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Biofilteranlagen im Mund: Die Speicheldrüsen gesund halten

Erfurt. Speichel sorgt dafür, dass sich Nahrung besser herunterschlucken lässt. Er schützt die Zähne und wehrt Bakterien ab. Bis zu zwei Liter Speichel produzieren die Speicheldrüsen eines gesunden Erwachsenen pro Tag. Versagen sie, wird es sehr unangenehm.

Biofilteranlagen im Mund: Die Speicheldrüsen gesund halten

Wer Probleme mit einer Speicheldrüse hat, kann zunächst seinen Zahnarzt um Rat fragen. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn

Es braucht noch nicht mal etwas auf dem Tisch stehen. Schon bei dem Gedanken an Essen läuft einem manchmal das Wasser im Munde zusammen. Verantwortlich dafür sind die Speicheldrüsen.

Die Speicheldrüsen werden nämlich nicht nur durch mechanische Reize wie das Kauen, sondern auch durch emotionale Signale angeregt. Sechs von diesen Drüsen hat der Mensch: Zwei sind paarweise vor und unterhalb der Ohrmuschel angesiedelt, zwei an der Innenseite der Unterkieferknochen und zwei unter der Zunge. „Außerdem gibt es eine Unmenge kleinerer Speicheldrüsen, die die ganze Mundschleimhaut bevölkern, etwa Lippen, Wange, Gaumen oder die Zunge“, erklärt Prof. Cornelius Klein, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG).

Hauptaufgabe des Speichels ist es, Nahrung schluckfähig zu machen. Daneben sorgt er für Hygiene im Mund und hilft bei der Zahnpflege. „Speichel ist eine ganz wesentliche Körperflüssigkeit“, sagt Prof. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Er trägt dazu bei, dass Keime in der Mundhöhle reduziert und Säuren abgemildert werden. „Und er hilft, Zähne zu reparieren, indem er Mineralverlust ausgleicht.“

Die Drüsen sind auch wahre Bio-Kraftwerke, ergänzt Klein: „Die Speicheldrüsen hängen am Blutflusssystem. Der Körper gibt quasi Blutplasma in die Speicheldrüsen ab, die es dann auf dem Weg durch die Drüse in der Zusammensetzung verändern.“

Solange sie tadellos funktionieren, schenken die meisten Menschen ihren Speicheldrüsen keine Beachtung. Dabei kann man auch selbst etwas tun, um sie bei Laune zu halten: auf eine gute Mundhygiene achten etwa und viel trinken. Fließt nicht genügend Speichel, kann man den Fluss auch anregen. Dazu eignen sich Kaugummis oder saure Bonbons.

Die meisten bemerken aber erst, dass sie überhaupt Speicheldrüsen haben, wenn sie Probleme bereiten. Mögliche Gründe dafür gibt es einige: Entzündungen, Infektionen, Speichelsteine, Tumore oder Zysten. Produzieren die Drüsen bedingt durch so etwas weniger Speichel, hat der Patient zum Beispiel ständig einen trockenen Mund. Auch Schmerzen an Mund und Wange können die Folgen sein, erläutert Geralf Kellner, Leitender Oberarzt der Abteilung Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Helios Klinikum Erfurt.

Die Art des Schmerzes sagt schon viel über das Problem aus: „Bei einer akuten Entzündung, egal ob bakteriell- oder virusbedingt, verspüren die Patienten einen hämmernden, andauernden Schmerz.“ Die betroffene Stelle tut weh, schwillt an, ist gerötet.

Anders ist es bei einem Speicheldrüsenstein. Er verstopft den Drüsengang und verursacht Beschwerden, wenn der Speichelfluss angeregt wird. „Dann bildet sich Speichel, der aber wegen des Steins nicht abfließen kann - und einen Spannungsschmerz verursacht.“

Versperrt ein Drüsenstein dem Speichel den Weg, muss er entfernt werden. Gelingt das nicht, bleibt nur noch die Drüse selbst zu entfernen. Die anderen übernehmen den Job dieser Drüse in der Regel mit. Funktionieren aber mehrere Speicheldrüsen nicht mehr, wird es eng. Deswegen ist die Entfernung stets die letzte Option.

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