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DFB-Team: Aus 0:0 lernen - „Kann noch sehr wichtig werden“

London. Ein Debüt, ein Comeback und ein bisschen anders gespielt: Die Nullnummer im Klassiker gegen England war kein Leckerbissen. Die Erkenntnisse könnten aber noch sehr wichtig werden, betont Abwehrchef Hummels. Der genoss im Löw-Team erstmals eine besondere Ehre.

DFB-Team: Aus 0:0 lernen - „Kann noch sehr wichtig werden“

Matthias Ginter (l-r), Mats Hummels und Sandro Wagner bedanken sich bei den Fans nach dem Spiel. Foto: Christian Charisius

Die euphorische Stimmung und die ganz großen Momente fehlten dieses Mal im Prestigduell mit England. Dennoch nahmen Joachim Löw und seine Spieler in der Nacht zum Samstag eine große Portion Zufriedenheit und zumindest ein paar Erkenntnisse mit aus dem legendären Wembley-Stadion.

„Es lässt mich jetzt emotional nicht hochspringen. Es gab schon Klassiker England gegen Deutschland mit einer ganz anderen Emotion, wenn es um viel ging, mit strittigen Entscheidungen, knappen Ergebnissen“, erklärte Joachim Löw zum 0:0 im vorletzten Länderspiel des Jahres 2017.

„Die Engländer sind sehr viel besser geworden seit 2014. Das war ein guter Test, das ist das Allerwichtigste“, bemerkte der Bundestrainer dennoch. Die wichtigsten Fakten: Deutschland ist nun schon 20 Spiele seit dem Sommer 2016 ungeschlagen. Ilkay Gündogan von Manchester City hat sich nach einem Jahr der Leiden mit einer guten, wenn auch ausbaufähigen Leistung im DFB-Team zurückgemeldet. Marcel Halstenberg durfte sich für ein durchaus gelungenes Debüt im Adler-Trikot feiern lassen. Und neue taktische Momente haben vor 81 382 Zuschauern im Londoner Fußball-Tempel in Ansätzen auch ganz gut funktioniert.

„Obwohl wir ein bisschen anders gespielt haben, abwartender, hatten wir große Chancen aus dem Konterspiel heraus. Wie es die Mannschaft auch beim Confed Cup gemacht hat“, erklärte Mats Hummels, der als Abwehrchef mit einem sehr guten Spiel und viel Entschlossenheit maßgeblich dazu beitrug, dass England auch nach 42 Jahren auf der Insel die deutsche Elf nicht bezwingen konnte. „Es war einfach ein Austesten von einer leicht anderen Spielweise, die uns gegen gewisse Gegner noch einmal sehr wichtig werden kann“, betonte Hummels.

Persönlich genoss der 28 Jahre alte Münchner die erstmalige Rolle als Ersatzkapitän: „Es war definitiv ein schöner Moment, in Wembley gegen England die deutsche Nationalmannschaft als Kapitän anzuführen.“ Auch der Leipziger Linksverteidiger Marcel Halstenberg (26) konnte sich über seine Premiere freuen: „Für den Einstand war es gar nicht schlecht. Die erste Halbzeit war ganz gut. Die zweite war ich dann ein bisschen weniger im Spiel, hatte weniger Ballkontakte. Aber es hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht.“ Löw befand: „Er hat das ohne Nervosität gemacht, hat sauber hinten rausgespielt. Deswegen war ich absolut zufrieden.“

Den ausgemachten Optimierungsbedarf stufte Löw als wenig dramatisch ein. Denn sieben Monate vor Turnierstart in Russland sieht der 57-Jährige den Weltmeister bei der Mission Titelverteidigung noch in der Probierphase. „Was wir besser machen müssen, ist nach Ballgewinn mit Dynamik zum Tor zu gehen“, sagte Löw: „Wir hätten besser agieren können im Umschaltspiel nach vorne. Das ist wichtig, dass wir das einschleifen Richtung WM.“

Am Dienstag kann sich die deutsche Nationalmannschaft noch einmal mit einem Mitfavoriten um die WM-Krone im kommenden Jahr messen. In Köln kommt es zum Aufeinandertreffen mit den Franzosen, dann wieder in anderer personeller Besetzung. „Letztlich sind das Spiele, in denen wir uns selbst testen müssen“, sagte Rückkehrer Ilkay Güdogan. Erst einmal aber dürfen Löws WM-Kandidaten einen freien Samstag in der Weltstadt London genießen. Nach dem üblichen Regenerationstraining geht es gemeinsam auf Stadtrundfahrt. Für Hummels auch etwas Besonderes: „Ich war schon hundert Mal hier und habe noch nichts gesehen.“

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