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Barkeeper: Vom Berufsrisiko Sucht und der Liebe zur Nacht

Berlin. „Wie arbeiten Sie denn?“ - Jeder Berufstätige kann über seine Zunft eine Geschichte erzählen. Doch die wirklich spannenden Fragen wagen viele nicht zu stellen. Dabei ist kaum ein Job langweilig. Diesen Monat: drei Fragen an einen Barkeeper.

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Reichlich Erfahrung: Seit elf Jahren arbeitet Ruben Neideck als Barkeeper in der Bar Velvet in Berlin-Neukölln. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn

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Immer im Mittelpunkt: Barkeeper Ruben Neideck, hier an seinem Arbeitsplatz in der Berliner Bar Velvet, sieht sich vor allem als Gastgeber. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn

Ruben Neideck (29) arbeitet seit elf Jahren als Barkeeper. In der Bar „Velvet“ im Berliner Stadtteil Neukölln mixt er die Drinks. Neben Klassikern gibt es auf der Cocktailkarte jede Woche zehn Eigenkreationen. Über das Nachtleben als Barkeeper:

Wie groß ist die Gefahr, als Barkeeper selbst sein bester Kunde zu werden?

Das ist auf jeden Fall ein Berufsrisiko, dessen man sich bewusst sein muss. Ob man das wird, hat viel damit zu tun, wie gut und sicher man im Leben steht. Als Barkeeper musst du ein guter Gastgeber sein und dich für deine Gäste interessieren. Das gelingt dir nur, wenn du der Droge nicht selbst verfällst, die du verkaufst. Andererseits musst du Alkohol trinken - du musst schließlich wissen, was du verkaufst. Ich versuche jeden Überkonsum zu vermeiden. Ich trinke zum Beispiel in der Regel keine Schnäpse mit Gästen. Aber das ist ein sensibles Thema für Barkeeper. Manche hinter der Theke haben Probleme mit Alkohol.

Welche Geheimnisse von Stammgästen hättest Du lieber nie gehört?

Wenn man hinter dem Tresen steht, hört man tendenziell alles. Natürlich muss ich manchmal über die Gespräche schmunzeln - etwa, wenn jemand mit einem Escort-Mann oder einer Escort-Frau unterwegs ist. Aber eigentlich vergesse ich die Gespräche sofort wieder. Wenn man professionell Barkeeper ist, geht es darum, den Gästen einen netten Abend zu bereiten. Dafür muss man erspüren: Wie sind die Leute drauf? Was sie untereinander sprechen, ist für mich nicht so wichtig. Manchmal kommt es auch vor, dass ich einen Gast vor die Tür setzen muss. Erst letztens haben drei Damen versucht, Flaschen aus der Bar in ihrer Handtasche verschwinden zu lassen. Dass Menschen Idioten sein können, lernt man permanent in dem Job.

Nervt es, fast immer nachts zu arbeiten?

Schwierig ist für mich eher, dass ich eigentlich immer am Wochenende arbeite. Ich stehe Freitag und Samstag hinter der Bar. Meine Freunde und Bekannte haben dann frei und gehen aus. Daran kann ich selten teilhaben, und das ist sehr schade. Nachts zu arbeiten, ist für mich dagegen kein Problem. Die Nacht ist okay. Ich mag die Nacht.

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Reichlich Erfahrung: Seit elf Jahren arbeitet Ruben Neideck als Barkeeper in der Bar Velvet in Berlin-Neukölln. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn

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Immer im Mittelpunkt: Barkeeper Ruben Neideck, hier an seinem Arbeitsplatz in der Berliner Bar Velvet, sieht sich vor allem als Gastgeber. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn

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