Katsushika Hokusai in "Die große Welle von Kanagawa".
Picassos "Laufenden Frauen am Strend" aus dem Jahr 1922 möchten Katharina Schüren und Dagmar Schäfer gerne hinterherlaufen.
Auch Museumsdirektor Tayfun Belgin hat Spaß in dieser Ausstellung und posierte fürs Foto gerne mit dem "Superman" von Andy Warhol.
Gar nicht Banane: "Chiquita" von Mel Ramos mit Katharina Schüren.
Eine Idylle: Katharina Schüren und Dagmar Schäfer beim "Frühstück im Grünen" von Edouard Manet.

"Selfies sind nicht nur eine Form von Selbstdarstellung. Die Leute posieren anders, wenn sie sich die Bilder genauer anschauen", hat die Kulturwissenschaftlerin bei Schülern schon beobachtet.

Kunst macht Spaß und wird besser verständlich

"Man versteht die Bilder besser und sieht sie konzentrierter", sagt Tayfun Belgin. Das Bild "American Gothic" von Grant Wood, das eine ländliche Idylle mit Gartenzaun zeigt, hat der Museumschef in Chicago im Original gesehen; der dreidimensiomnale Nachbau in Hagen begeistert ihn fast noch mehr.

Was Grant Wood ausdrücken wollte, begreifen die Besucher besser, wenn sie sich neben das Farmer-Paar hinter den Zaun stellen. Und die Mimik der Figuren prägt sich besser ein, wenn man sie versucht hat, zu imitieren. Soll mal einer sagen, Kunst macht keinen Spaß.

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