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Boxen

Hamburg, Tor zur Welt

Dorsten Die Große Freiheit in Hamburg war schon für manchen Boxer Sprungbrett zu einer großen Karriere. Der Dorstener Ilias Essaoudi hofft, der nächste zu sein.

Hamburg, Tor zur Welt

Der Moment, in dem sich die Spannung entlädt: Der Ringrichter hebt Ilias Essaoudis Arm. Der Dorstener hat gesiegt.

Ilias Essaoudi ist den nächsten Schritt in seiner Box-Karriere gegangen. Der Sieg gegen Kassim Ouma aus Uganda hat ihn seinem Ziel, für die ganz großen Verbände der Szene zu kämpfen, ein gehöriges Stück näher gebracht.

In der Hamburger Disco „Große Freiheit 36“ entschied der Superweltergewichtler vom Team Assassin den Kampf am Sonntag nach Punkten eindeutig für sich. Sechs der insgesamt acht Runden hatten die Kampfrichter auf ihren Zetteln für den 28-jährigen Dorstener notiert.

„Ich bin gut reingekommen und habe die ersten beiden Runden gewonnen“, berichtete Essaoudi. Doch dann folgte ein kleines Loch. „Da hab ich vielleicht zuviel Respekt vor Ouma gehabt“, meinte der Dorstener. Denn sein Gegner war alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Die große Zeit des 38-Jährigen liegt zwar schon einige Jahre zurück, doch Erfahrung bringt der IBF-Weltmeister von 2004 noch jede Menge mit in den Ring. Und Nehmerqualitäten. „Ich hab mich gewundert, wieviel er einstecken kann“, zollte Ilias Essaoudi Ouma großen Respekt. Runde drei und vier musste er dem Mann aus Uganda überlassen, doch dann drehte er wieder auf und holte sich die letzten vier Runden und damit den verdienten Sieg.

Doch nicht nur deshalb wird ihm der Kampf unvergesslich bleiben: „Die Große Freiheit in Hamburg − das ist schon was ganz Besonderes. Das ist Boxgeschichte. Und die Beatles haben auch schon hier gespielt.“ Die 15 mitgereisten Dorstener Fans hätten zudem das übrige Publikum mitgerissen und für eine einzigartige Atmosphäre gesorgt. „Das“, so Essaoudi, „sind die Kämpfe, die einen auch als Persönlichkeit voranbringen.“

Allerdings hatte der Hamburg-Trip auch für seine weitere sportliche Laufbahn großen Wert. Denn der Fight gegen Kassim Ouma war ein Ausscheidungskampf des World Boxing Council (WBC). Als Sieger darf Ilias Essaoudi nun gegen dessen Superwelter-Weltmeister Jermell Charlo (USA) antreten.

Ort: erneut Hamburg. Datum: 7. April. Die Verträge sollen in den nächsten zwei bis drei Wochen unterschrieben werden.

Doch bevor die Vorbereitung auf diesen nächsten Meilenstein beginnt, will sich Ilias Essaoudi erst einmal ein wenig Ruhe gönnen: „Ich bin jetzt quasi seit Juli in der Vorbereitung gewesen, weil der Ouma-Kampf zunächst für September geplant war. Ich habe zuletzt mit Kapselrissen in den Händen trainiert, jetzt mache ich vier, fünf Wochen Pause.“ Er hat‘s verdient.

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