Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Bonn soll Paris umsetzen: Weltklimakonferenz eröffnet

Bonn. 25 000 Teilnehmer, 195 Länder und eine Supermacht in Verweigerungshaltung: Die Weltklimakonferenz in Bonn ist ein Treffen, das es so in Deutschland noch nie gegeben hat. Der Erfolgsdruck ist hoch.

/
urn-newsml-dpa-com-20090101-171106-99-754389
Eisdecke auf dem Arktischen Ozean am Nordpol. Foto: Ulf Mauder

urn-newsml-dpa-com-20090101-171106-99-754390
Great Barrier Reef: Die hohen Wassertemperaturen haben die Korallenbleiche verstärkt. Foto: Great Barrier Reef Marine Park

urn-newsml-dpa-com-20090101-171106-99-754391
Wissenschaftler des deutschen Alfred-Wegener-Instituts in der Nähe der Forschungsstation Kings Bay auf Spitzbergen. Foto: Jens Büttner

urn-newsml-dpa-com-20090101-171106-99-754393
Wasser schleppen in Myanmar: Das Klimaphänomen El Niño hat dazu geführt, dass Stauseen austrocknen. Foto: Nyein Chan Naing

urn-newsml-dpa-com-20090101-171106-99-754395
Die Wüste im Norden Chinas dehnt sich aus. Foto: Bing Han

urn-newsml-dpa-com-20090101-171106-99-754408
Hitzetod: Tausende tote Kraben liegen an der kalifornischen Küste - die Meereserwärmung hat sie umgebracht. Foto: Eugene Garcia

urn-newsml-dpa-com-20090101-171106-99-754397
Nach Analysen von Fossilien schätzen Wissenschaftler, dass es eine so hohe CO2-Konzentration wie heute zuletzt vor drei bis fünf Millionen Jahren gab. Foto: Andy Wong

urn-newsml-dpa-com-20090101-171106-99-754396
Smog in Los Angeles: Die Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre ist noch nie so schnell gestiegen wie im vergangenen Jahr. Foto: Ringo Chiu

urn-newsml-dpa-com-20090101-171106-99-754388
Dürre und Hunger in Kenia: Experten sehen auch im Klimawandel Gründe für die Flüchtlingsströme. Foto: Stephen Morrison

Mit der Forderung nach einer konsequenten Umsetzung des Pariser Abkommens hat am Montag die Weltklimakonferenz in Bonn begonnen.

Die bisher größte internationale Konferenz auf deutschem Boden soll in den nächsten zwei Wochen einheitliche Regeln dafür erarbeiten, wie die einzelnen Länder ihren CO2-Ausstoß messen und angeben. Niemand dürfe schummeln, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) am Eröffnungstag. UN-Klimachefin Patricia Espinosa mahnte: „Wir müssen jetzt handeln!“

Das Treffen mit 25 000 Teilnehmern aus 195 Ländern gilt auch als wichtiger Gradmesser dafür, ob der Geist von Paris nach der Ausstiegsentscheidung von US-Präsident Donald Trump noch lebendig ist. Trump hatte im Sommer die Aufkündigung des Klimaschutzabkommens durch die Vereinigten Staaten beschlossen. Der Ausstieg kann aber erst 2020 vollzogen werden. Neben Syrien wären die USA dann das einzige UN-Land, das das Abkommen nicht mitträgt.

Nach einer am Montag veröffentlichten Studie der Weltwetterorganisation WMO wird 2017 wohl zu den drei heißesten bisher gemessenen Jahren gehören. Frank Bainimarama, Premierminister der Republik Fidschi und Vorsitzender der Konferenz, betonte, das in Paris gegebene Versprechen müsse deshalb unbedingt gehalten werden.

Deutschland, der „technische Gastgeber“ der Konferenz, will seine finanzielle Hilfe für die vom Klimawandel besonders bedrohten Inselstaaten verstärken. Die Bundesrepublik werde weitere 50 Millionen Euro in den sogenannten Anpassungsfonds der Vereinten Nationen einzahlen, kündigte Ministerin Hendricks an.

Das Entwicklungsministerium stellt 50 Millionen Euro für den Fonds der am wenigsten entwickelten Länder bereit. Die deutschen Zusagen in Höhe von insgesamt 100 Millionen Euro direkt am ersten Tag der Konferenz fanden viel Beifall. „Ein guter Start und ein willkommenes Signal dafür, dass Deutschland seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommt“, sagte der Klimaexperte Jan Kowalzig von Oxfam.

Der Bund will den Treibhausgas-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 senken, bisher gehen die Emissionen dafür aber zu langsam zurück. „Nur wenn Merkel in Bonn handfeste Schritte präsentiert, kann die Kanzlerin einer internationalen Blamage entgehen“, kritisierte der Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid.

Die Klimadebatte ist auch ein großer Streitpunkt in den Jamaika-Sondierungen von CDU/CSU, FDP und Grünen. Die FDP plädierte dafür, die deutschen Klimaschutzbemühungen zu verlangsamen. Generalsekretärin Nicola Beer erklärte, die FDP wolle die international vereinbarten Klimaziele für die Jahre 2050 und 2030 einhalten, stellte aber das deutsche Ziel für 2020 in Frage.

Die amtierende Umweltministerin Hendricks kritisierte diese Haltung. „Jetzt einfach sagen, "naja gut, dann haben wir eben Pech gehabt", das kann nicht sein“, sagte sie in Bonn. Es blieben schließlich noch drei Jahre Zeit bis 2020. 

Grünen-Parteichef Cem Özdemir sagte t-online.de, er erwarte von Union und FDP konkrete Vorschläge zur Erreichung der Klimaschutzziele. „Während in Bonn die Weltklimakonferenz stattfindet, dürfen in Berlin nicht die Augen vor den gewaltigen Herausforderungen verschlossen werden“, sagte er.

Der 2015 vereinbarte Klimapakt von Paris sieht vor, die gefährliche Erderwärmung in einem weltweiten Kraftakt in den nächsten Jahrzehnten zu bremsen und so dramatische Folgen wie Dürren und einen Anstieg der Weltmeere zu mildern.

/
urn-newsml-dpa-com-20090101-171106-99-754389
Eisdecke auf dem Arktischen Ozean am Nordpol. Foto: Ulf Mauder

urn-newsml-dpa-com-20090101-171106-99-754390
Great Barrier Reef: Die hohen Wassertemperaturen haben die Korallenbleiche verstärkt. Foto: Great Barrier Reef Marine Park

urn-newsml-dpa-com-20090101-171106-99-754391
Wissenschaftler des deutschen Alfred-Wegener-Instituts in der Nähe der Forschungsstation Kings Bay auf Spitzbergen. Foto: Jens Büttner

urn-newsml-dpa-com-20090101-171106-99-754393
Wasser schleppen in Myanmar: Das Klimaphänomen El Niño hat dazu geführt, dass Stauseen austrocknen. Foto: Nyein Chan Naing

urn-newsml-dpa-com-20090101-171106-99-754395
Die Wüste im Norden Chinas dehnt sich aus. Foto: Bing Han

urn-newsml-dpa-com-20090101-171106-99-754408
Hitzetod: Tausende tote Kraben liegen an der kalifornischen Küste - die Meereserwärmung hat sie umgebracht. Foto: Eugene Garcia

urn-newsml-dpa-com-20090101-171106-99-754397
Nach Analysen von Fossilien schätzen Wissenschaftler, dass es eine so hohe CO2-Konzentration wie heute zuletzt vor drei bis fünf Millionen Jahren gab. Foto: Andy Wong

urn-newsml-dpa-com-20090101-171106-99-754396
Smog in Los Angeles: Die Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre ist noch nie so schnell gestiegen wie im vergangenen Jahr. Foto: Ringo Chiu

urn-newsml-dpa-com-20090101-171106-99-754388
Dürre und Hunger in Kenia: Experten sehen auch im Klimawandel Gründe für die Flüchtlingsströme. Foto: Stephen Morrison

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Inland

Merkel will stabile Regierung ohne wechselnde Mehrheiten

Berlin. Neben einer Neuauflage der GroKo hat die SPD auch die Möglichkeit einer Minderheitsregierung ins Spiel gebracht. Bundeskanzlerin Merkel hat zu dieser Variante eine klare Meinung.mehr...

Inland

Hälfte der Gefährder möglicherweise nicht so gefährlich

Berlin. Von fast der Hälfte der etwa 720 in Deutschland als Gefährder eingestuften radikalen Islamisten geht nach einem Medienbericht möglicherweise kein besonderes terroristisches Risiko aus.mehr...

Inland

Merkel empfängt Opfer und Hinterbliebene des Terroranschlags

Berlin. Angela Merkel will zuhören. Zuhören, was ihr Hinterbliebene von Opfern des Berliner Terroranschlags vor einem Jahr zu sagen haben. Schon vor dem Treffen verspricht die Kanzlerin bessere Unterstützung.mehr...

Inland

Grüne künftig mit Realo-Doppelspitze?

Potsdam. „Fundis“ gegen „Realos“: Die Grünen haben sich jahrelang Flügelkämpfe geliefert. Viele Landeschefs wollen die Aufteilung hinter sich lassen. Wird sich das in der neuen Führungsriege zeigen?mehr...