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Buchkritik

Sebastian Fitzek: „Flugangst 7 A“

Kaum jemand beherrscht Cliffhanger so wie er – Sebastian Fitzek. Auch „Flugangst 7A“ ist einer dieser Psychothriller, die zu spannend sind, um zu pausieren.

Sebastian Fitzek: „Flugangst 7 A“

Am besten liest man Fitzeks neues Werk in einem Rutsch durch; sonst bohrt im Inneren ständig die Frage, wie es weitergeht. Aber eine Warnung vorweg: Wer demnächst in die Ferne fliegt, sollte das Buch fürs erste zugeklappt lassen.

„Es gibt zwei Sorten von Fehlern. Solche, die dein Leben verschlechtern. Und solche, die es beenden.“ Wenn ein Buch mit solch einem Satz beginnt, weiß der Leser, wohin die Reise geht. Dass es unschön wird. Nervenaufreibend. So, wie man es vom Erfolgsautor (Jahrgang 1971) gewohnt ist.

Statistik-Kenner

Der Psychiater Mats Krüger leidet unter unbändiger Flugangst, und doch steigt er in ein Flugzeug, um zu seiner Tochter zu gelangen, die ein Kind erwartet. Er kennt so ziemlich alle Statistiken zum Luftverkehr, auch jene, in denen von einer 95-prozentigen Überlebenschance bei Flugzeugunglücken die Rede ist. Aber solche Zahlen helfen ihm nicht. Im Flugzeugsitz fühlt er sich wie auf einem elektrischen Stuhl.

Doch als das Flugzeug in der Luft ist, ist da dieser eine, alles verändernde Anruf, der die bisherigen Ängste von Krüger plötzlich klein erscheinen lässt: Er erfährt, dass seine Tochter entführt wurde. Und der anonyme Anrufer stellt klar: Sie wird nur überleben, wenn das Flugzeug, in dem Krüger sitzt, abstürzt.

Zeitbombe

Jemand, den der Psychiater einst von mörderischen Gewaltfantasien befreit hat, ist an Bord. Eine lebende Zeitbombe, die jederzeit hochgehen kann. Und wenn sie nicht hochgeht, dann ist das laut Anrufer das Todesurteil für Krügers Tochter.

Wie Sebastian Fitzek Haupt- und Nebenstränge zum Gesamtwerk verwebt, ist beeindruckend. Immer wieder geschieht Unvorhersehbares, ohne dass der Autor den roten Faden verliert. In der Tradition seines Werks „Passagier 23“, das auf einem Kreuzfahrtschiff spielt, ist der Protagonist an Bord eingeschlossen. Da werden menschliche Urängste angesprochen. Da bleibt dem Leser auch schon mal die Luft weg.

Sebastian Fitzek: Flugangst 7 A, 400 S., Droemer, 22,99 Euro, ISBN 978-3-426-19921-3.

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