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"Arche Noah"-Ausstellung im U

Kunstprojekt "Wie Phoenix aus der Asche": Gänse in der Kartei-Kiste

DORTMUND Seit Jahrhunderten üben Tiere eine Faszination auf Künstler aus. Anett Frontzek beschäftigt sich in ihrer Installation in der Ausstellung „Arche Noah“ im Dortmunder U mit einem besonderen Aspekt: der Fauna am Phoenixsee - und mit dem Problem der Kanadagänse.

Kunstprojekt "Wie Phoenix aus der Asche": Gänse in der Kartei-Kiste

Die Installation "Wie Phoenix aus der Asche" der Dortmunder Künstlerin Anett Frontzek zum Phoenixsee. Zu sehen in der Ausstellung "Arche Noah" im Museum am Ostwall.

Der erhobene Zeigefinger spielt in der Kunst von Anett Frontzek keine Rolle. „Eine wertfreie Recherche“ nennt die 49-Jährige das, was sie für ihre Installation zum Dortmunder Phoenixsee zusammengetragen hat.

„Ich beschäftige mich mit Phänomenen, die im Alltag vorhanden sind, und kann Untersuchungen und wissenschaftliche Modelle in die Kunst transformieren“, sagt die Dortmunderin. Ein Jahr hat sie für ihre Installation „Wie Phoenix aus der Asche“ recherchiert. Als Quellen nutzte sie Zeitungsartikel, Lexika, das Wassermonitoring der Emschergenossenschaft.

Lexika-Zeichnungen

Das Ergebnis: großformatige, alte Lexika-Zeichnungen an den Wänden und ein Tisch mit Kästen und Karteikarten zu acht Themenbereichen – zur Entstehung und Geschichte, zur Wasserqualität, zu den Fischen im See oder zu den Gänsen am Ufer. „Die Karten zeigen, dass über den Phoenixsee kontrovers diskutiert wurde. Der Betrachter kann sich mit Hilfe der Karten in die Materie einarbeiten“, sagt die bildende Künstlerin.

Das Thema konnte Frontzek frei wählen, es sollte einen Bezug zu Dortmund haben. Die Wahl fiel auf den Phoenixsee, „weil er wirklich komplex ist. Ein vielschichtiges Thema.“ Und ein aktuelles dazu – in der Kunst ist das nicht ganz so häufig. Der Phoenixsee und seine Tiere waren über einen langen Zeitraum Dortmunder Stadtgespräch.

Kochrezepte

Die Analyse biete unglaublich viele Ebenen, sagt Frontzek: ein Stadtteil im Wandel, die Urbanisierung mit der Neuverteilung der Ressourcen, der See als ein künstlich angelegtes Gewässer, mit den ganzen Folgen für die Flora und Fauna und auch der Frage: Welche Tiere sind dort erwünscht?

In den Karteikästen finden sich Kochrezepte („Confit von der Gans“) und Zeitungsartikel („Die Kanadagänse werden zum Problem“), auf einer Zeichnung an der Wand der Verdauungstrakt einer Gans.

Pure Sachlichkeit

Über die Hinterlassenschaften der gefräßigen Gänse und die Folgen für das Ökosystem wurde viel diskutiert. „Die Biologen sagen: Die Gänse müssen weg. Die Tierschützer wollen sie schützen“, erklärt Frontzek. Ihre Installation ist pure Sachlichkeit, skurril wird sie für manchen Betrachter erst durch die Interpretation.

Das Werten überlässt Frontzek dem Betrachter. Sie „will die Versuche des Menschen zeigen, die Welt handhabbar zu machen. Ich bin nicht der Betreiber des Sees. Ich gehöre keiner Tierschutzorganisation an. Das ist der Luxus, den ich mir als Künstlerin erlauben kann.“

Ambitioniertes Projekt

Und wie sieht Frontzek den Phoenixsee? „Ich werde ihn nicht verteufeln. Es ist ein unglaublich ambitioniertes und aufwendiges Projekt, in der Stadt ein neues Ökosystem zu bauen.“ Ganz ohne Wertung geht es dann aber doch nicht. „Der Phoenixsee ist künstlich, ebenso wie unser Verhältnis zur Natur“, sagt Frontzek.

Museum am Ostwall Dortmund: „Arche Noah – Über Tier und Mensch in der Kunst“, bis 12. April, Leonie-Reygers-Terrasse 2, Dienstag, Mittwoch, Samstag, Sonntag 11 bis 18 Uhr; Donnerstag und Freitag 11 bis 20 Uhr, Katalog 12 Euro. .

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