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Besser geht's nicht: „Automatic For The People“ von R.E.M.

Berlin. Eines der schönsten Alben der 90er wird neu zur staunenden Bewunderung freigegeben. Mit „Automatic For The People“ erreichten R.E.M. 1992 ihren kreativen Gipfel. Die Platte hat nichts von ihrer Größe verloren.

Besser geht's nicht: „Automatic For The People“ von R.E.M.

So sahen R.E.M. vor 25 Jahren aus. Foto: Anton Corbijn

Ist es schon wieder 25 Jahre her, dass Songs wie „Drive“ oder „Everybody Hurts“ und das dazugehörige Album von R.E.M. die Charts zierten? Es muss wohl so sein - denn „Automatic For The People“ erfährt gerade eine „25th Anniversary Edition“.

Waren das Zeiten, als Michael Stipe (Gesang), Peter Buck (Gitarre), Mike Mills (Bass) und Bill Berry (Schlagzeug) nach dem weltweiten Durchbruch mit dem Hit-gespickten „Out Of Time“ (1991) qualitativ noch einen draufsetzten. Der Erfolg bei Plattenkäufern und Popkritik hatte die aus der US-Indierockszene der 80er Jahre stammende Band regelrecht befreit.

„Wir konnten jede Richtung einschlagen, die wir wollten“, erinnert sich der fünf Jahre später ausgestiegene Berry in den Liner-Notes eines der Deluxe-Ausgabe beiliegenden Fotobuches im Vinylformat. Also experimentierten R.E.M. mit unerhört raffinierten (Streicher-)Arrangements, die ihre diesmal überwiegend sehr melancholisch ausgefallenen Lieder zu ungeahnter Pracht und Größe führten.

Fantastische Songs wie „Nightswimming“, „Find The River“, „Man On The Moon“, „Sweetness Follows“ oder „Try Not To Breathe“ wären allerdigs auch allein mit Wanderklampfe Monumente der Pop-Kunst geworden. Wie gut solch hauchzarte Kompositionen im kleineren Format funktionieren, zeigt die in der Deluxe-Ausgabe (3 CDs, 1 Blu-ray) enthaltene Sammlung von 20 - teilweise noch instrumentalen oder textlos gesungenen - Demos.

Darunter befindet sich viel akustisches, rares oder unbekanntes Material. „Dies war eines der seltenen Alben, wo wir eindeutig zu viele Songs hatten“, sagt Mills heute. So hätte der herrliche Jingle-Jangle-Sound im Byrds-Stil von „Mike's Pop Song“ durchaus einen Platz auf dem am 5. Oktober 1992 veröffentlichten Meisterwerk verdient. Auch andere Tracks wie „Devil Rides Backwards“ oder das mit Natalie Merchant gesungene „Photograph“  sind Trost und Labsal für jeden Fan des 2011 freundschaftlich auseinander gegangenen Quartetts aus Athens/Georgia.

Die auch in der 2-CD-Edition mitgelieferte Konzertaufnahme „Live At The Watt Club 11/19/1992“ gibt den offenbar einzigen Auftritt von R.E.M. rund um die Veröffentlichung von „Automatic For The People“ wieder. Sie steht für die enorme Frische und Lockerheit, auch das unprätenziöse Selbstbewusstsein dieser Band Anfang/Mitte der 90er Jahre. Die Blu-ray versammelt den Bonus-Track „Photograph“ und diverse Musikvideos.

Das Nonplusultra aber sind natürlich weiterhin die zwölf Songs des Originalalbums, einer der wenigen perfekten Platten jener von Grunge und Hip-Hop geprägten Dekade. „Ein Album, das nicht gealtert ist“, fasst Liner-Notes-Schreiber Tom Doyle trefflich zusammen. „Bei seiner Veröffentlichung war es ein Soundtrack seiner Zeit, bis heute hat es diese kraftvolle und wunderschöne Wirkung.“

„Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band“ von den Beatles, „Purple Rain“ von Prince, „OK Computer“ von Radiohead, die Berliner Jahre von David Bowie, „The Queen Is Dead“ von The Smiths und jetzt „Automatic For The People“ von R.E.M. - 2017 war ein Jahr toller Boxsets und sinnvoll erweiterter Remaster-Editionen von essenziellen Alben.

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