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Christine Keeler gestorben - Zentrum des Profumo-Skandals

Farnborough. Ihre Geschichte hatte alle Zutaten für einen James-Bond-Thriller: Furcht vor Spionage, einen Politiker im Dienste Seiner Majestät und Sex. Im Zentrum stand das ehemalige Partygirl Christine Keeler.

Christine Keeler gestorben - Zentrum des Profumo-Skandals

Christine Keeler 1963 in London. Die einstige Nachtclubtänzerin ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Foto: Stf

Amouröse Affären, Nacktbaden im Pool: Die Britin Christine Keeler, die in einen der größten Sex- und Politskandale der Nachkriegszeit verwickelt war, ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Sie litt seit längerer Zeit an einer Lungenerkrankung.

Keeler starb Montagabend in einer Klinik im englischen Farnborough, wie einer ihrer Söhne der Zeitung „The Guardian“ mitteilte.

Die Ex-Nachtclubtänzerin stand in den 60er Jahren im Zentrum des Profumo-Skandals und trug damit zum Sturz des konservativen Premierministers Harold Macmillan bei. Die bildhübsche Keeler hatte zum Höhepunkt des Kalten Krieges sowohl mit dem britischen Kriegsminister John Profumo als auch mit dem sowjetischen Marineattaché Jewgeni Iwanow ein Liebesverhältnis.

Der Prominentenarzt Stephen Ward hatte Keeler in die Welt der Politik, des Adels und ihrer Partys eingeführt. Ausschweifende Feiern auf feudalen Landsitzen gehörten für einen Teil der feinen englischen Gesellschaft zur Freizeitbeschäftigung. 1961 brachte er die blutjunge Keeler zu einer Party, wo der in der Politik hoch angesehene Profumo sie zum ersten Mal sah - wie sie nackt aus einem Swimmingpool stieg. Keeler war erst 19, Profumo 48 und verheiratet - die Affäre begann.

Profumo (1915-2006) war sogar als zukünftiger Premierminister gehandelt worden. Doch der Skandal ruinierte für immer seine Karriere. Der verheiratete Politiker musste im Juni 1963 zurücktreten, nachdem er das Parlament über seine Beziehung zu Keeler und deren Verbindungen zu Iwanow belogen hatte. Im Oktober stürzte die Regierung Macmillan.

Nach seinem Rücktritt scheute Profumo die Öffentlichkeit und lebte zurückgezogen. Er setzte sich für wohltätige Zwecke und die Bekämpfung der Armut ein. „Profumo hat für seine Fehler gebüßt“, sagte einer seiner Freunde damals der BBC. Er lobte Profumos soziales Engagement. „Wenn das nicht reicht, dann gibt es keine Vergebung.“

Keeler veröffentlichte 2001 ihre Memoiren. Titel: „Die Wahrheit - endlich“. Ob wirklich alles stimmte? Sie behauptete darin etwa, sie sei von Profumo schwanger gewesen. Und der Promi-Arzt Ward, der sich wegen Zuhälterei verantworten musste und sich vor der vollständigen Aufklärung der Affäre das Leben nahm, sei Leiter eines sowjetischen Spionagerings gewesen. Der Affäre wurde 1989 in dem US-amerikanischen Film „Scandal“ mit John Hurt und Bridget Fonda verfilmt.

„Ich war nur ein 19-jähriges Mädchen, das eine gute Zeit hatte. Ich habe jede Minute davon geliebt“, sagte sie rückblickend auf den Skandal. Doch wenn sie gewusst hätte, was alles passieren würde, wäre sie wohl doch weggerannt - zu ihrer Mutter, sagte Keeler. Mit ihrer Männerwahl hatte sie auch weiter nicht immer ein glückliches Händchen: Zweimal war Keeler verheiratet - beide Male nur für kurze Zeit.

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