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St.-Marien-Hospital Lünen

Auf die Lunge geschaut

Die meisten Operationen an der Lunge geschehen wegen eines Tumorleidens. Doch eine Operation allein ist im Kampf gegen Lungenkrebs oft nicht ausreichend. Hinter einer Krebsbehandlung im Bereich der Lunge steckt weitaus mehr. Das Thoraxzentrum Lünen-Werne ist mit zwei Krankenhäusern und den angesiedelten Arztpraxen ein angesehener Spezialist im Ruhrgebiet.

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Von Jana Thiemann

Sämtliche notwendige Spezialisten unter einem Dach – „das gibt es sonst nur an einer Universitätsklinik“, sagt Dr. Bernward Grothaus-Pinke, Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie am Thoraxzentrum. Das Thoraxzentrum ist ein Verbund des St.-Marien-Hospitals in Lünen, des St. Christophorus-Krankenhauses in Werne und der niedergelassenen Ärzte rund um das Klinikum in Lünen.

Pro Jahr gibt es im St.-Marien-Hospital Lünen 150 Operationen an der Lunge. Obwohl jeder beteiligte Arzt ein Spezialist auf seinem Gebiet ist, arbeiten alle eng zusammen. Und das müssen sie auch. „Ein Patient durchläuft oft mehrere verschiedene Therapien, die miteinander kombiniert werden“, erklärt Dr. Roland Kurdow, Chefarzt der Chirurgischen Klinik in Lünen. „Es gibt Krebsarten, die direkt in der Lunge entstehen, und Metastasen, die Absiedelungen von Tumoren anderen Ursprungs sind“, so der Chefarzt. Manche Tumore könnten sofort operiert werden, andere jedoch müsse man erst vorbehandeln, damit sie operiert werden können. Schon das zeigt, dass ein Tumor oft nicht allein durch einen Chirurgen in einer Operation beseitigt werden kann – in vielen Fällen besteht die Therapie von Lungenkrebs aus einer Kombination von Operation und Chemotherapie, manchmal auch in Verbindung mit Strahlentherapie.

Patienten kommen mit ihren Beschwerden zum Beispiel zur Lungenpraxis von Dr. Andreas Globig und Ursula Grandjot nach Lünen – sei es Asthma, eine Raucherbronchitis oder eine chronische Krankheit. „Wenn ein Patient zum Beispiel ungewöhnlich viel Husten hat, machen wir eine Röntgenuntersuchung und testen die Lungenleistung. Wir finden heraus, ob es sich um eine Atemwegserkrankung handelt oder ob es tumorverdächtig ist“, sagt Andreas Globig.

Dr. Bernward Grothaus-Pinke ist Spezialist für ambulante Chemotherapien, seine Praxis liegt im Facharztzentrum direkt am Marienhospital in Lünen. Eine Chemotherapie wird meist als Tropf verabreicht, der Wirkstoff breitet sich also im ganzen Körper aus. Eine Strahlentherapie hingegen ist örtlich begrenzt, das Verfahren ist also, ebenso wie die Chirurgie, nur für eine örtliche Tumorkontrolle geeignet.

„Wir haben also verschiedene Wege, um einen Tumor zu bekämpfen“, sagt Grothaus-Pinke. „Als eine Möglichkeit können wir den Tumor mit einer Chemo- oder Strahlentherapie vorbehandeln, damit er kleiner wird. Das machen wir dann drei bis vier Monate lang, bis der Krebs operiert werden kann. Als zweite Möglichkeit haben wir die Nachbehandlung nach einer Operation – eine Chemo- oder Strahlentherapie gibt es dann ambulant. Und dann gibt es leider noch die Situation, dass ein Tumor gar nicht mehr operiert werden kann und der Krebs nicht mehr heilbar ist – dann bestrahlen wir ihn, um die Lebenszeit des Patienten noch etwas verlängern zu können.“

Wöchentliche Tumor-Konferenz
An diesen Beispielen sieht man, dass jeder einzelne Tumor individuell behandelt werden muss. Je nach Krankheit braucht der Patient eine maßgeschneiderte Behandlung. Und weil so viele Ärzte mit unterschiedlichen Fachgebieten bei der Behandlung koordiniert werden müssen, gibt es im St.-Marien-Hospital einmal wöchentlich eine „interdisziplinäre Tumor-Konferenz“. „Wir besprechen jeden einzelnen Patienten und diskutieren die Behandlungsmöglichkeiten“, erklärt Chefarzt Dr. Roland Kurdow. „Jeder Patient geht also vor und nach einer OP durch ein Gremium.“

Spezialisten für die Strahlentherapie in Lünen sind Elena Fitis und Dr. Klaus Schönekäs von der Praxis MVZ Prof. Dr. Uhlenbrock & Partner. Die Strahlentherapie ist ein lokal wirkendes Therapieverfahren, das man insofern mit der Chirurgie vergleichen kann.

„Im Gegensatz zur Chirurgie fehlt in der Strahlentherapie die Möglichkeit, die Tumore direkt zu visualisieren und dementsprechend präzise die Bestrahlungsregion, das sogenannte Zielvolum, festzulegen“, erklärt Elena Fitis.

PET-CT-Untersuchung
Dafür braucht man verschiedene bildgebende Verfahren: Ultraschal-, Röntgen-, CT-, und MRT-Untersuchungen. Doch auch mit diesen Untersuchungen sei es nicht immer möglich, die Tumorausbreitung beispielsweise von der begleitenden Belüftungsstörung zu unterscheiden, erklärt Elena Fitis. Dann kommt die Positronen-Emissions-Tomographie (kurz PET-CT) zum Einsatz: „Der Arzt kann so das Zielvolumen viel genauer definieren“, so Fitis. „Gesundes Gewebe wird geschont.“

Die PET-CT-Untersuchung hilft beim Aufdecken von Knochenmetastasen und beim Ausschluss von Tumorabsiedlungen in Lymphknoten oder in entfernten Organen. „Bei dieser Untersuchung wird den Patienten radioaktiv markierter Traubenzucker in die Blutbahn injiziert und nach einer Ruhephase von mindestens einer Stunde der Körper abgescannt, sodass die Verteilung des Traubenzuckers in den Körperzellen genau abgebildet wird“, erklärt Dr. Peter Lenz, Facharzt für Nuklearmedizin am St.-Marien-Hospital.

„Dabei macht sich zunutze, dass die meisten Tumorzellen den Traubenzucker besonders intensiv aufnehmen und somit quasi sichtbar gemacht werden“, so Dr. Peter Lenz weiter. „Durch diese Untersuchung können wir das Stadium einer Krankheit festlegen und unnötige Operationen ausschließen“, ergänzt Dr. Bernd Nagel von der Nuklearmedizinischen Klinik in Lünen. Operationen sind nach wie vor zur Heilung unverzichtbar – hier kommt dann Dr. Roland Kurdow, Chefarzt der Chirurgischen Klinik in Lünen, mit seinem Team zum Einsatz.

Operation durch Schlüssellochverfahren
Eine Lungenoperation ist heute oft minimal invasiv, also durch das sogenannte Schlüssellochverfahren möglich. „Wir setzen nur einen kleinen Schnitt, durch den wir dann eine Kamera in den Brustkorb führen. Auf einem Bildschirm können wir dann alles ganz genau sehen. Auch die OP-Instrumente werden durch den kleinen Schnitt geführt. Auch große Lungeneingriffe können wir mittlerweile mithilfe der Schlüssellochtechnik durchführen“, erklärt Chirurg Dr. Kurdow.

Eine Tumorbehandlung bestehe heutzutage aus drei großen Säulen: Chirurgie, Strahlentherapie und Chemotherapie. „Im Vorfeld der Behandlung ist bei Lungenerkrankungen viel Diagnostik notwendig. Wir müssen herausfinden, wo der Tumor ist, wie groß er ist und ob es Metastasen im Körper gibt“, so Dr. Kurdow.

Und da kommen Dr. Detlef Lüders vom Christophorus-Krankenhaus in Werne und Dr. Norbert Rosendahl vom St.-Marien-Krankenhaus Lünen ins Spiel. Nachdem ein Patient beim Lungenarzt war und anschließend ins Krankenhaus eingewiesen wurde, wird die genaue Tumorausdehnung einschließlich der dazugehörigen Lymphknoten diagnostiziert. „Dazu gibt es zunächst eine Lungenspiegelung. Bei einer örtlichen Betäubung entnehmen wir mit einem beweglichen Gerät eine Probe, die dann zur pathologischen Untersuchung geht“, sagt Dr. Detlef Lüders. Die beiden Ärzte können herausfinden, um welche Art eines Tumors es sich handelt, wie groß er ist und ob bereits in Lymphknoten gestreut hat. Der Patient wird außerdem genauestens untersucht, um herauszufinden, ob er eine mögliche Operation überhaupt durchstehen könnte.

Doch Dr. Lüders und Dr. Rosendahl sind nicht nur Spezialisten für Tumore. Viele Patienten kommen mit anderen „gutartigen“ Lungenerkrankungen zu ihnen. „Häufig sind es chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD – einer schweren Form der Atemwegserkrankung“, erklärt Dr. Norbert Rosendahl. Aber auch Patienten mit Lungenentzündungen werden oft vom Hausarzt zum Lungenfacharzt in die Klinik eingewiesen. Das häufigste Symptom der genannten Atemwegserkrankungen ist Luftnot, beim Asthma findet sich ein typisches „Pfeifen“ beim Ausatmen, bei Lungenentzündungen haben die Patienten in den meisten Fällen Fieber.

Nach Diagnosestellung können die meisten gutartigen Erkrankungen der Atemwege mit Medikamenten behandelt werden, sodass den Patienten schnell geholfen werden kann.

„Bei COPD beginnen wir die Therapie zum Beispiel mit einem Antibiotikum oder mit Medikamenten, die die Atemwege erweitern“, so Dr. Rosendahl.

Um solche Atemwegserkrankungen vorzubeugen, hilft vor allem der Verzicht aufs Rauchen. „Das ist noch immer das Hauptrisiko für Lungenerkrankungen.“ Bei Patienten mit Vorerkrankungen dienen ebenfalls Impfungen als Vorbeugung. Menschen ab 60 Jahren sollten sich einmal im Jahr gegen Grippe impfen lassen – „Leute, die Asthma oder COPD haben, lassen sich am besten gegen Pneumokokken impfen. Das sind Erreger für eine Lungenentzündung“, erklärt der Pneumologe Dr. Rosendahl.

Doch was kann ein jeder im Alltag für gesunde Atemwege tun? „Besondere Tipps gibt es da nicht – wie so oft gilt: sich gesund ernähren und viel Sport treiben“, sagt der Fachmann. Um besonders bei chronische Erkrankungen sollte der Patient immer am Ball bleiben und sich regelmäßig vom Arzt kontrollieren lassen. Denn nur mit der richtigen Therapie kann der Erkrankte ein normales Leben führen.

Beispielhafte Behandlung Schritt für Schritt zusammengefasst:

Auf einem Röntgenbild sieht der Arzt bei einem Patienten zum Beispiel einen Rundherd, eine Verschattung, in der Lunge. Dann ist ein Gang zum Pneumologen wichtig, der eine Lungenspiegelung macht. „Er kann dadurch allerdings nur das zentrale Drittel der Lunge einsehen. Das reicht manchmal nicht aus, denn es kann sein, dass der Tumor außerhalb des Sichtfeldes liegt“, erklärt Dr. Roland Kurdow. Der Radiologe macht dann ein CT vom Brustkorb, um herauszufinden, wie groß der Tumor ist, mit welchen Strukturen er verwachsen ist und ob die Lymphknoten vergrößert sind. Er überprüft, ob es Fernmetastasen im Gehirn, in den Nebennieren und in der Leber gibt. „Radiologische Untersuchungsmethoden bilden einen Schwerpunkt zur diagnostischen Abklärung verschiedenster Erkrankungen der Thoraxorgane und speziell der Lunge. Neben konventionellen Röntgenaufnahmen ist dabei die Computertomographie mit Spezialverfahren ohne und mit Kontrastmittelgabe von Bedeutung“, erklärt Dr. Matthias König von der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie in Lünen.

Ist der Tumor in Bezug auf seine Ausdehnung operabel, muss abgewägt werden, ob die Lungen- und Herzfunktion des einzelnen Patienten die Operation auch zulassen. Spezialuntersuchungen helfen einzuschätzen, welches Operationsausmaß ein Patient verkraften kann. „Wenn ich ein größeres Stück Lungengewebe entfernen muss, dann kann der Patient natürlich schlechter atmen und bekommt möglicherweise Herzprobleme. Dieses Risiko muss eingeschätzt werden“, so Dr. Kurdow. Der Mensch verfügt auf der rechten Seite über drei, auf der linken Seite über zwei Lungenlappen. Bei einer möglichen Operation wird dann in der Regel ein Lungenlappen mit den dazugehörigen Lymphknoten entfernt. Findet der Pathologe in diesen Tumorzellen, wird zumeist eine anschließende Chemotherapie empfohlen.

Im Thoraxzentrum Lünen-Werne ist der Patient gut aufgehoben – Spezialisten, sowohl ambulant wie auch stationär, arbeiten eng zusammen. Jeder Arzt weiß über den Status der Behandlung genau Bescheid, damit die Therapie erfolgreich und im Sinne des Patienten verlaufen kann.

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