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Fußball: Oberliga Westfalen

Sportlich attraktiv - aber wirtschaftlich riskant

Dortmund Wie geht es weiter mit der Oberliga Westfalen, nachdem mit dem TSV Marl-Hüls und dem SC Hassel bereits zwei Klubs das Handtuch geworfen haben? Von den Abmeldungen sind nicht nur Marl-Hüls und Hassel betroffen, sondern - zumindest indirekt - alle Vereine der Oberliga. Der Verband denkt nun über Änderungen nach.

Sportlich attraktiv - aber wirtschaftlich riskant

Aplerbecks Philipp Rosenkranz (r.) im Spiel gegen Hassel. Die Partie wurde hinterher aus der Wertung genommen. Foto: Foltynowicz

Für den ASC 09 und den FC Brünninghausen könnte es in dieser Saison kaum besser laufen. Doch das westfälische Fußball-Oberhaus als solches befindet sich in einem Zustand, der Anlass gibt zu größter Besorgnis, nachdem genau einen Monat nach dem TSV Marl-Hüls auch der SC Hassel vergangene Woche seine Mannschaft von Spielbetrieb zurückgezogen hat.

Sieben statt neun Spiele

Die ursprünglich 18 Klubs umfassende Liga macht - nach derzeitigem Stand - bis Ende Mai mit 16 Teams weiter. Und mit einem Rumpfprogramm von nur sieben statt neun Partien pro Spieltag, weil sich mitten in der Saison ein neuer Spielplan nicht erstellen lässt, somit jede Woche zwei Mannschaften zum Zuschauen verurteilt sind.

Und den Vereinen gehen ein bis zwei Einnahmen verloren, was Thomas Brümmer, Geschäftsführer des FC Brünninghausen, als ärgerlich empfindet: „Das betrifft uns angesichts der leider eher geringeren Zuschauerzahlen zwar nicht so sehr. Aber andere Klubs, die bei ihren Heimspielen in der Regel deutlich mehr Fans mobilisieren, kann das schon sehr hart treffen.“

Finanzielle Nöte bekannt

Der gerade vollzogene Rückzug eines zweiten Vereins sorgt bei allen anderen für eine höchst unbefriedigende Situation - und wirft Fragen auf. Zum Beispiel diese: Hat ein Verband im Vorfeld die Möglichkeit, durch gezielte Kontrollen seiner Klubs ein solches Szenario zu verhindern oder zumindest die Gefahr einer vorzeitigen Aufgabe zu reduzieren? Die finanziellen Nöte des SC Hassel beispielsweise waren schon während der vergangenen Saison in der Szene bekannt. Im Sommer hatten dann nahezu alle Leistungsträger den Verein verlassen, ein sportlicher Absturz schien programmiert.

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Reinhold Spohn, Vorsitzender des Verbands-Fußballausschusses und Staffelleiter sowohl der Regionalliga als auch der Oberliga Westfalen, sagt dazu deutlich: „Wir haben, anders als noch vor Einführung der damaligen NRW-Liga, in der Oberliga Westfalen kein Lizensierungsverfahren. Damit fehlt uns als Verband auch die Möglichkeit, den Vereinen im Vorfeld auf die Finger zu schauen. Aber über eine Änderung nachzudenken, ist nach den jüngsten Ereignissen um Hüls und Hassel ganz sicher nicht verkehrt. Und dahin gehende Gedankenspiele gibt es auch schon.“

Vereine in der Pflicht

Unabhängig davon aber sieht Spohn vor allem die Vereine in der Pflicht: „Der eine oder andere Klub muss sich sicherlich die Frage stellen: Habe ich alles richtig gemacht oder ist das Risiko möglicherweise zu groß? Solche Entscheidungen liegen eindeutig in der Eigenverantwortung der Vereine.“ Trotzdem sieht Thomas Brümmer bisweilen auch den Verband gefordert: „Wir hätten uns in der vergangenen Saison im Fall Gütersloh ein früheres Eingreifen gewünscht. So hingen viele in den Abstiegskampf verwickelte Klubs in der Luft. Bis zuletzt wusste doch niemand, wie die Sache ausgehen würde.“

Hüls und Hassel schafften die sportliche Qualifikation für die aktuelle Oberliga-Saison ohne Probleme, ehe sie schon in der ersten Hälfte der neuen Spielzeit die Reißleine gezogen haben. Wären sie das Wagnis nicht eingegangen, hätten andere in der Liga verbleiben können - wie SuS Neuenkirchen oder Roland Beckum, die den Klassenverbleib nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber dem ASC 09 verpasst hatten.

„Sportlich nicht geschafft“

Trainer Tobias Wehmschulte, der mit Neuenkirchen den Weg in die Westfalenliga 1 angetreten hat, verfolgte den „Fall“ Hassel aus der Distanz und sagt: „Ich kenne zwar die finanzielle Situation nicht. Aber wenn solche Probleme damals schon absehbar waren, ist das sicherlich nicht richtig und aus unserer Sicht sehr ärgerlich, dass man dort trotzdem weiter gemacht hat.“ Man sollte, so Wehmschulte weiter, nur in einer Liga spielen, die man sich auch leisten kann. Dieses Prinzip beherzige auch sein Verein. Die Schuld für Neuenkirchens Abstieg sucht er indes keineswegs beim SC Hassel: „Wir haben es sportlich nicht geschafft und das daher selbst zu verantworten.“

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Wissend, dass es auch sein Team beinahe getroffen hätte, zeigt Aplerbecks Trainer Adrian Alipour ehrliches Mitgefühl für die Konkurrenten und schickt gleichzeitig harsche Kritik in Richtung Hassel: „Ich empfinde das als enorme Unsportlichkeit. Da geben sie nach der Saison fast 20 Spieler ab, holen so viele Neue und versprechen, ein konkurrenzfähiges Team zu stellen. Hätte Hassel sich ordentlich verhalten und verzichtet, wäre ein angenehmer, traditionsreicher Verein wie SuS Neuenkirchen in der Liga geblieben. Und auch für die Liga ist es nicht gut, wenn jetzt schon zwei Absteiger feststehen.“

Spieler stehen ohne Verein da

Im aktuellen Beispiel des SC Hassel müssen sich die Spieler nun mitten in der Saison einen neuen Verein suchen. „Das“, sagt Thomas Brümmer, „ist aus meiner Sicht das Schlimmste an einem solchen Rückzug. Leidtragender ist zuallererst immer der Spieler, der nichts dafür kann…“

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