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Biathlon-Trainer: Aus eigener Kraft aufs Podest

Leipzig. Die Bundestrainer Gerald Hönig und Mark Kirchner erwarten zum Start in den neuen Biathlon-Winter noch nicht viel. Das Training ist ganz auf die Olympischen Winterspiele im Februar in Südkorea ausgerichtet. Von den Erfolgen der letzten Saison lassen sie sich nicht blenden.

Biathlon-Trainer: Aus eigener Kraft aufs Podest

Gerald Hönig hat vor dem Start in den Weltcup-Winter den Druck auf sein Biathlon-Team erhöht. Foto: Martin Schutt

Die deutschen Biathleten waren im vergangenen Winter so erfolgreich wie lange nicht. Doch die Bundestrainer Gerald Hönig (Damen) und Mark Kirchner (Herren) haben sich den Blick durch die guten Ergebnisse nicht verstellen lassen.

Vor dem Start am Sonntag in die Olympia-Saison mit den ersten Weltcup-Rennen im schwedischen Östersund sagte Hönig im Interview der Deutschen Presse-Agentur, Laura Dahlmeier habe mit ihrem Fünffach-Triumph bei der WM und dem Gewinn des Gesamtweltcups einiges überstrahlt. 

Mit welchen Erwartungen gehen Sie in den Saisonauftakt?

Hönig: Wir bestreiten die Rennen direkt aus dem Training heraus. Die Dezember-Weltcups dienen noch dazu, um in Form zu kommen, um dann bei Olympia im Februar die Höchstleistung abrufen zu können. Der Dezember ist noch nicht saisonentscheidend. Aber wir wollen gut dabei sein.

Kirchner: Ich bewerte den Auftakt nie über. Es geht um eine Standortbestimmung. Aber es gibt immer mehr Sicherheit, wenn man gut in die Saison startet und weiß, man hält mit. Die Jungs wollen zum Einstieg gute Rennen abliefern, um gleich Selbstvertrauen aufzubauen.

In der Vorsaison überragte Laura Dahlmeier als Siegerin des Gesamtweltcups und Fünffach-Weltmeisterin. Simon Schempp und Benedikt Doll wurden Einzel-Weltmeister. Was ist Ihr Anspruch für diesen Winter?

Hönig: Nach den Leistungen der letzten zwei, drei Jahre nimmt uns keiner mehr ab, wenn wir sagen, wir wollen nur teilnehmen. Wenn wir am Start stehen, ist natürlich das Ziel, dass wir aus eigener Kraft das Podest erreichen. Ob es dann am Ende immer reicht, ist eine ganz andere Frage. Auf die Konkurrenz haben wir natürlich keinen Einfluss.

Kirchner: Wir haben mit Simon Schempp, Benedikt Doll, Arnd Peiffer und Erik Lesser wie die letzten Jahre ein schlagkräftiges Quartett, das in jedem Rennen den Anspruch auf einen Podestplatz hat. Darum werden wir kämpfen. Das muss unser Anspruch sein und ist es auch.

Wo sind denn noch Schwachstellen?

Hönig: Wir haben uns durch Lauras Erfolge nicht den Blick für die Probleme verschleiern lassen. Da sind andere Teams breiter aufgestellt. Wir brauchen eine zweite, dritte Athletin, die das Podest absichern kann. Wir können uns nicht immer darauf verlassen, dass Laura durchkommt und das Ergebnis sich etwas schöner darstellt.

Kirchner: Unser Quartett hat in jedem Rennen den Anspruch auf einen Podestplatz. Aber dahinter klafft eine Lücke, und da bin ich fast mehr gespannt, wer sich für die zwei anderen Weltcupplätze anbietet, als was in den Mixed-Staffeln zum Auftakt in Östersund passiert.

Olympia ist der Höhepunkt. Es gibt politische Unruhen, vor Ort ist wenig Begeisterung und die Sportler waren über die Vergabe an Pyeongchang nicht begeistert. Herrscht Vorfreude oder auch Sorge?

Hönig: Wir können uns nicht aussuchen, wohin Olympia vergeben wird. Wenn wir uns auf unseren sportlichen Part konzentrieren und alle anderen Teile ihre Aufgaben erfüllen, sollten für uns vernünftige Spiele herauskommen. Ich hoffe, dass unsere politische Führung die Lage entsprechend beurteilt und Risiken ausschließt oder so beurteilt, dass die Sicherheit des Teams nicht gefährdet ist.

Kirchner: Oberste Priorität hat die Weiterentwicklung unserer sportlichen Leistung. Die politische Situation können wir nicht beeinflussen. Wir wissen auch, dass die Organisation und das ganze Drumherum das Schlechteste alle vier Jahre ist. Auf das und die Zeitverschiebung müssen wir uns eher einstellen.

ZU DEN PERSONEN: Gerald Hönig (59) ist seit 2014 Bundestrainer der Damen, war davor von 2007 an Co-Trainer des A-Teams. Er trainiert zudem wie Herren-Bundestrainer Mark Kirchner (47) am Stützpunkt in Oberhof. Der dreimalige Olympiasieger Kirchner ist seit 2010 für die Männer zuständig.

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