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Bericht: Weinstein bekämpfte Vorwürfe mit Privatermittlern

New York. Hollywood-Produzent Harvey Weinstein sieht sich neuen schweren Vorwürfen ausgesetzt: Nach einem Medienbericht soll er Privatermittler engagiert haben, die sich unter falschem Namen an seine Opfer heranmachen sollten.

Bericht: Weinstein bekämpfte Vorwürfe mit Privatermittlern

Hat Harvey Weinstein Frauen ausspionieren lassen, die ihm sexuelle Belästigung und Missbrauch vorgeworfen haben? Foto: Richard Shotwell/Invision

Der unter vielfachem Missbrauchsverdacht stehende Hollywood-Mogul Harvey Weinstein hat anscheinend nicht nur mit Geld versucht, seine mutmaßlichen Opfer zum Schweigen zu bringen.

Nach einem Medienbericht der Wochenzeitung „The New Yorker“ engagierte der 65-Jährige mehrere private Sicherheitsfirmen, um Informationen über die Frauen zu sammeln. Auch Journalisten gerieten ins Visier. Die Zeitung beruft sich auf Dokumente und die Aussagen von sieben beteiligten Personen.

Eine Mitarbeiterin der Sicherheitsfirma Black Cube soll sich unter falschem Namen mit der Schauspielerin Rose McGowan getroffen haben. Die Vorwürfe wurden von der Firma am Standort Tel Aviv am Dienstag schriftlich weder bestätigt noch dementiert.

Die Privatermittlerin habe sich als Frauenrechtlerin ausgegeben und mindestens vier Treffen mit McGowan verdeckt mitgeschnitten, heißt es in dem „The New Yorker“-Bericht. Handynummern und eine Internetseite einer angeblichen Firma, für die die Frauenrechtlerin vorgab, zu arbeiten, wurden mittlerweile abgeschaltet. Auch die Internetseite von Black Cube war am Dienstagvormittag zwischenzeitlich nicht aufrufbar. McGowan, die unter anderem in „Death Proof - Todsicher“ mitgespielt hat, wirft Weinstein vor, sie vergewaltigt zu haben.

Dieselbe private Ermittlerin soll sich dem Bericht zufolge auch zweimal mit einem Journalisten getroffen und vorgegeben haben, selbst etwas gegen Weinstein in der Hand zu haben. So sollte sie offensichtlich in Erfahrung bringen, welche Frauen mit der Presse reden. Der Journalist wurde allerdings misstrauisch, er beschrieb das Auftreten des angeblichen Opfers als „Seifenopern-Schauspielerei“.

Die Wochenzeitung „The New Yorker“ veröffentlichte auf ihrer Internetseite einen Vertrag zwischen Weinsteins damaligem Anwalt David Boies und Black Cube. Darin wird als ein Ziel festgelegt, „Nachrichtenmaterial bereitzustellen, dass dem Kunden helfen wird, einen negativen Artikel in einer führenden New Yorker Zeitung zu stoppen“. Außerdem sollten die Privatermittler an ein Manuskript eines unveröffentlichten Buchs kommen, in dem „schmerzliche negative Informationen“ enthalten sein sollten.

Boies bestätigte der Zeitung, die Verträge abgeschlossen und auch Zahlungen geleistet zu haben. Der Anwalt bezeichnete dies als Fehler: „Zu dieser Zeit erschien es als vernünftige Regelung für einen Kunden, aber es war nicht durchdacht, und das war mein Fehler.“ Weinsteins Sprecherin Sallie Hofmeister sagte „The New Yorker“: „Es ist eine Fiktion, es so hinzustellen, als seien irgendwelche Personen zu irgendeiner Zeit ins Visier genommen oder unterdrückt worden.“

Außerdem sollte über Black Cube ein investigativer Journalist engagiert werden, der über einen Zeitraum von vier Monaten jeweils zehn Interviews pro Monat abliefern sollte. Sowohl McGowan als auch ihre Kollegin Annabella Sciorra, die Weinstein ebenfalls der Vergewaltigung bezichtigt, wurden von einem freien Journalisten kontaktiert. Dieser stand in Kontakt mit der Sicherheitsfirma, bestreitet allerdings, Geld angenommen zu haben.

Die Sicherheitsfirma wollte sich nicht zu Details in dem Bericht äußern. „Black Cube unterstützt die Arbeit von vielen führenden Anwaltskanzleien rund um die Welt, besonders in den USA. (...) Die Firma mischt sich nicht ein in Familienstreitigkeiten oder Fälle von sexueller Belästigung“, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. „Black Cube hält hohe moralische Standards bei seiner Arbeit ein und agiert in voller Übereinstimmung mit den Gesetzen jeglicher Gerichtsbarkeit, in deren Bereich es tätig ist.“

Nach dem Medienbericht engagierte Weinstein auch noch weitere Firmen, etwa die US-Unternehmen Kroll und PSOPS. Sie hatten anscheinend die Aufgabe, Fotos zu sammeln und psychologische Profile über die „persönliche und sexuelle Vergangenheit“ der mutmaßlichen Weinstein-Opfer zusammenzustellen.

Dutzende Frauen werfen dem Hollywood-Mogul sexuelle Belästigungen bis hin zur Vergewaltigung vor. Weinstein streitet nicht-einvernehmlichen Sex ab. Polizeibehörden in Los Angeles, Beverly Hills, New York und London ermitteln gegen ihn.

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