Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Performing Group

Theater Oberhausen: „Me too“ gilt nur den Würstchen auf dem Grill

Oberhausen „Männer, die kicken“ mögen zwar für viele interessanter gewesen sein. Aber trotz Fußball als Konkurrenten fand auch die Premiere „Männer, die denken“ der „Performing Group“ im Theater Oberhausen ihr Publikum.

Theater Oberhausen: „Me too“ gilt nur den Würstchen auf dem Grill

Lise Wolle (l.) und Ronja Oppelt mit Würstchen und Dosenbier. Foto Rios Foto: Isabel Machado Rios

In der Produktion geht es mit Sprüchen und Posen (Männer, die denken), in Monologen und kleinen Spielszenen um die klischeehaften Verhaltensmuster und gesellschaftlichen Rollenzuschreibungen von Männern und Frauen. Gefordert wird die Überwindung des Patriarchats durch den Feminismus.

Quotenmann entspricht nicht dem Bild eines Heldens

Auf der Bühne: fünf als Herren ausgestattete Damen und ein Quotenmann aus dem Oberhausener Ensemble, wobei auch Letzterer so gar nicht dem Bild eines männlichen Helden entspricht. Nach anfänglichem Kleidertausch darf Clemens Dönicke als Eva den letzten Apfel vom Baum pflücken und muss dann hetzen, dass für die gierig starrenden „Männer“ alles hergerichtet ist, der Rasen ausgerollt, der Grill angeschleppt.

Brutzelnde Würste und zischendes Dosenbier lassen die „Männer“ strahlen. „Me too“ schallt es aus der Runde, als auch fleischfreies Grillgut fertig ist – die einzige, fast zu überhörende Anspielung auf die aktuellen #MeToo-Bekenntnisse von Frauen über sexistische Übergriffe.

Animalisches Gehabe zu moderner Clubmusik

Richtig aktuell ist „Männer, die denken“ nur durch Musik und Tanz: das animalische Gehabe zu moderner Clubmusik (grandioses Solo: Bianca Sere Pulungan) sowie kollektiv vorgeführtes Twerking.

Ein netter Versuch, jüngere Zuschauer anzusprechen. Aber hätte nicht auch provokanter Gangsta-Rap ins Konzept gepasst? Stattdessen gibt es für das große Publikum die Popklassiker „Natural Woman“ und „My Way“. Man weiß sich bei der Zielgruppe offenbar nicht zu entscheiden. Und bleibt damit beliebig.

Theater Dortmund

Tanze deinen Traum

DORTMUND Ganz Dortmund tanzt den Madison. Zumindest die Zuschauer, die am Samstagabend die Premiere des Musicals „Hairspray“ im Opernhaus euphorisch gefeiert haben. Aber die rasante, bunte Inszenierung hat eine zweite Ebene.mehr...

Anna Polke will das Patriarchat wie einen Gartenzwerg zerdeppern. Aber würden dann nicht nur Äffinnen statt der Affen den Planeten beherrschen? Am Ende ist nur eines klar: Intendant Florian Fiedler muss am Theater Oberhausen weiter auf den ersten echten Knaller warten.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Theater Dortmund

Bürger sind in Brandgefahr

DORTMUND Das Schauspiel Dortmund hat nach dem Umbau wieder eröffnet. „Biedermann und die Brandstifter/Fahrenheit 451“ entfaltet die ganze Magie des Theaters – und liest uns Bürgern die Leviten.mehr...

Westfälisches Landestheater

Verschossen in den Mann, der übers Wasser geht

CASTROP-RAUXEL Das Westfälische Landestheather (WLT) in Castop-Rauxel spielte „Jesus liebt mich“– als launig lustigen Boulevard-Schwank.mehr...

Buchkritik

Elias Weiss Friedman: „1000 beste Freunde“

Wer Hunde mag, wird diesen Bildband lieben: „1000 beste Freunde“ hat Elias Weiss Friedman in Fotoporträts in seinem Buch versammelt. Mischlinge wie die immer beliebten Doodles sind ebenso darunter wie Vertreter von mehr als 200 Hunderassen.mehr...

Zeche Zollverein

Die Kohle kommt – allerdings nur noch ins Museum

Essen Im April 2018 eröffnet die Riesen-Schau „Das Zeitalter der Kohle“ auf der Essener Kokerei Zollverein. Wird es ein Abgesang auf die Vergangenheit?mehr...

Osthaus-Museum

Russische Künstler zeigen ihre geballte Kreativität

Hagen. Wer die Ausstellung „Russische Kunst heute“im Osthaus-Museum genießen will, braucht vor allem eines: Zeit. Jedes der 180 Werke ist der Betrachtung wert.mehr...