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Ai Weiwei bekommt einen Bambi

München. In China wurde er verfolgt, in Berlin hat Ai Weiwei eine neue Heimat gefunden. Mit seinen Arbeit setzt der Konzeptkünstler immer wieder Zeichen der Humanität.

Ai Weiwei bekommt einen Bambi

Der chinesische Künstler Ai Weiwei bei der Deutschlandpremiere seines Films „Human Flow“ in Berlin. Foto: Sophia Kembowski

Der Konzeptkünstler Ai Weiwei (60) erhält einen Bambi in der Kategorie „Mut“. „Ai Weiwei stellt die Humanität ins Zentrum seines Schaffens und prangert an, wo er sie bedroht sieht“, so die Jury zur Begründung.

Er sei der wichtigste chinesische Künstler der Zeit. Der Regimekritiker thematisiert in seinen Werken Verstöße gegen die Menschenrechte und kämpft gegen Unterdrückung und Zensur, wie Hubert Burda Media in München mitteilte.

Nach dem katastrophalen Erdbeben in China 2008 veröffentlichte er die 5335 Namen der Kinder, die wegen nicht erdbebensicher gebauter Schulen ums Leben gekommen waren. Repressalien und Polizeigewalt waren die Folge. Er habe sich danach auch von einer grundlosen Inhaftierung nicht einschüchtern lassen, so die Jury weiter.

Am Tag der Preisverleihung kommt Ai Weiweis erster Film „Human Flow“ in die Kinos, eine Dokumentation zur weltweiten Migration aus der Perspektive eines Künstlers. „Sein Film ist viel mehr als eine informative Dokumentation. Er ist eine fesselnde und mutige Bestandsaufnahme vom Stand der Menschheit und der Menschlichkeit im frühen dritten Jahrtausend nach Christus“, erklärte die Bambi-Jury.

Ai Weiwei lebt und arbeitet seit 2015 in Berlin im Exil. Er ist Mitglied der Akademie der Künste und Ehrenmitglied der Royal Academy of Arts. Der Preis an ihn wird am Donnerstag, 16. November, in Berlin verliehen.

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