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Programm vorgestellt

Kopfüber in die Ruhrfestspiele 2017

RECKLINGHAUSEN Es ist immer wieder unheimlich, wie treffsicher Festivalchef Frank Hoffman das Motto der Ruhrfestspiele Recklinghausen auswählt. Diesmal wollte er das Gefühl des Chaos' und der Unsicherheit thematisieren, das viele Menschen spätestens nach der Wahl von Donald Trump beschlichen hat. Hoffmann entschied sich aber schon vor einem Jahr (!) für das Motto "Kopfüber Weltunter".

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"Theatermagier" Robert Wilson (r., mit Lou Strenger) wird das Kunstmärchen "Der Sandmann" zur Eröffnung der Ruhrfestspiele in Recklinghausen zeigen. Die Ruhrfestspiele kooperieren dabei mit dem Schauspielhaus Düsseldorf.

Festspielleiter Frank Hoffmann hat diesmal das Motto „Kopfüber Weltunter“ ausgesucht.

"Ein Gespenst geht um in Europa, es heißt Angst", sagte der Theatermacher am Dienstag. Aber er habe kein Festival zum Thema Angst machen wollen. "Da wären wir den Populisten auf den Leim gegangen." Stattdessen will das Recklinghäuser Team in 108 verschiedenen Produktionen an 21 Spielstätten Perspektiven, Lösungen und Utopien bieten.

"Kopfüber kann man den Kopf in den Sand stecken", sagte Hoffmann. "Aber wir wollen kopfüber Purzelbäume schlagen und anschließend aufrecht in die Welt hinaus gehen."

Zwei Regie-Legenden aus den USA machen mit

Hollywood-Stars haben sich diesmal keine angesagt, aber zwei Regie-Legenden aus den USA machen mit. Zur Eröffnung bringt der "Theatermagier" Robert Wilson am Dienstag, 2. Mai, das gruselige Kunstmärchen "Der Sandmann" auf die Bühne.

Auch Peter Sellars ist ein berühmter US-Regisseur. Sein Stück "Flexn" zeigt eine spektakuläre Form des Street Dance und geht das Thema Rassismus an (14./15.6.).

Hier einige Höhepunkte, die überwiegend im Festspielhaus zu sehen sind:

Bekannte Schauspieler

  • Robert Stadldober ist Dauergast im Kino ("Krabat"). In Strindbergs "Rausch" spielt er den düsteren Helden, Regie Frank Hoffmann (12.-16.5.).
  • Sebastian Koch ist mit dem Film "Das Leben der Anderen" in eine Weltkarriere gestartet. In Recklinghausen feiert er mit dem Projekt "Egmont/Prometheus" Uraufführung - und mit viel Musik von Beethoven (18./19.5.).
  • Matthias Brandt muss man seit seinem "Tatort"-Engagement nicht mehr vorstellen. Der Abend "Angst" jagt dem Publikum angeblich einen Schauer über den Rücken (7.5.). Brandts Porträtfoto ist allerdings noch nicht sehr furchteinflößend...
  • Nico Holonics hat die "Blechtrommel" in Frankfurt 30 mal vor ausverkauftem Haus gespielt - als absolut faszinierende One-Man-Show, wie er bei der gestrigen Pressekonferenz mit einem kurzen Auftritt bewies.

Prominente Regisseure

  • Die wichtigsten deutschsprachigen Regisseure sind auch diesmal dabei. Tina Lanik und ihre gefeierte Inszenierung "Geächtet" vom Burgtheater Wien sind vom 31. Mai bis 2. Juni zu Gast, in der Hauptrolle Nicolas Ofczarek.
  • Genauso schnell ausverkauft dürfte die "Hochzeit" von Elias Canetti sein, ein bitterböses Skandalstück in der Regie von Andreas Kriegenburg (9.-11.6.).
  • Für sein körperbetontes Theater ist Sebastian Nübling bekannt, im Doppelabend "Wut/Rage" geht es um die enthemmte Gesellschaft (17./18.6.).
  • Sebastian Hartmann zeigt "Berlin Alexanderplatz" (24./25.5.).

Für Wagemutige

  • Eine wilde Sache scheint "Counting Sheep" (Schafe zählen) zu werden. Die "Guerilla-Folk-Oper" (was mag das sein?) stammt aus der Ukraine, zu sehen ab 2. Mai in der Halle König Ludwig.

Wenn's aktuell sein soll

  • Viel Furore gemacht hat der Roman "Hool" von Philipp Winkler. Das Schauspiel Hannover hat das Buch über brutale Fußball-Jünger dramatisiert (25.-28.5.).
  • Die Realität des Syrienkrieges bringt Autor Mudar Al Haggi in seinem Stück "Deine Liebe ist Feuer" auf die Bühne der Halle König Ludwig (16./17.5.)

Und was ist mit Tanz?

  • Diesmal kommen die "360 Allstars" vom 17. bis 20. Mai.
  • Die Truppe "Backbone" hebt fast die Schwerkraft auf (25.-28.5. in Marl).

Lieber etwas mit Musik?

  • Die charismatische Jane Birkin gestaltet das Konzert "Gainsbourg Symphonic" im Festspielhaus (20./21.5.).
  • "Willkommen - ein deutscher Abend" heißt der neue, bissige Geniestreich von Franz Wittenbrink (16-18.5. in Marl). "We shall overcome" ist dagegen dem sanften Musiker Pete Seeger gewidmet, ebenfalls im Theater Marl (20./21.5.).
  • Die Band "Wanda" kommt am 17. Juni um 20 Uhr zum Abschlusskonzert auf den Hügel.

 

 

 

 

 

 

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"Theatermagier" Robert Wilson (r., mit Lou Strenger) wird das Kunstmärchen "Der Sandmann" zur Eröffnung der Ruhrfestspiele in Recklinghausen zeigen. Die Ruhrfestspiele kooperieren dabei mit dem Schauspielhaus Düsseldorf.

Festspielleiter Frank Hoffmann hat diesmal das Motto „Kopfüber Weltunter“ ausgesucht.

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