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Behandlungszentrum für Glücksspielsüchtige gegründet

Bochum. Glücksspielsüchtige haben an der Universitätsklinik Bochum eine neue Anlaufstelle gefunden. Mehr als 200 000 Menschen sind dem Zocken in Spielhallen, Wettbüros und Spielbanken verfallen.

Behandlungszentrum für Glücksspielsüchtige gegründet

Ein Mann spielt in einer Spielbank an einem Spielautomaten. Foto: Angelika Warmuth/Archiv

An der Universitätsklinik Bochum ist ein Behandlungszentrum für Glückspielsüchtige gegründet worden. In Deutschland gelten mehr als 200 000 Menschen als glückspielsüchtig und zocken an Geldspielgeräten oder in Spielbanken oder Wettbüros. Hintergrund des neuen Angebots ist ein Behandlungsengpass, wie der Leiter des Behandlungsbereichs Abhängigkeitserkrankungen, Prof. Christian Luckhaus, am Donnerstag sagte. Glückspielsucht sei genauso behandlungsbedürftig wie Alkohol- oder Tablettenabhängigkeit.

Wenn das Spiel krankhaft wird, drohen Schulden, Depressionen und die Entfremdung von der Familie, sagt die Psychiaterin Aleksandra Kulik, Leiterin der Glücksspielsprechstunde. „Wir ergründen im Gespräch, wie häufig gespielt wird und welche Konsequenzen das für den Betroffenen hat.“ Ist der Spieltrieb krankhaft, werden nach der Therapie in Bochum auch weitere Behandlungsmöglichkeiten wie eine spezielle Reha oder der Gang zu einer Selbsthilfegruppe erörtert.

Erkennbar ist die Sucht, wenn der Spieler keinen anderen Freizeitaktivitäten mehr nachgehen, Schulden machen und mit der Familie nicht mehr zurechtkommen. „Keinesfalls sollten Angehörige Süchtigen Geld geben“, sagt Kulik.

Neben der Glücksspielsprechstunde bietet die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe auch eine Medienambulanz für Internetsüchtige an.

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