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Carsharing in Europas Städten: Ein Modell für Touristen?

München. Autos zu teilen, ist schwer im Kommen. Carsharing wird bereits in vielen europäischen Großstädten angeboten - und damit potenziell auch für Urlauber interessant. Doch es gibt einige Hürden.

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Herbert Engelmohr ist Pressesprecher beim Automobilclub von Deutschland e.V. (AvD). Foto: Automobilclub von Deutschland e. V./dpa-tmn

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Gunnar Nehrke ist Pressesprecher vom Bundesverband Carsharing (bcs). Foto: Bundesverband CarSharing e.V./dpa-tmn

In Deutschlands Metropolen gehört Carsharing mittlerweile zum Stadtbild. Doch lässt sich das Angebot auch im Urlaub nutzen?

Einfach mit dem Auto zum Strand fahren oder zur nächsten Sehenswürdigkeit: Das klingt nach einer echten Alternative zu öffentlichen Bussen und organisierten Ausflügen. Oder doch nicht?

Klar ist: Große Anbieter wie Car2go oder Drivenow sind in immer mehr Städten vertreten, die Kunden können die Dienste auch international nutzen. Das Modell Carsharing eignet sich also theoretisch auch für Touristen - in der Praxis gibt es jedoch einige Einschränkungen.

Wer auf die Idee kommt, mit einem Carsharing-Auto in den Urlaub zu fahren, der wird enttäuscht sein: Das Abstellen von Fahrzeugen in einer anderen Stadt oder sogar in einem anderen Land ist in der Regel nicht möglich. Drivenow zum Beispiel erlaubt das nicht. Für Strecken in andere Städte oder Länder sei der klassische Mietwagen besser geeignet, erklärt das Unternehmen dazu.

Carsharing kommt dann infrage, wenn der Urlauber bereits vor Ort ist. Doch das Angebot gibt es längst nicht überall, es ist vor allem auf die Großstädte Westeuropas beschränkt. „Carsharing ist ein Phänomen im urbanen Raum und in entwickelten Volkswirtschaften“, sagt Herbert Engelmohr vom Automobilclub von Deutschland (AvD).

Besonders in Großbritannien, Belgien, der Schweiz und den Niederlanden ist Carsharing sehr verbreitet. Auch Frankreich hat in den vergangenen Jahren deutlich nachgezogen. „Ein riesiges System gibt es in Paris“, erklärt Gunnar Nehrke vom Bundesverband Carsharing. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens lohnt sich das Modell in den Metropolen für die Anbieter.

Wer bei den großen, internationalen Anbietern bereits Kunde ist, kann die Angebote auf einer Städtereise problemlos nutzen. Zahlungs- und Kontaktdaten sind dann schon registriert, das ist komfortabel. Und Carsharing ist günstiger als vor Ort ein Taxi zu nehmen.

Anders sieht es bei Neukunden aus. Die Anmeldung kostet Zeit, dabei will man den Wagen womöglich nur wenige Stunden nutzen. Sinnvoll für Einsteiger ist das Angebot, wenn man auch in Zukunft Carsharing machen möchte, am besten zu Hause. Ansonsten sind der öffentliche Nahverkehr, ein Mietwagen oder das Taxi die besseren Alternativen.

Wer ein Carsharing-Auto im Urlaub nutzt, darf dieses nach der Fahrt auf allen öffentlichen Parkplätzen abstellen. Ausgenommen sind bei Drivenow allerdings Privatparkplätze sowie Parkplätze mit zeitlicher Begrenzung oder Parkscheibe. Das Auto einfach an einer einsamen Bucht oder vor dem Eiffelturm abzustellen, geht also nicht.

Auch bei einem Unfall gibt es beim Carsharing im Ausland ein paar Besonderheiten. In der Regel kann man bei den Anbietern für wenig Geld ein Sicherheitspaket abschließen, um die Selbstbeteiligung im Schadensfall zu minimieren. Preis und Inhalt der Absicherung fallen wegen unterschiedlicher Versicherungspartner jedoch in jedem Land anders aus. Wichtig hier: genau die AGB prüfen.

Wenn ein Urlauber mit dem Carsharing-Wagen geblitzt wird, darf der Vermieter die Kontaktdaten an die zuständige Behörde weitergeben. Und das ist nicht alles, wie Engelmohr weiß: „Auch wird der Vermieter per Klausel ermächtigt, Bußen und Verwaltungskosten über die Kreditkarte des Mieters zu begleichen.“ Sich vor dem in vielen Ländern teils sehr hohen Bußgeld fürs Rasen zu drücken, wird somit unmöglich.

FAZIT: Carsharing im Urlaub ist grundsätzlich möglich, allerdings nur in großen Städten. Praktisch ist es dort vor allem für Reisende, die bereits registrierte Nutzer sind. „Carsharing war nie in erster Linie ein Mobilitätssystem für Touristen“, erklärt Nehrke. Allerdings sei die touristische Nachfrage in den vergangenen Jahren gestiegen. Doch oft sind Bus, Bahn, Taxi oder Mietwagen der bessere Weg ans Ziel.

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Herbert Engelmohr ist Pressesprecher beim Automobilclub von Deutschland e.V. (AvD). Foto: Automobilclub von Deutschland e. V./dpa-tmn

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Gunnar Nehrke ist Pressesprecher vom Bundesverband Carsharing (bcs). Foto: Bundesverband CarSharing e.V./dpa-tmn

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