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Revue "Höchste Zeit"

Vier lustige Damen im Hochzeitsrausch

DORTMUND Ein Karriereweib, eine junge Frau, eine feine Dame und eine Hausfrau stecken in den Wechseljahren. Darum ging's in der temporeichen Theater-Revue "Heiße Zeiten". "Höchste Zeit - Vier Heldinnen im Hochzeitsrausch" ist die Fortsetzung und als Weihnachtsbespielung (25.bis 31.12.) im Konzerthaus Dortmund zu sehen. Fabian Paffendorf sprach mit der Schauspielerin Sabine Urig (54, Foto).

Vier lustige Damen im Hochzeitsrausch

Die temporeiche Revue „Höchste Zeit – Vier Heldinnen im Hochzeitsrausch“ ist die Weihnachtsbespielung im Konzerthaus Dortmund.

Frau Urig, Freundinnen im Hochzeitsstress - das hört sich an, als wenn es ein Stück für den Mädelsabend ist. Sollten die Besucherinnen ihre Männer lieber zuhause lassen? Nein, die Herren dürfen auf jeden Fall mit. Das Thema Heirat geht schließlich alle an und ist immer aktuell. Auch wenn es um Mädels geht, spielen die Jungs natürlich eine große Rolle. Bei "Höchste Zeit" gibt es auch für die Männer viel zu lachen.

Wir haben es jetzt schon einige Zeit am Hamburger St. Pauli-Theater gespielt, da gehören auch Gesellschaften von Junggesellenabschieden regelmäßig zum Publikum. Die haben auch Spaß. Im besten Fall haben die Herren dann nachher Stoff für Gespräche mit ihren Frauen.

Das Vorgängerstück "Heiße Zeiten" zu kennen, ist aber keine Voraussetzung, um Spaß zu haben? "Höchste Zeit" funktioniert auch ohne dass man den Vorgänger kennt. Es wird aber auch wieder viel gesungen und getanzt. Außerdem haben wir eine super Live-Band mit am Start. Und tolle Lieder, die die Gefühlswelten der Figuren behandeln. Das Ganze ist aber kein Musical. Viel mehr ein Singspiel, das Elemente des Kabaretts beinhaltet.

Regie führt Gerburg Jahnke, die als Ex-Mitglied der Missfits manchen bekannt sein dürfte. Genau. Dadurch, dass sie quasi ein alter Hase im Kabarettbereich ist, weiß sie genau, wie das Stück funktioniert. Sie hat einen Plan, weiß wie Pointen gesetzt werden müssen. Für mich als Schauspielerin ist die Komik die Königsklasse des Schauspiels. Und da braucht es jemanden, der die Inszenierung auch voll im Griff hat und etwas vom Timing versteht. Frau Jahnke kann mitunter sehr streng sein - und das ist auch gut so.

Sie spielen eine Hausfrau in "Höchste Zeit". Wie viel Hausfrau steckt denn in Ihnen selbst? Nichts. Ich bin Single, habe keine Kinder und bin viel in der Welt unterwegs. Mein Typ, meine Ausstrahlung wird gerne als Hausfrau besetzt. Aber Figuren, die ganz anders sind als ich, machen Spaß und sind besonders herausfordernd. Das war ja schon so, als ich damals die Hilde in der Serie Familie Heinz Becker gespielt habe. Da war ich 35.

In "Höchste Zeit" bin ich die treu sorgende Ehefrau, die ihrem Mann gerne die Wäsche hinterherräumt. Ich halte die Freundinnen-Clique zusammen, bin deren Motor. Meine Rolle ist ein Plädoyer für die Langzeitehe, in guten und in schlechten Zeiten. Sie zeigt auf, wie es nach all den gemeinsamen Jahren noch laufen kann.

In "Höchste Zeit" geht es auch um den perfekten Heiratsantrag. Wie müsste denn der für Sabine Urig aussehen? Da habe ich noch nie irgendwelche Vorstellungen gehabt. Heiraten ist für mich nicht wichtig. Ein gutes Team zu sein, die Lebensfreude und Begeisterung mit jemandem teilen zu können schon.

Extrem beeindruckt hat Sie ja auch das Team vor und hinter der Kamera als Sie in Wes Andersons Film "Grand Budapest Hotel" mitgespielt haben. Absolut. Das war großartig. Ich hatte sieben Drehtage, spielte die Schwester von Adrien Brody. Das war der Wahnsinn, zusammen am Set mit Ralph Fiennes, Edward Norton, Harvey Keitel und Tilda Swinton zu sein.

Hatte der Auftritt in dem Film auch noch weitere internationale Angebote für Sie nach sich gezogen? Nur ein Casting im letzten James-Bond-Film und das hat nicht geklappt. Auch wenn man glauben könnte, dass da im Nachhinein jetzt die großen Angebote aus Hollywood kommen müssten, war das nicht so.

Das ist aber auch nicht weiter schlimm, denn dadurch, dass ich wechselnd vor der Kamera oder auf der Bühne arbeite, bin ich freier. Film und Theater sind zwei grundverschiedene Arbeitssituationen. Dreharbeiten sind minimalistischer. Wer vor der Kamera gut ist, ist noch lange kein guter Bühnenschauspieler und umgekehrt. Ich freue mich, wenn ich beides tun kann.

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