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1. FC Köln: Spinner und Co. haben den Schwarzen Peter

Köln. Die sportliche Bilanz hat unter dem langjährigen Erfolgstrainer Peter Stöger nicht mehr gestimmt. Für die Trennung von ihm müssen sich die Verantwortlichen des 1. FC Köln aber deutliche Kritik gefallen lassen. Und nicht nur dafür.

1. FC Köln: Spinner und Co. haben den Schwarzen Peter

Peter Stöger wurde nach nach vier Jahren als Trainer beim 1. FC Köln entlassen. Foto: Marius Becker

Die Fans sind verärgert, erste Medien fordern einen Rücktritt des Präsidenten, die Vereins-Ikone äußert aus Japan ihr Unverständnis: Nach der Trennung vom beliebten Trainer Peter Stöger haben die Vereinsbosse des 1. FC Köln den Schwarzen Peter.

„So geht man nicht miteinander um“, schrieb der Ur-Kölner Lukas Podolski in seiner Kolumne in der „Fußball Bild“. „Das kann man anders lösen, jetzt gibt es nur Verlierer“, ließ der Weltmeister wissen. Überhaupt sei beim FC „in den letzten Wochen doch einiges schief gelaufen“.

Fans machten ihrem Unmut in sozialen Netzwerken Luft, in den Medien ist die Stimmungslage eindeutig. In die Kritik zu geraten für die Entlassung des Trainers, der die schlechteste Zwischenbilanz der Bundesligahistorie nach 14 Spieltagen zu verantworten hat, muss man erst einmal schaffen. „Offenbar können wir es im Moment nur falsch machen“, sagte Vizepräsident Toni Schumacher kürzlich in einem „kicker“-Interview.

Das Ganze ist irgendwie aber auch selbst verschuldet. Zwar haben der Vorstand und Geschäftsführer Alexander Wehrle am jahrelangen Aufschwung einen ähnlich hohen Anteil wie Stöger und der ehemalige Sportchef Jörg Schmadtke. Allerdings gaben sie in der Krise durch Zick-Zack-Kurse, taktische Fehler und Indiskretionen keine gute Figur ab. „Im Nachhinein ist man immer klüger“, sagte Vereinspräsident Werner Spinner dazu lapidar.

Wehrle sagte auf der vereinseigenen Homepage, es sei „eine außergewöhnlich positive Zeit“ mit Stöger gewesen. Allerdings berichtete er von erstmaligen „Tendenzen im Innenverhältnis der Mannschaft, die nicht gut waren“. Wehrle sagte mit Bezug auf ein klärendes Gespräch mit Stöger: „In einer massiven Krise wie unserer ist es nun einmal leider so, dass Konflikte, die in guten Zeiten nicht der Rede wert sind, plötzlich riesig wirken.“

Auch intern gibt es in der Führungsspitze des in der Liga abgestürzten Europa-League-Teilnehmers Spannungen. „Wir müssen mal über unsere Gremienarbeit nachdenken“, sagte Spinner. „Was alles an die Öffentlichkeit gekommen ist, ist wirklich bedenklich.“ Interimstrainer Stefan Ruthenbeck fing sich einen Rüffel ein, weil er seinen Aufstieg vor seinen U19-Spielern ankündigte. Kurz darauf dementierte er die Ausführungen Spinners öffentlich.

In der Pressekonferenz widersprachen sich Spinner und Wehrle teilweise auf seltsame Art. Wehrle versicherte, man habe mit Sportchef-Kandidat Horst Heldt „nur einmal“ gesprochen, Spinner berichtete von einem ersten Kontakt und „folgenden Gesprächen“.

Die Gründe für das Durcheinander liegen offenbar in der Vakanz in der Sportlichen Leitung, Wunschkandidat ist aktuell Dietmar Beiersdorfer. Als Trio hinter einem starken Sportchef Schmadtke und einem erfolgreichen Trainer Stöger wurde der Vorstand jahrelang gelobt. Durch Schmadtkes Abgang verschoben sich die Pflichten, intern und öffentlich. Und vor allem dort agierten Schumacher und Spinner ebenso ungeschickt wie Finanz-Fachmann Wehrle.

Beim vier Jahre ausgesprochen erfolgreichen Stöger verpassten die Bosse sinnvolle Zeitpunkte für eine Trennung oder öffentliche Bekenntnisse. Am Ende ließen sie sich vom Coach sogar das Heft des Handelns aus der Hand nehmen. Stöger prangerte den Eiertanz an und schrieb den Bossen einen Werteverfall zu.

Im Fall von Heldt ließen sie sich offenbar instrumentalisieren und bestätigten das Interesse. Schumacher sprach öffentlich über interne Probleme bei Hannover. Dann verzettelten sich Wehrle und Spinner in einem öffentlichen Disput mit Heldt, wer wen kontaktiert habe und trugen Details vertraulicher Gespräche nach außen.

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