Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Bittere Komik: „Einsamkeit und Sex und Mitleid“ auf DVD

Berlin. Helmut Kraussers Bestseller „Einsamkeit und Sex und Mitleid“ wird in der Regie des Kino-Debütanten Lars Montag zu einer Satire von Format. Mit bitterer Komik entlarvt der pointierte Film die vermeintliche Weltläufigkeit deutscher Großstädter als schnöden Selbstbetrug.

Bittere Komik: „Einsamkeit und Sex und Mitleid“ auf DVD

Regisseur Lars Montag (m.) und die Schauspieler Jan Henrik Stahlberg (l) und Rainer Bock bei der Premiere von „Einsamkeit und Sex und Mitleid“ in Berlin. Foto: Jörg Carstensen

Pedro Almodóvar lässt grüßen: In einem wilden

Sie sind Supermarktleiter, Ex-Lehrer, Callboy, Polizist, Künstlerin oder Ärztin und drei Teenager in der Pubertät. Sie alle eint die verzweifelte Suche nach dem Glück. Und, dass niemand weiß, was Glück ist.

Das Ensemble wahnwitziger Charaktere sorgt mit beißendem Witz und wohl dosiertem Gefühl für ein Vergnügen mit Hintersinn. Dabei geht es um Alltägliches: Da verzweifelt etwa einer, weil seine Lieblingswurst aus dem Sortiment des Supermarkts genommen wurde. Ein anderer wird
fast irre, weil ihn die sexuellen Ansprüche seiner Partnerin
überfordern. Der Nächste leidet an den Anforderungen einer obskuren Sekte, der er sich anvertraut hat.

Helmut Kraussers 2009 erschienener Bestseller beleuchtet die Neurosen deutscher Großstädter mit scharfen Miniaturen. Dabei lacht man als Leser nie über die Figuren, sondern immer mit ihnen. Diese Qualität zeichnet auch die Verfilmung durch Regisseur Lars Montag aus, der bisher durch das Fernsehen, vor allem einige „Tatort“Folgen, bekannt wurde.

Die Qualität der wie in einem Feuerwerk abgeschossenen Gags reicht von albern bis anspruchsvoll, surreal bis satirisch. Die Pointen landen gelegentlich unter der Gürtellinie, meist aber mitten im Herz der Zuschauer. Das Schauspiel-Ensemble brilliert nicht mit großem Namen, sondern mit großem Können. Angeführt wird es von Jan Henrik Stahlberg. Der 2004 als Hauptdarsteller in dem Kinofilm „Muxmäuschenstill“ erstmals einem größeren Publikum aufgefallene Darsteller verkörpert einen Ordnungshüter, der seinen Rassismus ungehemmt auslebt. Neben ihm setzen Akteure wie Friederike Kempter („Tschick“), Bernhard Schütz („Finsterworld“) und Maria Hofstätter („Wilde Maus“) Glanzlichter. Formal fesselt der Film mit einer raffinierten Melange aus klassischem Erzählkino und surrealistischen Spotlights.

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Kino

Satire „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ auf DVD

Berlin. Ein Tisch, ein Haus, die DDR: In diesem Film geht alles zu Bruch. Die Romanverfilmung „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ ist ein grandioses Zeugnis des Scheiterns. In den Hauptrollen glänzen Bruno Ganz, Hildegard Schmahl und Sylvester Groth.mehr...

Kino

Oscar-Hoffnung für deutsche Regisseurin Katja Benrath

Los Angeles. Der Traum von Gold in Hollywood hatte sich für Katja Benrath schon im Oktober erfüllt - da gewann die Lübeckerin mit ihrem Kurzspielfilm „Watu Wote/All Of Us“ den goldenen Studenten-Oscar. Nun winkt der Regisseurin eine weitere Oscar-Chance.mehr...

Filmstarts

„Meine schöne innere Sonne“: Romanze mit Juliette Binoche

Berlin. In der romantischen Komödie „Meine schöne innere Sonne“ trifft die Protagonistin viele unterschiedliche Männer. Das Liebesglück bleibt dennoch aus. Deswegen soll ein Wahrsager Abhilfe schaffen.mehr...

Filmstarts

„Star Wars: Die letzten Jedi“: Teil acht der Erfolgs-Saga

Berlin. „Star Wars“ ist ein Klassiker. Nun kehrt er ins Kino zurück - und mit ihm Luke Skywalker. Die achte Episode knüpft direkt an den Vorgängerfilm an und dreht sich um eine Widerstandsbewegung.mehr...

Filmstarts

„Die kanadische Reise“: Einfühlsame Vatersuche

Berlin. „Die kanadische Reise“ handelt von einer Suche nach den eigenen Wurzeln. Als der Protagonist Mathieu sich auf die Spuren seines Vaters begibt und nach Kanada reist, lernt er nicht nur seine Halbbrüder kennen.mehr...

Filmstarts

Putzig und gutmütig: „Ferdinand - Geht stierisch ab!“

Berlin. Ferdinand ist innen sehr weich. Nach außen wirkt er aufgrund seiner Statur jedoch bedrohlich. Deswegen gerät der Stier unverdientermaßen in Gefangenschaft. Doch er lässt nichts unversucht, um wieder nach Hause zurückzukehren.mehr...