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Neu im Kino

Max ist das coolste Langohr in der Häschenschule

Das Buch hat über 90 Jahre auf dem Buckel. Seine heile Welt mit Langohren, die die Schulbank drücken, ist zwar süß, hat aber Staub angesetzt. Aus dieser Beobachtung heraus wagt der deutsche Trickfilm "Die Häschenschule" eine Modernisierung des Bilderbuch-Klassikers von 1924.

Max ist das coolste Langohr in der Häschenschule

Max ist ein Stadthase - und sieht ganz anders aus als die braven anderen Schüler.

Verfilmungen deutscher Kinderliteratur sind der Goldesel des heimischen Kinos, weil Stoffe von Otfried Preußler ("Das kleine Gespenst") oder Janosch ("Oh, wie schön ist Panama") auf dem Radar der Amerikaner keine Rolle spielen, bei uns aber bestens eingeführt sind. Eltern gehen mit ihren Kleinen gern in Filme mit Figuren, die sie aus der Kindheit kennen. So viel zum kaufmännischen Kalkül hinter der "Häschenschule".

Auf modern getrimmt

Wie nun das betuliche Idyll einer Lehranstalt für Osterhasen auf modern trimmen? Das Team um Regisseurin Ute von Münchow-Pohl ("Der kleine Rabe Socke") erfindet einen zweiten Schauplatz in der Großstadt, wo Hasen wie HipHopper aussehen. Max ist einer aus der Gang der coolen Halbstarken. Als er ein Modell-Flugzeug besteigt, das außer Kontrolle gerät, landet er im Wald, auf dem Gelände der Häschenschule, wo alles anders ist.

Die Hasen tragen Klamotten von gestern, nicht etwa Turnschuhe wie Max. Es gibt keine Dusche, gebadet wird im Bach, Deodorant ist unbekannt. Die Akademie erinnert an ein Pfadfinderlager, eine Sommerfrische für asketische Naturfreunde. Eigentlich will Max schnell weg, dann bleibt er. Außerhalb der Hecke lauern Füchse (Bild), eine Bande dummdreister Tölpel, die Sepplmütze oder Försterkostüm tragen. Per Katapult wollen sie in die Schule gelangen, um ein goldenes Ei zu stehlen und Ostern zu sabotieren ...

Zum Diplom-Osterhasen ausgebildet

Die Ausbildung zum Diplom-Osterhasen gefällt Max nicht schlecht. Die Schule ist keine preußische Paukanstalt wie noch im Buch, sondern ein Abenteuerspielplatz mit Sportparcours. Friedrich von Thun spricht den Lehrer, Senta Berger leiht Zen-Meisterin Madame Hermine die Stimme, einer Häsin, die an Yoda aus "Star Wars" erinnert.

 

DORTMUND Ist das Buch "Die Häschenschule" von Albert Sixtus (1892-1960) nur entzückend nostalgisch? Oder ist es "Trash", wie der Kinderbuchautor Wolfgang Hänel behauptet? Oder spiegelt es einfach die Zeit, in der es entstand, wie Ulrich Knebel als Großneffe des Autors meint?mehr...

Trotz ihrer Modernismen passt die Häschenschule nicht wirklich in die Zeit, Maxens Wortschatz von heute klingt geschraubt und dem Sujet aufgepfropft. Kleine Kinder merken es nicht, die freuen sich, wenn die Hasen mit tollpatschigen Füchsen Schlitten fahren. Auch entgeht ihnen, wie schlicht die Animation ist, was bei Großbildern von Gesichtern ins Auge fällt: Die sind mehr flächig als detailiert, weit entfernt von Disneys Charakterporträts. - Für Vorschulkinder trotzdem ein Vergnügen.

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