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Bußgelder gefordert

„Bei Rückruf Abzocke“ funktioniert bald nicht mehr

Bonn Der Handy-Anruf, der einem das Geld aus der Tasche zieht oder lästige Telefonwerbung, die man nicht abgestellt bekommt – die neue Medienwelt nervt viele Verbraucher. Die Bundesnetzagentur fordert Bußgelder und Gegenmaßnahmen, um Kunden besser zu schützen.

„Bei Rückruf Abzocke“ funktioniert bald nicht mehr

Misstrauen am Telefon ist wichtig: Beim geringsten Zweifel legt man besser gleich auf. Foto: dpa-tmn

Im Kampf gegen Abzocke am Telefon will die Aufsichtsbehörde mit teuren Bußgeldern die Kunden besser schützen. „Solche Bußgelder sieht das Gesetz bisher nicht vor“, sagte der Präsident der zuständigen Bundesnetzagentur, Jochen Homann, am Montag in Bonn.

Die stark gestiegenen Beschwerdezahlen zeigten, dass die Kunden Hilfe bräuchten. Bußgelder sollten - wie bei Kartellverfahren - bis zu zehn Prozent des Firmenumsatzes betragen dürfen, schlug der Chef der Monopolkommission, Achim Wambach, vor.

Ping-Anruf soll als Geschäftsmodell unattraktiv werden

Erfolge hat die Bundesnetzagentur laut Homann bereits bei der Regulierung von kundenunfreundlichen Telekommunikationsdiensten erreicht. So müssen bis spätestens zum 15. Januar 2018 bei sogenannten Ping-Anrufen aufs Handy, mit denen teure Rückrufe ins Ausland provoziert werden, kostenlose Preisansagen geschaltet werden.

„Damit machen wir das rechtswidrige Geschäftsmodell wirtschaftlich unattraktiv“, sagte Homann. Verbraucher könnten nach der Warnung vor hohen Kosten für den Rückruf noch auflegen, ohne dass Kosten anfielen.

Internationale Vorwahlen sehen Ortsvorwahlen zum Verwechseln ähnlich

Die Masche beruht darauf, dass internationale Vorwahlen aus weit entfernten Ländern leicht mit deutschen Vorwahlen verwechselt werden können. So ähnelt die Vorwahl von Madagaskar 00261 der Koblenzer Vorwahl 0261 und die Vorwahl Liberias 00231 der Vorwahl Dortmunds 0231.

Bei den Ping-Calls werde aus dem Ausland kurz angerufen, um einen Rückruf zu provozieren. Ruft der Verbraucher zurück, wird er absichtlich mit schwer verständlichen Bandansagen in der Leitung gehalten - die Anrufe kosten häufig mehrere Euro pro Minute.

Eingegriffen hat die Behörde außerdem bei unerlaubter Werbung am Telefon ohne ausdrückliche Genehmigung der Verbraucher. Hier sind bereits Bußgelder möglich. 2016 sei ein Rekord-Bußgeld von knapp 1,2 Millionen Euro erreicht worden.

dpa

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