Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Beschäftigte demonstrieren gegen Kohle-Aus

Bergheim. Schnellerer Fortschritt beim CO2-Abbau gehört zu den zentralen Forderungen an die neue Bundesregierung. Das darf aber nicht auf Kosten der Mitarbeiter deutscher Kohlekraftwerke passieren, fordert die IGBCE und demonstriert im Rheinischen Revier.

Beschäftigte demonstrieren gegen Kohle-Aus

Gewerkschafter der IGBCE. Foto: Oliver Berg

Vor dem RWE-Braunkohle-Kraftwerk Niederaußem im Rheinischen Revier haben Tausende Arbeitnehmer gegen einen Ausstieg aus der Kohleverstromung demonstriert. Nach Schätzung der Polizei versammelten sich am Freitag dort rund 3000 RWE-Beschäftigte und Mitarbeiter anderer Unternehmen. Die Gewerkschaft IGBCE sprach von 5000 Teilnehmern. „Ist es der 31.12. 2020 wert, dass wir Tausenden Leuten Job und Zukunft nehmen?“, rief IGBCE-Chef Michael Vassiliadis vor den Demonstranten. „Vorsorge mit Vernunft: Haltet Kraftwerke am Netz“, stand auf Plakaten.

Bis Ende 2020 will die Bundesregierung den Ausstoß an Treibhausgasen um 40 Prozent verringert haben - ein Ziel, das aus jetziger Sicht wohl verfehlt wird. Deshalb sind weitere Schließungen der besonders klimaschädlichen Braunkohlekraftwerke im Gespräch.

Ein solcher Ausstieg brächte „teure Symbolpolitik“, ohne dem Klima wirklich zu nützen, heißt es in einem IGBCE-Flugblatt. Weniger als ein Prozent der weltweiten CO2-Emissionen entstünden durch die deutsche Kohle. Zugleich würden mit einem schnellen Ausstieg aber Tausende Jobs gefährdet. Die Demonstration blieb bis zum Nachmittag störungsfrei, wie ein Polizeisprecher sagte.

Aus Sicht der IGBCE ist es „fünf vor zwölf“ für den Braunkohletagebau im Rheinland und der Lausitz. Bei den gescheiterten Jamaika-Sondierungen hatten die Verhandlungspartner die Abschaltung von zahlreichen Kohlekraftwerks-Blöcken diskutiert. Die Grünen hatten gefordert, bis zu zehn Gigawatt Kohlestrom vom Netz zu nehmen. Die Vorstellungen von CDU und FDP lagen deutlich darunter. Am Ende gab es einen Kompromissvorschlag von sieben Gigawatt, der aber wohl ebenfalls zusätzliche Stilllegungen im Rheinischen Revier erfordern würde.

Nun müsse das Thema komplett auf Null gesetzt und ohne Vorabfestlegungen neu diskutiert werden, sagte ein Gewerkschaftssprecher. RWE plant bereits einen schrittweisen Abbau der Förderung: Bis 2020 sollen fünf Blöcke mit zusammen 1,5 Gigawatt in eine Sicherheitsbereitschaft überführt und später abgeschaltet werden. Um 2030 herum gehen nach den Planungen mit der Abschaltung des Tagebaus Inden und des Kraftwerks Weisweiler weiter knapp 2 Gigawatt vom Netz. Der Konzern beschäftigt im Rheinischen Revier rund 9000 Menschen.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

NRW

Zwei Schwerverletzte nach Verpuffung auf Weihnachtsmarkt

Bonn. Auf dem Weihnachtsmarkt in Rheinbach bei Bonn sind bei der Verpuffung einer Gasflasche zwei Menschen schwer verletzt worden. Der Unfall habe sich am Freitagnachmittag in einem Crêpe-Stand ereignet, teilte die Polizei mit. Eine 50 Jahre alte Frau musste den Angaben zufolge mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden. Ein 60-jähriger Mann kam ebenfalls schwer verletzt in die Notaufnahme. Warum es zu der Verpuffung in dem Verkaufsstand kam, war bislang nicht bekannt. Das Amt für Arbeitsschutz ermittelt am Unfallort.mehr...

NRW

Fernfahrer schießt nach Streit um laute Musik

Mönchengladbach. Mit Schüssen aus einer Gaspistole soll ein Fernfahrer in Mönchengladbach auf den Wunsch eines Kollegen reagiert haben, seine Musik leiser zu stellen. Die 32 und 50 Jahre alten Trucker hatten ihre Lastwagen nebeneinander geparkt, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Während der 50-Jährige in seiner Kabine schlafen wollte, war dem 32-Jährigen nach lauter Musik.mehr...

NRW

Hermes verschärft Kontrollen von Subunternehmen

Hamburg. Der Paketdienst Hermes hat angekündigt, seine 400 Subunternehmer stärker zu kontrollieren. Ein bis Herbst 2018 angelegtes Programm prüfe laufend die Aufenthaltsberechtigungen von Mitarbeitern aus dem EU-Ausland, teilte das Hamburger Unternehmen am Freitag mit. Gegen einige Hermes-Servicepartner laufen Ermittlungen. Sie sollen Ausländer eingeschleust, Pässe gefälscht und gegen das Mindestlohngesetz verstoßen haben. Die Zusammenarbeit mit auffällig gewordenen Partnern wurde Hermes zufolge beendet. Der neue Maßnahmenkatalog sehe weiter vor, nur mit Subunternehmen zu arbeiten, die ihren Sitz in Deutschland haben. Weiter sollten jährliche Kontrollen hinsichtlich der Sozialstandards bei den Vertragspartnern verschärft werden. Hermes steht ebenso wie andere Paketdienste wegen der schlechten Bezahlung von Paketfahrern in der Kritik.mehr...

NRW

Köln gegen Wolfsburg ohne Guirassy: Höger vor Rückkehr

Köln. Der abgeschlagene Tabellenletzte 1. FC Köln muss auch im letzten Hinrundenspiel der Fußball-Bundesliga auf Angreifer Sehrou Guirassy verzichten. Der 21 Jahre alte Franzose, mit vier Treffern erfolgreichster Kölner Liga-Torschütze, steht am Samstag (15.30 Uhr) gegen den VfL Wolfsburg wegen seiner Verletzung am Zeh nicht zur Verfügung. Dagegen kann Interimscoach Stefan Ruthenbeck wieder auf Marco Höger zurückgreifen. Der defensive Mittelfeldmann hat seine langwierigen Oberschenkelprobleme auskuriert.mehr...

NRW

Vorzeitige Winterpause für Erfurt: Münster-Spiel fällt aus

Münster. Fußball-Drittligist FC Rot-Weiß Erfurt geht vorzeitig in die Winterpause. Das letzte Spiel des Jahres bei Preußen Münster an diesem Samstag fällt aus. Der Rasen im Preußenstadion ist aufgrund der Witterungsbedingungen unbespielbar. Das entschied am Freitag die Platzkommmission, wie Münster mitteilte. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest.mehr...

NRW

Joggerin von Fuchs angegriffen und gebissen

Siegen. Eine Joggerin ist in Siegen von einem Fuchs attackiert und verletzt worden. Die 45-Jährige erlitt Bisswunden an Arm und Bein und kam in ein Krankenhaus, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Demnach griff der Fuchs die Frau und eine weitere Läuferin am Donnerstagabend auf offener Straße in einem Siegener Wohngebiet an. Anschließend verschwand das Tier. Die Polizei verständigte nach dem Vorfall den zuständigen Jagdaufsichtsberechtigten.mehr...