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BVB schöpft trotz Niederlage neuen Mut

Madrid. Nach dem 0:2 in der 12. Minute gab es böse Befürchtungen. Doch zur Erleichterung von Trainer Peter Bosz blieb dem BVB in Madrid eine Demütigung erspart. Beim 2:3 schlug sich sein Team achtbar. Das soll helfen, am Samstag gegen Bremen die Trendwende einzuleiten.

Der Ärger über die neuerliche Niederlage hielt sich diesmal in Grenzen. Trotz kläglicher Ausbeute in der Gruppenphase der Champions League werteten die Dortmunder Profis das achtbare 2:3 (1:2) bei Real Madrid als ermutigendes Signal.

Nicht nur die überaus glückliche Europa-League-Qualifikation, sondern auch die bemerkenswerte Reaktion auf den frühen 0:2-Rückstand besserte die Laune aller Beteiligten spürbar aus. Regisseur Nuri Sahin sprach mit Blick auf den Bundesliga-Endspurt bis zur Winterpause Klartext: „Wir überwintern in Europa mit nur zwei Punkten. Das ist ein Geschenk. Aber mehr Geschenke wird es in diesem Jahr nicht mehr geben.“

Wie Sahin wirkte auch Peter Bosz mehr erleichtert als verärgert. Der passable Auftritt seines Teams in Madrid verlängerte die Schonfrist für den in die Kritik geratenen Trainer. Anders als zuletzt brach die Borussia nach Gegentoren nicht ein, sondern bewies Moral. Dank Pierre-Emerick Aubameyang (43./49.), der den BVB nach den frühen Treffern von Borja Mayoral (8.) und Cristiano Ronaldo (12.) zurück ins Spiel brachte, schien zwischenzeitlich selbst ein Sieg möglich. „Das müsste eigentlich gut für das Selbstvertrauen sein“, sagte Bosz, „die Spieler haben nach dem 0:2 den Rücken gereckt und teilweise guten Fußball gezeigt.“

Sahin pflichtete bei: „Wenn man im Bernabéu nach zwölf Minuten 0:2 hinten lieg, kann es sehr bitter enden. Es spricht für den Charakter der Mannschaft, dass wir dann zurückgekommen sind.“ An dieser Einschätzung konnte auch der dritte Real-Treffer von Lucas Vázquez (81.) nichts ändern.

Es scheint, als habe die Aussprache der Mannschaft wenige Tage nach dem denkwürdigen 4:4 im Revierderby, in dem der BVB eine 4:0-Führung noch verspielte, die gewünschten Effekte erzielt. Davon ist Sahin fest überzeugt: „Ich weiß nicht, ob wir ohne diese Sitzung heute noch das 2:2 gemacht hätten. Diese Sitzung haben sich alle zu Herzen genommen.“

Spekulationen, wonach die Mannschaft bei dieser Aussprache eine Abkehr des vom Trainer stur favorisierten 4-3-3-Systems durchgesetzt habe, wollte Michael Zorc nicht bestätigen. „Für das System ist in erster Linie Peter Bosz verantwortlich. Ich glaube, dass er mit dem einen oder anderen Spieler spricht. Aber er hat die letzte Entscheidung“, kommentierte der Sportdirektor.

Am Samstag im Bundesliga-Heimspiel gegen Werder Bremen wird sich weisen, wie weit die guten Vorsätze tragen. Nach nur einem Sieg aus den vergangenen zwölf Pflichtspielen soll die Trendwende eingeleitet werden. „Es ist nicht selbstverständlich, in Madrid in einer solchen Phase so zu spielen. Diese Idee vom Fußball müssen wir mitnehmen“, sagte Kapitän Marcel Schmelzer.

Wie Schmelzer machte auch Zorc aus seiner Erwartungshaltung für die Partie gegen Bremen keinen Hehl: „Wir brauchen jetzt wieder einen Sieg. Das ist zwingend notwendig, damit wir wieder Selbstvertrauen und Glauben kriegen.“

Mit einem Erfolg könnte die in der Bundesliga auf Rang sechs abgerutschte Borussia zurück auf Champions-League-Kurs finden. In dieser Saison muss sie jedoch von nun an mit der Europa League vorliebnehmen. Zum dritten Mal nach 1999/2000 und 2001/02 erlebt Dortmund als Vorrunden-Dritter die Versetzung in diesen Wettbewerb. Mit nur zwei Punkten gelang das aber bisher noch nie einem Team.

Der Gegner für das Sechzehntelfinale am 15. und 22. Februar wird am Montag in Nyon ausgelost. Als einer der vier schlechteren Gruppendritten trifft der BVB entweder auf einen der zwölf Sieger der Europa-League-Vorrundengruppen oder einen der vier besten Gruppendritten der Königsklasse. Ein Duell mit dem Bundesliga-Konkurrenten RB Leipzig ist jedoch in dieser Runde noch nicht möglich. Sahin gewann der Europa League eine positive Seite ab: „Diesen Wettbewerb hat Borussia Dortmund noch nicht gewonnen.“

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