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Fußball

Integration auf dem Platz beim BSV Fortuna

DORTMUND Flüchtlinge und Fußball? So richtig angekommen ist das Thema noch nicht in den heimischen Klubs. Projekte gibt’s in Dortmund, sind aber eher selten – oder werden abgebrochen. Es gibt zahlreiche Hürden und viele Vorbehalte. Doch das wollte der BSV Fortuna nicht als Ausrede gelten lassen.

Integration auf dem Platz beim BSV Fortuna

Lässt nichts durchgehen: Trainer Matthias Tischler (l.) beobachtet das Training auf der Anlage des BSV Fortuna 58.

Seit mehr als einem Jahr gibt es dort eine Flüchtlingsmannschaft, der „BSV United Colours 58“. Eigentlich hatte man vor einem Jahr ganz andere Ziele beim BSV Fortuna. „Das sollte ein ganz normales Integrationsprogramm für Kinder werden. In Kooperation mit der damaligen Notunterkunft Kreuzstraße wollten wir Kindern aus geflüchteten Familien die Chance bieten, kostenlos am Training unserer Jugendmannschaften teilzunehmen“, erinnert sich Sandra Klempert, die sich selbst als „Türöffnerin des BSV Fortuna 58“ bezeichnet und dem Jugendvorstand angehört. Doch schnell wurde klar. „Aufgrund der Vielzahl der Menschen war eine Eingliederung in bestehende Mannschaften nicht möglich. Und so reifte die Idee einer eigenen Mannschaft“, erinnert sich Sandra Klempert.

Statt Kinder waren es die sogenannten „unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden“, auch als UMA bekannt, die den Start wagten. 41 junge Männer aus Syrien, Eritrea, Afghanistan, Nigeria und dem Irak. „Das Feedback aus dem gesamten Verein war fantastisch. Es waren alle sofort dabei, haben Trikots besorgt oder Schuhe“, lobt Klempert die Begeisterung im Verein. Natürlich gab es die gängigen Klischees: undiszipliniert und unpünktlich. „Doch das hat sich alles gelegt. Wir beginnen pünktlich um 19 Uhr. Die Jungs sind da, wollen Fußball spielen, sind ehrgeizig“, erklärt Trainer Philipp Rose. Dass von den 41 gestarteten nur noch 15 übrig sind, hat einen klaren Grund: der amtlich verordnete Wohnortwechsel.

Physisch sehr stark

Jeden Montagabend wird trainiert auf dem Aschenplatz an der Kuithanstraße. Die Leitung haben die beiden ehrenamtlichen Trainer Matthias Tischler und Philipp Rose. „Die Unterschiede zu den deutschen Spielern sind nicht so groß, wie man vielleicht annimmt. Physisch sind alle United-Spieler sehr stark. Die meisten könnten auch 100 Minuten statt 90 spielen. Technisch gab’s noch Aufholbedarf. Nur ein Spieler aus Aleppo hatte vorher auch in einem Verein gespielt und war technisch richtig gut“, so Rose.

DORTMUND Es war kein ganz gewöhnliches Hallenfußballturnier, das da am Samstag in Scharnhorst stattfand. Worauf nicht nur die Namen der beteiligten Mannschaften hindeuteten. Neben dem SuS Derne I und II nahmen auch die Derner Allstars, der FC Bobby, FC Marlboro und FC Davidoff mit.mehr...

Natürlich sei der Ehrgeiz vorhanden, den Aufstieg in die 1. oder 2. Mannschaft des BSV Fortuna zu schaffen. Ein Spieler aus Syrien und einer aus Palästina hätten es schon geschafft. „Aber unser Ziel ist, dass noch weitere Spieler hochkommen. Die Jungs wollen zwei bis dreimal pro Woche trainieren“, so Rose.

Mehr als nur Sport

Der Spaß am Fußball ist mehr als nur Sport. Es ist gelebte Integration. So wie bei Majid aus dem Irak, 16 Jahre alt und am Anfang voller Berührungsängste. „Er hat innerhalb von einem Jahr richtig gut Deutsch gelernt, ist voll integriert und spielt jetzt sogar in unserer B-Jugend“, so Sandra Klempert. Ein weiterer Beweis dafür, dass Initiativen wie die des BSV Fortuna helfen, den Neuankömmlingen ungemein dabei helfen, Freundschaften zu schließen, die Sprache zu lernen und sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Die Verständigungsprobleme von vor einem Jahr gehören längst der Vergangenheit an: „Jetzt läuft alles“, so Matthias Tischler.

Auf dem Platz und auch außerhalb. So wie bei der Weihnachtsfeier im Vorjahr. Sandra Klempert: „Da wurde deutsche und arabische Musik gespielt, zusammen gekocht. Syrisch, irakisch und deutsch. Da hat sich gezeigt: Vor diesen Jungs muss keiner Angst haben.“

Der BSV in Zahlen




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