Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Britische Minister schlagen Übergangsphase nach Brexit vor

London (dpa) Zäh und ohne Ergebnis - so liefen die bisherigen Brexit-Verhandlungen zwischen London und Brüssel ab. Das könnte sich jetzt ändern. Die britische Regierung will nun ihre Positionen genau präsentieren. Zwei wichtige Minister überraschen mit einem Vorschlag.

Britische Minister schlagen Übergangsphase nach Brexit vor

Bislang verliefen die Verhandlungen zur Scheidung Großbritanniens von der EU zäh und ohne Ergebnis. Foto: Federico Gambarini/Archiv

In die Brexit-Verhandlungen könnte Bewegung kommen: Zwei zuvor zerstrittene britische Minister haben überraschend eine Übergangsphase nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union vorgeschlagen.

Eine solche zeitlich begrenzte Interimsphase könnte der Wirtschaft mehr Sicherheiten geben, schrieben Schatzkanzler Philip Hammond und der Minister für den internationalen Handel, Liam Fox, in einem Beitrag für den "Sunday Telegraph". Das Brexit-Ministerium kündigte zudem für die nächsten Tage "detaillierte Positionspapiere" für die Verhandlungen mit Brüssel an.

Fox und Hammond machten keine Angaben zur Länge der Übergangsphase Ihr Land werde im März 2019 die EU aber "ohne Hintertür" verlassen, betonten sie. Das bedeute auch den Austritt aus dem europäischen Binnenmarkt und der Zollunion.

Die beiden Konservativen hatten in den vergangenen Wochen ihren Streit über Brexit-Fragen öffentlich ausgetragen. Hammond steht dem Austritt seines Landes aus der EU kritisch gegenüber, Fox ist hingegen für einen klaren Bruch.

In den angekündigten Positionspapieren geht es nach Angaben des Brexit-Ministeriums sowohl um die Trennung von der EU als auch um die künftige Partnerschaft zur Staatengemeinschaft. Die Papiere zeigten, dass Großbritannien die Verhandlungen mit Brüssel ausweiten wolle.

Ein wichtiges Thema soll darin die künftige EU-Außengrenze zwischen der Republik Irland und dem britischen Nordirland sein. Sie könnte, so wird auf der Grünen Insel befürchtet, zu wirtschaftlichen Einbußen führen und alte Wunden in der Ex-Bürgerkriegsregion aufreißen.

Die EU-Kommission wollte sich zu den Ankündigungen am Sonntag nicht äußern. "Wir werden uns die Papiere ansehen, sobald sie verfügbar sind", sagte eine Sprecherin auf Anfrage in Brüssel.

Bislang verliefen die Verhandlungen zur Scheidung Großbritanniens von der EU ohne greifbares Ergebnis. Brüssel verlangt von London bis Ende August Klarstellungen zu allen wichtigen Brexit-Fragen. Der britische Brexit-Minister David Davis hatte hingegen gefordert, die EU solle sich bei ihren Positionen bewegen. Die Gespräche begannen Ende Juni. Eine dritte Verhandlungsrunde ist am 28. August in Brüssel geplant.

Ein Topthema bei den Verhandlungen sind die Bleiberechte von rund 3,2 Millionen EU-Bürgern im Vereinigten Königreich und 1,2 Millionen Briten in der EU. Heftig gestritten wird auch um die finanziellen Forderungen Brüssels an Großbritannien von bis zu 100 Milliarden Euro. London wäre nach einem britischen Zeitungsbericht zur Zahlung von etwa 40 Milliarden Euro bereit, falls Brüssel im Gegenzug die Verhandlungen über ein künftiges Handelsabkommen öffne. Die EU will jedoch nicht über künftige Beziehungen zu London sprechen, bevor nicht ausreichend Fortschritte bei den Trennungsfragen erreicht sind.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Politik

Innenminister und Polizei kritisieren Junckers Schengen-Plan

Berlin (dpa) Den Schengen-Raum auf alle EU-Staaten ausweiten - der Vorschlag des EU-Kommissionspräsidenten sorgt für kollektives Kopfschütteln unter deutschen Innenexperten. Was spricht gegen die Idee?mehr...

Politik

Entsetzen nach Anschlag auf maltesische Journalistin

Valletta (dpa) Feinde hatte Daphne Caruana Galizia viele. Mit unbequemen Enthüllungen machte sie den Mächtigen auf dem Inselstaat Malta das Leben schwer. Jetzt ist sie tot - gestorben bei einem Bombenattentat.mehr...

Politik

Entsetzen nach Anschlag auf maltesische Journalistin

Valletta (dpa) Die Journalistin Daphne Caruana Galizia soll eine entscheidende Rolle bei der Aufdeckung schwerwiegender Vorwürfe zu Geldwäsche und Korruption in Malta gespielt haben. Jetzt wurde sie mit einer Bombe getötet.mehr...

Politik

Deutschland gegen rasche Ausweitung des Schengen-Raums

Brüssel (dpa) Reisen ohne Grenzkontrollen, das gilt als eine der größten Errungenschaften Europas. Die neuen EU-Mitglieder im Südosten sind noch nicht dabei, wohl auch auf absehbare Zeit nicht.mehr...

EU-Kommissionspräsident

Juncker für Einführung des Euro überall in der EU

Straßburg Zehn Tage vor der Bundestagswahl kommt ein Paukenschlag aus Brüssel: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will Europa mit tiefgreifenden Maßnahmen umbauen. Man darf gespannt sein, wie das in Deutschland ankommt.mehr...

Politik

Euro für alle: Juncker befeuert Debatte um EU-Reform

Straßburg (dpa) Die Stimmung in der EU ist wieder besser, aber vieles läuft nicht rund. Kommissionspräsident Juncker sieht jetzt die Chance für Korrekturen - allerdings schmecken seine Vorschläge nicht allen.mehr...