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Christine Westermann und die Angst vor Abschieden

Berlin. Schluss. Aus. Ende. Vorbei: Die ehemalige „Zimmer frei!“-Moderatorin erzählt, wie sie die letzte Sendung vor gut einem Jahr erlebt hat. „Manchmal ist es federleicht“ heißt ihr neues Buch. Sie berichtet darin auch von Abschieden im privaten Bereich.

Christine Westermann und die Angst vor Abschieden

Christine Westermann hat viel über Abschiede nachgedacht. Foto: Maurizio Gambarini

Ende September 2016 war eine WDR-Spiel- und Talkshow Geschichte: Ein letztes Mal suchten die „Zimmer frei!“-Gastgeber Christine Westermann und Götz Alsmann prominente Mitbewohner für ihre Fernseh-WG. „Zur letzten Sendung komme ich nicht“, hatte die Moderatorin zuvor gescherzt. Sie kam dann aber doch.

Die 700. Ausgabe nach 20 Jahren hatte Christine Westermann schon lange bevorgestanden. Würde sie in Tränen ausbrechen, gar schluchzen? Wie sie den Tag erlebte, beschreibt sie in ihrem neuen Buch über berufliche wie private Abschiede, größere und kleinere, einfache und ganz schwere. Der Titel: „Manchmal ist es federleicht“. Sie knüpft damit an ihren Bestseller „Da geht noch was“ (2013) über das Älterwerden an.

Auch diesmal kehrt die freie Kölner Radio- und Fernsehjournalistin, die weiterhin regelmäßig mit Kollegen im „Literarischen Quartett“ (ZDF) über Bücher streitet, ihr Innerstes nach außen und formuliert in klarer, nie jammernder Sprache ihre Gedanken. Die entwaffnende Offenheit und Ehrlichkeit manchmal bis an die Grenze von Peinlichkeiten sind dabei ihre großen Stärken. Sie erzählt - ohne sich in Plattitüden zu verlieren und oft gewürzt mit einem großen Schuss Selbstironie - von manchem Wirrwarr im Kopf und tiefsitzenden Mustern, von denen sich sogar sehr gern verabschieden möchte, aber auch von verflossenen Lieben, dem Tod ihres Vaters, als sie gerade einmal 13 Jahre alt war, und bereits früh gestorbenen Freunden.

Ein Abschied ist wohl für die meisten Menschen ein angstbesetztes Thema, nicht selten gepaart mit Zukunftssorgen. Etwas Geliebtes oder Gewohntes geht zu Ende, was kommt danach? Kommt überhaupt noch Neues? Christine Westermann macht hier Mut. Im Rückblick auf ihr Leben stellt sie wenigstens fest: „Wann immer ich beruflich gezwungen war oder gezwungen wurde, etwas loszulassen, ist die wie selbstverständlich erwartete Katastrophe ausgeblieben.“

Lernen loszulassen ist also letztlich ihre Losung. „Auf der Zielgerade meines Lebens“, wie sie es ausdrückt, mit fast 70 Jahren, ist Christine Westermann noch dabei, sich mit vergangenen oder bevorstehenden Abschieden auszusöhnen. Seit „Da geht noch was“ hat sich bei ihr da schon einiges getan. Es bleibt zu hoffen, dass sie von ihren weiteren Fortschritten berichten wird.

- Christine Westermann: Manchmal ist es federleicht. Von kleinen und großen Abschieden, Kiepenheuer & Witsch, 184 Seiten, 19 Euro, ISBN 978-3462050509.

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