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"War Dogs" im Kino

Zwei Bubis werden Waffenhändler

Selbst wenn im Abspann eingeräumt wird, dass der Film manches ausschmückt: Es bleibt eine Geschichte aus dem Tollhaus, und sie ist wahr. Zwei Bubis mit wenig mehr als Rechner und Smartphone ergattern dicke Aufträge vom Pentagon und steigen in die erste Liga der Waffenhändler auf. "War Dogs" heißt der neue Film von "Hangover"-Regisseur Todd Phillips.

Zwei Bubis werden Waffenhändler

Jonah Hill als Efraim demonstriert gern, was er zu verkaufen hat.

Zwei Schlawiner starten durch im Business der Rüstungskonzerne. Sie sahnen kräftig ab, fliegen hoch und höher und landen am Ende auf der Schnauze.

Keine beißende Satire

Phillips hätte eine beißende Satire über den Schlendrian in der Armee drehen können, mit Holzköpfen, die auf frisierte Papiere und getürkte Bücher herein fallen. Hat er aber nicht. Phillips wählt die Posse, den Jux mit Revue-Charakter. Er will unterhalten, nicht moralisieren.

In weiten Teilen ist "War Dogs" ein Kumpel-Film. Jonah Hill gab früher den Dickmops vom Dienst, war Amerikas Pendant zu Axel Stein (als der noch pummelig war), hat sich aber seit "Wolf Of Wallstreet" in Richtung Charakter gemausert. Hier spielt er Efraim Diveroli, ein Großmaul, das einen Freund bequasselt, er möge in die Firma einsteigen.

 

David (Miles Teller) sagt ja, ab geht die Post. Im Internet sammeln die Jungs kleinere Aufträge ein, Gasmasken, Schutzwesten. 5000 Pistolen, die David und Efraim nach Bagdad karren, bedeuten den Durchbruch. Der Rubel rollt.

Party, Porsche, Pulver für die Nase. Das interessiert mehr als Elend und Krieg. Die Realität in Albanien, wo die Jungs tonnenweise Munition kaufen, bleibt Hintergrund-Folie. Bradley Cooper spielt den wirklich bösen Buben, unser Duo ist wie Max und Moritz, Strolche und dumme Jungs. Bei diesem Fokus verkümmert das Satirische und Entlarvende, überlagert wird es von einer Schelmen-Geschichte. Die ist immerhin flott erzählt, verschenkt aber viel an möglicher Tiefe.

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