Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Kabelbrände vor G20-Gipfel

Auch am Dienstag noch Verspätungen bei der Bahn

NRW Knapp drei Wochen vor dem G20-Gipfel in Hamburg haben vermutlich extremistische Täter in mehreren Bundesländern Bahnanlagen in Brand gesteckt. Auch in Nordrhein-Westfalen kam es am Montag zu Zugausfällen und Verspätungen. Am Dienstag ist in NRW nur noch die Strecke zwischen Köln-Mülheim und Opladen betroffen.

/
Die Polizei und der Staatsschutz untersuchen Brandanschläge auf Bahnanlagen in ganz Deutschland.

Bei der Bahn kommt es heute zu Verspätungen.

Update: 07.44 Uhr

Nach den Brandanschlägen auf mehrere Anlagen der Deutschen Bahn hat die Bundespolizei in der Nacht zum Dienstag die Gleisstrecken in Nordrhein-Westfalen besonders genau beobachtet. Die Strecken seien unter anderem mit einem Hubschrauber abgeflogen worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Dortmund. Zu den in der Nacht zum Montag verübten Anschlägen gebe es keine neuen Erkenntnisse. Die Ermittlungen dauerten an.

Verspätungen gibt es auch am Dienstagmorgen noch. Zwischen Köln-Mülheim und Leverkusen-Opladen werden die Fernzüge über eine Güterzugstrecke umgeleitet. „Es kommt zu Verspätungen im Minutenbereich“, sagte ein Bahn-Sprecher am Dienstagmorgen in Berlin. Wann die Umleitung aufgehoben werden könne, sei noch unklar. Hier können Sie die aktuellen Abfahrtszeiten Ihrer Bahn nachschauen:

NRW Einer der ersten Blicke aufs Handy am Morgen geht bei vielen Pendlern auf die Abfahrtszeit ihres Zuges in der Bahn-App. Und dann noch einmal auf die Anzeigentafel am Bahnhof. Damit müssen Sie aber nicht mehr bis zur Bahnhofshalle warten: Hier gibt es die Bahnhofstafel für viele Bahnhöfe der Region virtuell aufs Smartphone.mehr...

Meldung von Montag

Bundesweit soll es nach Angaben der Bundespolizei nach einem ersten Überblick insgesamt 12 mutmaßliche Anschläge auf Bahnstrecken gegeben haben. Ziel waren vor allem Kabel, die angezündet wurden. Täter wurden bislang nicht gefasst. In Nordrhein-Westfalen waren nach Angaben eines Bahn-Sprechers die Bahngleise in Bochum-Langendreer zwischen Bochum und Dortmund betroffen. Bei den Zügen der Linien RE1, RE5, RE6, RE11, S2 und S6 sowie im Fernverkehr kam es nach Angaben der Deutschen Bahn zu Verspätungen und Zugausfällen, die Züge mussten umgeleitet werden. 

Brandbeschleuniger eingesetzt

Nach ersten Erkenntnissen der Bundespolizei Dortmund hatten Unbekannte hier in der Nacht zum Montag Kabel angezündet. Vermutlich sei Brandbeschleuniger verwendet worden, sagte eine Sprecherin. Dabei seien unter anderem Signalkabel beschädigt worden. Der Staatsschutz ermittelt. 

Auch auf der Bahnstrecke zwischen Köln und Düsseldorf musste wegen Schäden an der Strecke der Regionalexpress RE1 zwischen Köln Hbf und Düsseldorf Hbf über Dormagen umgeleitet werden. Reisende sollten auf den RE5 oder RE6 ausweichen. Am Nachmittag normalisierte sich der Bahnverkehr wieder. Im Fernverkehr und auf den Linien des RE6 und des RE1 kam es zwischen Köln und Düsseldorf weiterhin zu leichten Verspätungen. Insgesamt vier mutmaßliche Anschläge auf Bahnstrecken hat es in NRW gegeben, erklärte ein Bahn-Sprecher am Montagnachmittag: In Bochum-Langendreer, Leverkusen-Opladen, bei Köln und in Horrem, nahe Köln. Den Vorfall in Horrem habe man erst später, als die anderen drei entdeckt.

Staatsschutz ermittelt

Die Bundespolizei geht davon aus, dass diese Brandanschläge auf Täter aus dem extremistischen Spektrum zurückgehen könnten. Außerhalb von NRW waren Strecken in Berlin, Hamburg, Leipzig, Bad Bevensen (Niedersachsen) und Bremen betroffen. Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Polizei in den Ländern nahm die Ermittlungen auf.

Im Vorfeld des G20-Gipfels hatten Linksextremisten wiederholt Aktionen und Anschläge angekündigt. Am 7. und 8. Juli treffen sich Staats- und Regierungschefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern sowie Vertreter der EU. Nach Einschätzung des Operativen Abwehrzentrums (OAZ) der sächsischen Polizei haben die Vorfälle möglicherweise einen Bezug zum G20-Gipfel. Eine politische Motivation könne nicht ausgeschlossen werden und sei Gegenstand der weiteren Ermittlungen, teilte das OAZ mit. 

Polizei prüft Bekennerschreiben

Die Berliner Polizei geht einem möglichen Bekennerschreiben nach, das auf der Internetplattform „linksunten.indymedia.org“ aufgetaucht ist. Das Schreiben sei bei der Berliner Polizei bekannt und werde jetzt geprüft, sagte ein Sprecher am Montag. Aus Sicherheitskreisen hieß es, das mutmaßliche Bekennerschreiben passe ins „Raster“. Allerdings sei es noch zu früh zu sagen, ob dies tatsächlich authentisch sei. Indymedia versteht sich als offene Plattform zur freien Verbreitung von Informationen. In der Vergangenheit waren dort im Zusammenhang mit Bekennerschreiben zu Straftaten auch Fälschungen aufgetaucht. 

DORTMUND Kommt mein Zug pünktlich? Oder habe ich noch Zeit für einen Kaffee? Ein schneller Blick auf die Bahnhofstafel in der Wartehalle des Hauptbahnhofs gibt Aufklärung. Jetzt geht das auch online - bei uns.mehr...

Störungen zwischen Duisburg und Gelsenkirchen

Unabhängig von den Brandanschlägen kommt es am Montag auch zu Störungen im Bahnverkehr zwischen Duisburg und Gelsenkirchen. Hier haben sich Bauarbeiten der Bahn verzögert. Die Züge der RE2 und RE42 werden über Oberhausen Hbf und Essen-Altenessen umgeleitet. Die Halte Mülheim (Ruhr) Hbf und Essen Hbf entfallen. Das sind die Empfehlungen der Bahn: Reisende nach Mülheim (Ruhr) Hbf fahren ab Duisburg Hbf mit der Straßenbahn 901 (Fahrzeit: 22 Minuten) oder mit der S-Bahn S 1 in Richtung Mülheim (Ruhr) Hbf. Reisende nach Essen Hbf fahren bitte bis Essen-Altenessen und weiter mit der U-Bahn U 11, U 17 oder Straßenbahn 108. Die Fahrzeit beträgt 8 bis 11 Minuten.

Auch im nachmittäglichen Berufsverkehr wird es hier Behinderungen geben. "Voraussichtlich dauern die Bauarbeiten noch bis zum Abend", so der Bahnsprecher.

Mit Material von dpa

/
Die Polizei und der Staatsschutz untersuchen Brandanschläge auf Bahnanlagen in ganz Deutschland.

Bei der Bahn kommt es heute zu Verspätungen.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Urteil naht

13 Jahre Haft gefordert: Camperin vergewaltigt?

BONN 156 Monate Freiheitsentzug – das fordert die Staatsanwaltschaft im Fall gegen einen 31-Jährigen. Dieser soll im April in der Nähe von Bonn eine junge Frau bedroht und vergewaltigt haben. Am Donnerstag soll das Urteil fallen. Der Angeklagte hat zum Vorfall eine völlig andere Sichtweise.mehr...

Freundin erwürgt

Lebenslange Haft für Münsterländer Schausteller

Münster Es klingt wie die Geschichte aus einem Kriminalroman. Ein Kirmes-Schausteller verliebt sich in eine Besucherin. Dann bestiehlt er sie und bringt sie schließlich um. Unfassbar: Erst im Krankenhaus starb das Opfer. Zwischen der Tat und dem Tod beklaute der Schausteller aus Recke im Kreis Steinfurt seine Freundin erneut. Da kam das Urteil nun wenig überraschend.mehr...

Rockerclub verboten

Razzia bei den Hells-Angels: Keine Festnahmen

DÜSSELDORF Das NRW-Innenministerium hat am Mittwochmorgen das Hells Angels Chapter in Erkrath sowie deren Unterstützerorganisation Clan 81 Germany verboten. Bei mehreren Razzien in 16 Städten in NRW beschlagnahmten Polizisten daraufhin Motorräder, Waffen und Bargeld.mehr...

Überblick mit Fotos

Bilder des Tages: Rot gefärbte Hunde beißen nicht

Deutschland Emotional, spannend, lustig. Jeden Tag fangen Fotografen auf der ganzen Welt spannende Momente mit ihrer Kamera ein. Wir stellen hier unsere Lieblingsbilder vor und erzählen die Geschichte dazu.mehr...

Jamaika-Koalition

Union und FDP optimistisch nach erstem Treffen

BERLIN Nach dem ersten Treffen zwischen Union und FDP schauen beide Parteien optimistisch auf die kommenden Sondierungsgespräche. CDU-Generalsekretär Peter Tauber äußerte sich zuversichtlich über die Zukunft einer möglichen Jamaika-Koalition.mehr...

Erste Neuaufstellung bundesweit

AfD-Fraktion in Iserlohn ist jetzt "Blaue Fraktion"

ISERLOHN. Die AfD hat sich im Iserlohner Rat als „Blaue Fraktion“ nach dem Leitbild von Frauke Petrys „Blauer Partei“ neu aufgestellt. Dem Weg von Alexander Gauland und Co. will sie nicht folgen. Sie hat ganz eigene Ideen, wie die Politik innerhalb der Fraktion in Zukunft gemacht werden soll.mehr...