Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige

Fragen und Antworten

Baurecht: Bundesregierung schafft "Urbane Gebiete"

Berlin Zu Fuß in die Schule, mit dem Rad ins Büro, der Getränkehändler und das Lieblingsrestaurant sind auch um die Ecke. So ungefähr sollen „urbane Gebiete“ aussehen, die die Bundesregierung ins Baurecht einführen will. Das Hauptmotiv: Die Wohnungsnot in den Städten. Wir klären, wie die Planungen im Detail aussehen.

Baurecht: Bundesregierung schafft "Urbane Gebiete"

Seit Jahren zieht es Menschen vom Land in die Städte und Ballungsräume - und dort wird der Wohnraum knapp und teuer. Die Novelle des Baurechts, die das Kabinett an diesem Mittwoch verabschiedet, soll das Zusammenleben von immer mehr Stadtbewohnern erleichtern. Die Grundidee: Künftig gibt es nicht mehr nur Wohn-, Gewerbe- und Mischgebiete, sondern auch «urbane Gebiete».

Seit Jahren zieht es Menschen vom Land in die Städte und Ballungsräume - und dort wird der Wohnraum knapp und teuer. Die Novelle des Baurechts, die das Kabinett an diesem Mittwoch verabschiedet, soll das Zusammenleben von immer mehr Stadtbewohnern erleichtern. Die Grundidee: Künftig gibt es nicht mehr nur Wohn-, Gewerbe- und Mischgebiete, sondern auch „urbane Gebiete“.

Was ist ein urbanes Gebiet?

Das Ideal ist eine nachhaltige „Stadt der kurzen Wege“, in der Familien und Singles wohnen, in der es aber auch Gewerbe und Kultureinrichtungen gibt. Also Gastronomie, Werkstätten, Geschäfte, Musikschule, Club, Kita - alles dicht beieinander, so dass man im besten Fall überall hin zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren kann.

Warum braucht es dafür eine neue Kategorie im Baurecht?

Für die bisherigen Mischgebiete gelten Bauvorschriften, die im urbanen Gebiet weniger streng sein werden. Dort darf höher und dichter gebaut werden. Heißt zum Beispiel: Es dürfen 80 Prozent eines Grundstücks bebaut werden statt nur 60 Prozent wie im Mischgebiet. Außerdem darf es ein wenig lauter sein, auch abends oder am Wochenende, aber nicht so laut wie in Gewerbegebieten.

Wo kann ein urbanes Gebiet entstehen?

Zum Beispiel auf innerstädtischem Brachland oder alten Gewerbegebieten, schlägt Bundesumweltministerin Barbara Henricks (SPD) vor. Die Festsetzung urbaner Gebiete soll es Kommunen möglich machen, das Bauen in stark verdichteten städtischen Gebieten zu erleichtern.

Wie sieht es mit Zweit- und Ferienwohnungen aus, die nehmen ja auch Wohnraum weg?

Grundsätzlich sollen Ferienwohnungen auch in Wohngebieten erlaubt sein. Kommunen sollen bei der Bebauungsplanung aber leichter verhindern können, dass Ferienwohnungen entstehen. Auch gegen selten genutzte Zweitwohnungen, sogenannte Rollladensiedlungen, sollen Kommunen künftig besser vorgehen können. Vor allem auf Inseln in Nord- und Ostfriesland hatte es dem Bauministerium zufolge Klagen über Wohnungen gegeben, deren Besitzer nur selten vorbeischaut.

BERLIN Ein finanzieller Zuschuss für Familien, die Wohneigentum erwerben wollen - das ist einer der Vorschläge von Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD). Im Interview mit Rasmus Buchsteiner spricht Ralph Brinkhaus, stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion, über das mögliche Konzept und seine potentiellen Effekte.mehr...

Was ist mit dem Ärger um Lärm auf Sportplätzen?

Es gibt immer wieder Ärger, weil zum Beispiel Fußballspielen auf Plätzen in Wohngebieten Lärm macht. Nun werden die sogenannten Immissionsrichtwerte für die Ruhezeit am Abend sowie an Sonn- und Feiertagen nachmittags zwischen 1 und 3 Uhr etwas erhöht. Hendricks hofft, damit einen guten Kompromiss zwischen den Interessen von Anwohnern und Sportlern gefunden zu haben. Für viele Sportvereine auch wichtig: Für Plätze, die vor 1991 gebaut wurden und nun mit Kunstrasen oder Flutlicht aufrüsten, sollen alte Bestimmungen weiter gelten - sie müssen nicht plötzlich den Betrieb einschränken.

Sind die Kommunen einverstanden mit den Änderungen?

Weitgehend ja. „Es ist gut, dass die Städte mit der Novelle mehr Spielraum für ihre Stadtplanung erhalten“, sagt Eva Lohse, die Präsidentin des Deutschen Städtetages. Allerdings fehle ein Baustein: Städte sollten Lohse zufolge Schallschutzmaßnahmen, etwa besondere Fenster, als geeignetes Mittel gegen Gewerbelärm vorsehen können. Der Städte- und Gemeindebund moniert, das Gesetz erleichtere die Innenentwicklung von Städten „nur bedingt“. Eine Ausweitung der Überwachungspflichten bei den Umweltauswirkungen von Bebauungsplänen bedeute etwa einen großen Mehraufwand. 

von dpa

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wirtschaft

Frauen in Chefpositionen: Deutsche Wirtschaft zweigeteilt

Frankfurt/Main (dpa) Die Topetagen der deutschen Wirtschaft werden weiblicher - jedenfalls ein bisschen. Es gibt allerdings deutliche Unterschiede zwischen den Dax-Konzernen sowie der zweiten und dritten Börsenliga.mehr...

Wirtschaftsförderungs-Chef im Interview

"Die Region hat sich das industrielle Herz bewahrt"

ESSEN Wenn neue Jobs entstehen sollen, braucht es Bürogebäude, Lagerhallen oder Fabrikflächen. Für Investoren ist die Business Metropole Ruhr (BMR) mit ihrem Chef Rasmus C. Beck erster Ansprechpartner im Ruhrgebiet. Wir haben mit dem BMR-Chef im Interview unter anderem über Neuansiedlungen und Flächenentwicklung gesprochen.mehr...

Wirtschaft

Hoher Arbeitsdruck belastet - mehr befristete Stellen

Berlin (dpa) Die Arbeitszeit nimmt ab, doch die Belastung steigt - das hat ein aktueller Bericht des Statistischen Bundesamts ergeben. Ein Ärgernis ist vor allem der wachsende Termindruck.mehr...

Wirtschaft

Senator: Tegel wäre nach BER-Eröffnung nicht mehr profitabel

Berlin (dpa) Der Flughafen Tegel ist nach Aussage des Berliner Finanzsenators Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) nach Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER nicht mehr profitabel.mehr...

Wirtschaft

Dieseltreffen mit Merkel: Städte wollen mehr Unterstützung

Berlin (dpa) Die Kanzlerin will am Montag mit Bürgermeistern reden, um die schlechte Luft in Städten zu verbessern. Doch welche Erwartungen haben Kommunen an Berlin? Das große gemeinsame Ziel lautet, Fahrverbote zu vermeiden.mehr...

Thyssenkrupp und Tata

Stahlkocher demonstrieren gegen Fusions-Pläne

Duisburg/Bochum Knapp 7000 Stahlkocher sind in Bochum zu einer Protestdemonstration gegen die geplante Fusion der Stahlsparten von Thyssenkrupp und Tata zusammengekommen. "Wir lassen uns nicht ignorieren", heißt es aus dem Betriebsrat. Die Wut der Arbeitnehmer wächst.mehr...