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Afrika-Trio jubelt über WM-Ticket - Krawalle in Brüssel

Brüssel. Nach der ersten WM-Qualifikation Marokkos nach fast 20 Jahren artet die Feier im Brüsseler Stadtzentrum in Ausschreitungen aus. Die Sicherheitskräften stehen in der Kritik.

Afrika-Trio jubelt über WM-Ticket - Krawalle in Brüssel

Bauzäune liegen vor Einsatzkräften der Polizei in Brüssel auf der Straße. Foto: Camille Del/BELGA

Bei gewalttätigen Ausschreitungen im Brüsseler Stadtzentrum nach der Qualifikation von Marokko für die Fußball-WM 2018 sind in der Nacht auf den 12. November 22 Polizisten verletzt worden.

Rund 300 Menschen seien beteiligt gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Polizei. Sie setzten Autos in Brand und plünderten Geschäfte. Anwohner und Händler kritisierten den Einsatz der Sicherheitskräfte als zu zögerlich.

Die Zusammenstöße ereigneten sich demnach kurz nach dem Spiel Marokkos gegen die Elfenbeinküste. In Brüssel leben zahlreiche Einwanderer aus Nordafrika. Marokko hatte die von dem Belgier Marc Wilmots trainierte Elfenbeinküste in Abidjan mit 2:0 besiegt. Das nordafrikanische Land nimmt zum fünften Mal und erstmals wieder seit 1998 an einer Weltmeisterschaft teil. Das Turnier ist im nächsten Sommer in Russland. Die Spieler haben das hervorragend gemacht. Das WM-Comeback wird außergewöhnlich, das ist ein unvergesslicher Moment“, sagte der französische Trainer Renard.

Ganz anders war die Stimmungslage bei Ex-Bundesligaprofi Wilmots: Den Belgier könnte das Scheitern mit der Elfenbeinküste, die damit die vierte WM-Teilnahme in Serie verpasste, den Job kosten. „Das ganze Land ist enttäuscht. Es war der Traum, die vierte WM nacheinander zu spielen“, sagte Wilmots. Ob er den eingeleiteten Generationswechsel als Coach weiter begleiten wird, ist offen. „Ich habe in den letzten sechs Monaten viel Zeit damit verbracht, ein Team auszubauen“, sagte Wilmots. „Ich werde sehen, was die Zukunft bringt.“

Nach den Krawallen in Brüssel wurde ein Passant mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Die Randalierer schlugen zudem Schaufenster ein. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, um die Menge zu zerstreuen. Festgenommen wurde zunächst niemand. Eine halbe Stunde nach Mitternacht kehrte den Angaben zufolge langsam wieder Ruhe ein. Die Polizei leitete Ermittlungen ein und wollte Bilder von Überwachungskameras auswerten. Auch die Höhe der Schäden war unklar.

„Inakzeptable Aggressionen im Zentrum von Brüssel“ teilte der belgische Innenminister Jan Jambon am Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter mit. „Das Zusammenleben setzt Respekt voraus, auch für die Polizisten, die sich Tag und Nacht für unsere Sicherheit einsetzen.“ Sein Sprecher erklärte zudem, der Minister sei verwundert, dass niemand festgesetzt worden sei.

Premierminister Charles Michel lobte hingegen die Polizei, die mit der „nötigen Gelassenheit“ reagiert hätten. Ein Polizeisprecher erklärte, die Einsatzkräfte seien von der Schnelligkeit überrascht worden, mit der einige Randalierer die Geschäfte geplündert hätten. Der Einsatz solle nun aufgearbeitet werden.

Die Sicherheitslage in Belgien und vor allem in der Hauptstadt Brüssel steht spätestens seit den Terroranschlägen vom 22. März 2016 immer wieder im Fokus. Damals rissen islamistische Selbstmordattentäter am Flughafen und in der U-Bahn 32 Menschen mit in den Tod. Auf den Straßen der belgischen Hauptstadt patrouillieren wegen erhöhter Terroralarmstufe bereits seit 2015 Soldaten. Sie haben allerdings keine polizeilichen Befugnisse.

Jubel gab es in Tunesien. Dem Team von Trainer Nabil Maaloul reichte ein 0:0 gegen Libyen, um sich nach 1978, 1998, 2002 und 2006 zum fünften Mal für eine WM-Endrunde zu qualifizieren. Bereits am Freitag hatte Senegal das WM-Ticket gelöst. Das erfreute auch Staatspräsident Macky Sall. „Sie haben mit Mut und Entschlossenheit die Nationalflagge gehisst“, würdigte er die Kicker von Nationaltrainer Aliou Cissé, der 2002 bei der ersten WM-Teilnahme als Spieler dabei war. „Das ist ein großer Moment“, sagte Cissé.

Spannend bleibt das Playoff-Rennen zwischen Honduras und Australien, Neuseeland und Peru sowie Dänemark und Irland. Alle drei Hinspiele endeten torlos.

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