Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige

Konzerthaus Dortmund

Jarousskys Orfeo führte das Publikum ins Glücks-Elysium

DORTMUND Eine große Rolle spielt Monteverdis Musik auch in diesem Jahr nicht, dem Festjahr zum 450. Geburtstag des Komponisten. Aber Countertenor Philippe Jaroussky hat mit seinem "Orfeo-Projekt" eine großartige Hommage zusammengestellt, die er am Samstag im nahezu ausverkauften Konzerthaus Dortmund unter großem Jubel präsentiert hat. Es war ein wundervoller Abend - zum Niederknien schön gesungen und äußerst klug arrangiert.

Jarousskys Orfeo führte das Publikum ins Glücks-Elysium

Traum-Orfeo Philippe Jaroussky hatte mit der ebenso stilsicheren Amerikanerin Amanda Forsythe eine überragende Euridice zur Seite.

Vier Vertonungen der Orpheus-Geschichte hat der 39-jährige Franzose verbunden. Im ersten Teil fügte er mit Sopranistin Amanda Forsythe fast nahtlos Arien und Duette von Monteverdi, Antonio Sartorio und Luigi Rossi aneinander. Und obwohl die Werke innerhalb von 65 Jahren komponiert worden sind, harmonierten sie vorzüglich.

Viel Feuer gab Jaroussky der Glücksjubel-Arie aus Monteverdis "Orfeo", die als erste Oper der Musikgeschichte gilt. Und den Tod der Euridice machte das Duo in der Vertonung von Sartorio zu einer dichten, intensiven Szene.

Orpheus’ Weg ins Elysium

Im zweiten Teil folgte Orpheus’ Weg ins Elysium aus der Oper von Gluck. Geführt vom Reigen seliger Geister, versucht Orfeo in dem 100 Jahre später komponierten Werk, in dem die Tür zu Mozarts Musik schon weit geöffnet ist, Euridice zu retten.

Jarousskys schlanke, elegante, makellos geführte Stimme, die so natürlich klingt, wie die von keinem anderen Counter, passte perfekt zu allen Vertonungen. In den Darstellungen von tiefem Leid klang sie herzzerreißend schön und in den Jubelkoloraturen zum Verlieben glücklich. Ein Traum-Orfeo, der mit der ebenso stilsicheren Amerikanerin Amanda Forsythe eine überragende Euridice zur Seite hatte.

Projekt auf CD

Auf CD hat Jaroussky dieses tolle Projekt schon (ohne Glucks Musik) mit den "Barocchisti" unter Leitung von Diego Fasolis realisiert. Live klang das nur 21 Musiker starke Orchester mit historischen Instrumenten noch farbiger und inspirierter. Großartig.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Neu im Kino

Tennisspiel der Titanen: McEnroe gegen „Eis-Borg“

Dortmund Sportlerdramen fürs Kino folgen einem bestimmten Muster. Vorstellung der Kontrahenten, oft böser Bube gegen Lichtgestalt. Ist die Persönlichkeit umrissen, schildert der Film den Weg der Akteure bis zum Moment des Duells: Ein besonderes spannendes liefern sich die Mimen Sverrir Gudnason und Shia LaBeouf in „Borg / McEnroe“.mehr...

Cineworld Lünen

Neue Lasertechnik liefert schärferen Filmgenuss

Lünen Die „Cineworld“ in Lünen hat einen sechsstelligen Betrag in eine hochmoderne Projektionstechnik investiert. Wir haben uns im Kinosaal angesehen, was die Filmfreunde von der High-Tech-Neuerung haben.mehr...

Wanne-Eickel

Mondpalast: „Der zerdepperte Pott“ – frei nach Kleist

Wanne-Eickel Das ist mal ein dicker Hund! Die Tür zum Vereinslokal wurde eingetreten, schlimmer noch: Der einzige Pokal, den der FC Hinter-Marl je errang, liegt in Trümmern. Der Täter floh durchs Fenster. Vereinspräsident Otto Adam (Martin Zaik) muss ihn finden, hat aber eigentlich ganz andere Sorgen.mehr...

Konzerthaus Dortmund

Wiener Philharmoniker zünden ein Feuerwerk der Freude

Dortmund Als die Wiener Philharmoniker im März unter Leitung von Andris Nelsons im Konzerthaus Dortmund Beethovens „Pastorale“ gespielt haben, war das ein Bad im Luxusklang. Ohne Aufregung, nicht sehr mitreißend, einfach nur schön. Bei seiner Rückkehr lieferte das beste Orchester Europas allerdings ein wahres musikalisches Feuerwerk.mehr...

Neun Konzerte

Herne wird wieder zum Mekka für Alte Musik

HERNE Jetzt wird es rebellisch. Die neun Konzerte bei den "Tagen der Alten Musik" in Herne beschäftigen mit dem Thema Aufbruch. Dabei liegen vor allem musikalische Neuerungen und revolutionäre Umtriebe der vergangenen vier Jahrhunderte im Fokus.mehr...

Urban Lights

Zur Lichtkunst? Immer schön der gelben Motte nach

MARL Das vierte Spektakel „Urban Lights Ruhr“ hat gerade in Marl begonnen. Der Weg zu den Attraktionen ist zum ersten Mal wirklich gut zu finden. Es geht immer der gelben Motte nach. Studierende der Fachhochschule Dortmund haben das originelle Leitsystem für die vierte Auflage der Urban Lights Ruhr entwickelt.mehr...