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Philharmonie Essen

Magdalena Kozená bricht mit Händel alle Tempo-Rekorde

Essen Was für eine Wahnsinnsstimme! Technisch, so zeigte Magdalena Kozená am Allerheiligen-Tag in der Philharmonie Essen, macht ihr so schnell keine was vor. Wer dabei sein durft, hatte großes Glück.

Magdalena Kozená bricht mit Händel alle Tempo-Rekorde

Magdalena Kozená überzeugte nicht nur mit ihrer Stimme, sondern vor allem auch mit ihrem atemberaubenden Tempo. Foto Mathias Bothor

Ebenso stimmgewaltig wie locker setzte sich die 44-jährige tschechische Mezzosopranistin über die 15 nicht gerade zimperlichen Musiker des Venice Baroque Orchestra unter dem stehend vom Cembalo aus dirigierenden Andrea Marcon hinweg.

Bravourös und vibrierend gurrte und trillerte sie durch die von ihr präsentierten Händel-Arien. Koloraturen-Ketten, gewagte Sprünge oder lange, fließende Melodiebögen – alles kein Problem.

Magdalena Kozená stand kokettierend auf der Bühne

Aber hatte sie auch eine Vorstellung davon, was sie da sang und in welche Opernrollen sie dabei eigentlich schlüpfte? Hauptsächlich waren es Männerpartien. Magdalena Kozená aber stand tänzelnd, lächelnd, kokettierend auf der Bühne, wobei sie nicht zuletzt um ihr aktuell in blonden Locken wallendes Haar bemüht schien.

Eine Diva in High Heels, die sich zum Zweck der Selbstdarstellung aus dem reichen barocken Fundus schöner Melodien bediente. In „Cara sposa“ aus „Rinaldo“ legte sie inbrünstig ganz viel romantisches Gefühl hinein, ging sehr frei mit dem Tempo um und gab im Mittelteil die Furie.

HAGEN Der Neue hat schnell gelernt. Hatten doch seine Vorgänger allesamt ihre Zeit gebraucht, um die Tücken des kleinen, akustisch schwierigen Hauses in den Griff zu bekommen. Joseph Trafton, der neue Generalmusikdirektor in Hagen, allerdings hat bereits bei seinem Operneinstand den Bogen ’raus. Am Samstag hatte Puccinis „Tosca“ unter seiner Leitung Premiere.mehr...

In „Venti turbini“ aus derselben Oper gewann man den Eindruck, als wollte sie einen Schnelligkeitsrekord brechen (was den Fagottisten fast in Verlegenheit brachte).

Schaut her, wie schön ich leide

Cleopatras „Se pietà di me non senti“ posaunte sie nur so heraus, als wollte sie sagen: Schaut her, wie schön ich leide! Anstatt zu berühren, beeindruckte und blendete sie damit aber nur das Publikum.

Händels berühmtes „Piangerò“ aus „Julius Caesar“ als Zugabe allerdings sang Magdalena Kozená zwar etwas manieriert, aber mit himmlischem Legato und glaubhaftem Leidensausdruck. Als Aufforderungen zum Tanz erklangen die beiden von Stürmen entgangenen Schiffen handelnden Arien aus „Agrippina“ und „Ariodante“.

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