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Triathlon

Hawaii war Traum und Albtraum zugleich

GAHLEN Hawaii-Ironman werden – der Traum vieler Triathleten. Britta Falkenstein aus Gahlen ist es jetzt. Obwohl sie nie davon geträumt hat.

Hawaii war Traum und Albtraum zugleich

Das Schwimmen lief unerwartet gut. Dafür wurden das Radfahren und das Laufen für Britta Falkenstein zur Qual. Doch am Ende stand der Moment des Triumphs, als sie nach 12:38:32 Stunden die Ziellinie überquerte. Fotos (3) privat

Hawaii hatte ich nie auf dem Schirm“, erzählt die 50-Jährige, die häufig auf dem Rennrad in Schermbeck und Umgebung zu sehen ist und ebenso oft dort ihre langen Trainingsläufe absolviert.

Im Frühjahr hatte die Langdistanz-Spezialistin, die erst vor wenigen Jahren ihre Leidenschaft für Triathlon entdeckte, den Ironman Lanzarote gefinisht und durch ihre super Platzierung völlig überraschend die Startberechtigung für Hawaii bekommen. Jubel im Verein, dem SV Gladbeck 13, bei Familie, Freunden und Nachbarn, Bedenken bei der Athletin selbst. Zur erwarteten körperlichen Belastung – große Hitze und extreme Luftfeuchtigkeit – kamen noch die Kosten. „Allein die Teilnahme-Gebühr betrug 950 Dollar.“ Dazu das Geld für Flüge und Apartment. Da war eine fünfstellige Summe schnell erreicht. Begleitet wurde sie von ihrer Nichte, Schwägerin und ihrem Mann Markus Falkenstein.

Hitze traf wie ein Hammer
Ihre Sorgen bestätigten sich im Wettkampfort Kailua-Kona. Die Hitze traf sie wie ein Hammer. „Auf der Radstrecke in der Wüste hatten wir morgens um 9 Uhr schon 37 Grad.“ Ihre Trainingsmotivation holte sie aus den vielen Nachrichten, die sie von Zuhause bekam. „Ich wollte sie doch alle nicht enttäuschen.“ Aber der Gedanke blieb: „Das schaffste nicht.“

Als sie schließlich am 14. Oktober frühmorgens in die Pazifikfluten stieg, fieberten ihre Fans beim Livestream im Internet mit. Obendrein schickte Markus Falkenstein immer wieder „Wasserstandsmeldungen“.

Das Schwimmen, eigentlich nicht ihre Paradedisziplin, verlief überraschend gut. Eine Stunde und 24 Minuten brauchte sie für die 3,8 Kilometer. „Ich war richtig entspannt im Wasser.“ Doch dann das Radfahren. Schon nach wenigen Kilometern kamen Rückenschmerzen. Mehrmals hielt sie an, stellte die Sattelhöhe um. 180 Kilometer quälte sie sich, über 1500 Höhenmeter, durch schattenlose Lavawüste, mit heftigsten Seitenwinden, bei denen viele stürzten. „Gefühlt wollte ich wohl 1000-mal aufgeben“, gesteht sie. Nach sechs Stunden und 50 Minuten waren auch diesen Qualen überstanden.

Ehemann blieb cool
Schließlich der Marathon. „Laufen ist eigentlich mein Ding“, erzählt sie. Doch in Kona lief es erst mal anders. An der Strecke, bei Kilometer fünf, warteten ihre Lieben. Markus Falkenstein hielt die Szene als Handyvideo fest. Ein Schock für die Daheimgebliebenen. „Ich schaff das nicht“, rief sie gequält ihrem Mann im Vorbeilaufen zu. Doch der blieb cool. „Du bist der Hammer, du schaffst das, Britta“, rief er ihr eindringlich zu.

Er sollte ja recht behalten. Doch zunächst blieben ihr noch über 37 Kilometer in der glühenden Hitze. Und in Einsamkeit. „Weiter draußen steht kein Mensch mehr am Straßenrand.“ Die letzten zwei Laufstunden sogar in der Dunkelheit. Hin und wieder traf sie weitere Athleten. „Viele von ihnen torkelten nur noch.“ Letztendlich gab ihr das aber noch mal Auftrieb. „Als ich merkte, dass ich einige überholen konnte, ging es besser.“ Mit einer respektablen Zeit von vier Stunden und 15 Minuten beendete sie den Marathon.

Im Ziel dann die ungeheure Erleichterung. „Es war ein tolles Gefühl, eigentlich nur noch mit der Geburt unseres Sohnes Nils zu vergleichen.“

Mittlerweile macht die Ausdauersportlerin schon wieder Pläne. Aber auf keinen Fall noch mal Hawaii. „Es war eine intensive Erfahrung, aber nicht unbedingt eine positive.“ Zum Ironman nach Klagenfurt möchte sie im nächsten Jahr, 2019 vielleicht sogar nach Südafrika. „Doch davon muss ich meinen Mann erst überzeugen, der muss auf jeden Fall mit, allerdings weiß er noch nichts von seinem Glück.“ Jetzt schon.

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