Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Bedrohter Wildesel kehrt in die kasachische Steppe zurück

Astana. In der öden Steppe im zentralasiatischen Kasachstan ist der Wildesel Kulan eigentlich heimisch. Doch die einst verbreitete Tierart ist dort heute verschwunden. Nun bringen Tierschützer den asiatischen Esel mit deutscher Hilfe in seine alte Heimat zurück.

Bedrohter Wildesel kehrt in die kasachische Steppe zurück

Kulan-Wildesel laufen durch ein Eingewöhnungsgehege im Schutzgebiet Altyn Dala in Kasachstan. Foto: Daniel Rosengren

Der bedrohte asiatische Wildesel soll mehr als hundert Jahre nach seinem Verschwinden wieder in der Steppe im zentralasiatischen Kasachstan angesiedelt werden.

Neun Kulane seien mit einem großen russischen Transporthubschrauber vom Typ Mi-26 in ein Grasland-Gehege im Zentrum des Landes geflogen worden, teilte die kasachische Naturschutzorganisation ACBK mit. Im Frühling sollen die Kulane ausgewildert werden. An dem Millionen-Projekt sind auch Tierschützer aus Deutschland beteiligt.

Innerhalb von drei Jahren sollten mehr als 40 Wildesel umgesiedelt werden, sagte Projektmanager Steffen Zuther der Deutschen Presse-Agentur. „Die Tiere sind wild und befinden sich jetzt in einem für sie ungewohnten Gebiet“, erklärte er. „Zur Eingewöhnung und vor allem Beobachtung über den dort etwas strengeren Winter sind sie zunächst in einem Eingewöhnungsgehege von 55 Hektar Größe.“

Der Kulan (lat. Equus hemionus kulan) ist eine Pferdeart, ähnelt äußerlich aber eher einem Esel. Er wird auch als Halbesel bezeichnet. Untergruppen leben etwa in der Mongolei. In den vergangenen 200 Jahren hat sich ihre Verbreitung Tierschützern zufolge deutlich verringert. Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, die sich an dem Projekt beteiligt, schätzt, dass sich das Verbreitungsgebiet auf drei Prozent der ursprünglichen Größe reduziert hat. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Kulan als gefährdete Art ein.

In Kasachstan wird der Wildesel-Bestand auf gut 3900 Tiere geschätzt. Die meisten von ihnen leben im Altyn-Emel-Nationalpark im Südosten. Von dort wurden nun die ersten Tiere in das 1200 Kilometer entfernte Schutzgebiet Altyn Dala geflogen. Der Transport sei ein Test gewesen für die weitere Umsiedlung, teilte das Norwegian Institute for Nature Research (NINA) mit, das sich ebenfalls am Kulan-Projekt beteiligt.

Als der Helikopter Ende Oktober in Altyn Dala landete, wirbelte eine Wolke aus Steppenstaub auf. Bilder zeigen, wie Helfer Holzboxen aus dem Hubschrauber hieven und die Tiere in ihr neues Zuhause entlassen. Wenig später trottete die Gruppe bereits durch die Steppe, in deren Brauntöne sich der Kulan mit seinem hellen Fell einfügt.

Die Situation der Wildesel habe sich zuletzt weiter verschärft, sagte Zuther. Im benachbarten Turkmenistan sei der Bestand geschrumpft. „Das Ziel des Projektes ist es, eine neue Kulan-Population aufzubauen an einer Stelle, die früher von der Art als Habitat genutzt wurde“. Damit solle das Überleben der Art gefördert sowie die Artenvielfalt in der Steppe wiederhergestellt werden. Zuther arbeitet für die Zoologische Gesellschaft Frankfurt und ist für das Projekt zur kasachischen Vereinigung zum Schutz der Biodiversität ACBK delegiert.

„Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa eine Million Euro“, sagte er. Zuther schließt nicht aus, dass das Projekt nach 2019 fortgesetzt wird. An der Kulan-Umsiedlung sind auch der Nürnberger Zoo und die internationale Naturschutzorganisation Fondation Segré beteiligt. Es gebe zudem Pläne, in Kasachstan die seltenen Przewalski-Pferde wieder anzusiedeln, sagte Zuther.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wissenschaft

Drei Raumfahrer zur Raumstation ISS gestartet

Baikonur. Für den Tannenbaum ist im Weltraum gesorgt. Auch Geschenke soll es für die Besatzung der Internationalen Raumstation geben. Kurz vor Weihnachten verstärken drei Raumfahrer das Team auf der ISS.mehr...

Wissenschaft

Tiefgekühlt in die Zukunft: Tausende setzen auf Kryonik

Scottsdale. Für manche ist allein die Vorstellung gruselig, irgendwann in einer unbekannten Zukunft aufzuwachen. Andere hoffen auf ein zweites Leben - und lassen ihre Überreste bis dahin tiefkühlen.mehr...

Wissenschaft

Blick zurück könnte Staus verhindern

Cambridge. Zum Start in die Weihnachtsferien werden sie wieder allgegenwärtig sein: Staus. Schon lange ergründen Forscher, was sich ändern müsste auf den Straßen, um die Stopps zu verhindern. Eine Simulation zeigt: Abstandssysteme müssten auch nach hinten wirken, nicht nur nach vorn.mehr...

Wissenschaft

Neue Leitlinien und Ratgeber zu Gen-Tests bei Brustkrebs

Berlin. Soll ein Gen-Test entscheiden, ob für mich eine Chemotherapie sinnvoll ist? Viele Brustkrebs-Patientinnen sind da unsicher - nicht zuletzt wegen des schwelenden Expertenstreits darüber. Nun gibt es neue Leitlinien für Ärzte - und einen Ratgeber für Betroffene.mehr...

Wissenschaft

Studie: Zu viel Sport am Limit könnte dem Herzen schaden

Hamburg. Aus einer Stichproben-Untersuchung schließen Hamburger Mediziner, dass männliche Freizeitsportler bei dauernder Überanstrengung möglicherweise ihrer Herzgesundheit schaden können.mehr...