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Bilanz nach "Sebastian": hohe Schäden, viele Verletzte

Hamburg (dpa) Der erste Herbststurm "Sebastian" hat weite Teile Deutschlands durchgeschüttelt, aber nach und nach normalisiert sich die Lage.

Bilanz nach "Sebastian": hohe Schäden, viele Verletzte

Ein Feuerwehrmann zerkleinert in Ebstorf (Niedersachsen) einen umgestürzten Baum. Foto: Philipp Schulze

Sturmtief "Sebastian" ist die Puste ausgegangen. Im Norden normalisierte sich die Situation, der Zugverkehr wurde nach und nach wieder aufgenommen. Trotzdem mussten Bahnreisende zunächst weiter mit Verspätungen rechnen.

Die Feuerwehr musste allein in Schleswig-Holstein bis in den Morgen zu rund 1300 Einsätzen ausrücken. Bei Unfällen wurden mehrere Menschen verletzt.

Der Zugverkehr im Norden war nach Angaben der Deutschen Bahn auf etlichen Strecken über Stunden gestört. Betroffen war auch der Regionalverkehr. Im Laufe des Tages wurde der Zugverkehr aber auf allen Verbindungen wieder aufgenommen, teilweise fuhren die Bahnen noch nicht nach Plan, weil nur ein Gleis frei war, wie die Deutsche Bahn und das Regionalbahn-Unternehmen Metronom mitteilten.

Nach Hunderten Einsätzen wegen umgestürzter Bäume, abgelöster Dachziegeln und abgebrochenen Äste beruhigte sich am Donnerstag die Lage auch für die Rettungskräfte. Bei nachlassendem Wind gab es keine neuen Schäden.

Nahe Grimmen in Mecklenburg-Vorpommern schleuderte ein Autofahrer bei Regen und wohl zu hohem Tempo von der A20 in einen Graben - der Fahrer, die Beifahrerin und deren Tochter kamen in eine Klinik. Bei Rehna wurde ein Mensch verletzt, als ein Ast während der Fahrt auf seinen Wagen fiel. In Grevesmühlen krachte ein Baum auf ein Haus.

Auch in Niedersachsen gab es viele Verletzte: Auf der Bundesstraße zwischen Soltau und Neuenkirchen wurde eine 64 Jahre alte Frau in ihrem Wagen von einer entwurzelten Eiche getroffen. Durch den Aufprall des Baums verlor die Frau die Kontrolle über ihr Auto, das frontal gegen einen Baum fuhr. Sie wurde schwer verletzt. Auf der A27 durchschlug ein herumfliegender Ast eine Lkw-Scheibe, der 62-jährige Fahrer aus Berlin kam in eine Klinik.

Sturmtief "Sebastian" war am Mittwoch mit einem Tempo von bis zu 150 Kilometern pro Stunde über das Land hinweggefegt. In Hamburg starb ein Mann, als ein Baugerüst umstürzte und ihn unter sich begrub. Im Hochsauerlandkreis erschlug eine 20 Meter hohe Fichte einen 53-Jährigen. In Wyk auf Föhr wurde eine 70-Jährige von einem umstürzenden Baum getroffen und schwer verletzt.

Die Kreuzfahrtschiffe "AIDAvita" und "Europa" verlängerten wegen des Sturmtiefs ihren Aufenthalt im Kieler Hafen sicherheitshalber um eine Nacht. In Hamburg stand der Fischmarkt unter Wasser. Bei Emmendingen in Baden-Württemberg fiel ein Baum an der Rheintalstrecke auf eine Oberleitung. Die Strecke nördlich von Freiburg wurde in beiden Richtungen gesperrt. Auch im benachbarten Waldkirch blockierte ein Baum die Bahnstrecke.

Am Tag nach dem Sturm wurde das Ausmaß der Schäden sichtbar. Am Bade- und Burgenstrand auf Wangerooge entstand durch den Verlust von rund 20 000 Kubikmetern Sand und der im Frühjahr angelegten Badeumzäunung ein Schaden von etwa 85 000 Euro, wie die Kurverwaltung mitteilte.

Der Deutsche Wetterdienst gab am Donnerstag Entwarnung: Zwar bleibe es regnerisch und kühl, Sturmböen gebe es aber kaum noch. "Anfangs ist es vor allem an der See und im Bergland noch windig, am Wochenende flaut der Wind allgemein ab", sagte ein DWD-Meteorologe in Offenbach. Am Freitag lässt vor allem im Osten und Süden Deutschlands der Regen nach, an der Donau zeigt sich sogar zeitweise die Sonne.

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