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DHB-Frauen hadern mit Remis gegen Serbien

Leipzig. Nur wenige Sekunden fehlen: Die deutschen Handball-Frauen verpassen gegen Serbien den dritten Sieg im dritten Spiel bei der WM. Das Remis reicht dennoch für den Achtelfinaleinzug. Und auch der Gruppensieg ist noch drin.

DHB-Frauen hadern mit Remis gegen Serbien

Harang Jo (M.) aus Kamarun wird von den beiden Niederländerinen Lois Abbingh (l) und Kelly Dulfer gedoppelt. Foto: Hendrik Schmidt

Der Jubel-Tanz der deutschen Frauen nach dem vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale der Heim-WM blieb aus.

Zwar löste die DHB-Auswahl durch das 22:22 (9:11) im Handball-Krimi gegen Serbien vorzeitig das Ticket für die K.o.-Runde, doch der späte Ausgleich wenige Sekunden vor Schluss drückte auf die Stimmung. „Die letzte Aktion tat weh. Deshalb fühlt es sich ein wenig wie eine Niederlage an“, sagte die erneut starke Torfrau Katja Kramarczyk. „Wir wollten gewinnen. Das Beste ist daher der Achtelfinaleinzug.“

Immerhin blieb die DHB-Auswahl auch im dritten Turnierspiel ungeschlagen und hat mit 5:1 Punkten im Kampf den Gruppensieg weiter alle Trümpfe in der Hand. Bundestrainer Michael Biegler spendete seinen Spielerinnen daher Trost. „Natürlich sind sie enttäuscht, dass sie sich nicht belohnen konnten. Und natürlich kann es sein, dass es sich für sie nicht so gut anfühlt. Aber wir haben den Sieg nicht aus der Hand gegeben, sondern heute den nächsten Schritt in unserer Entwicklung gemacht“, sagte Biegler.

Die Gefühlslage bei den DHB-Frauen war jedoch eine andere, nachdem sie kurz vor dem Ende bei eigener Führung noch im Ballbesitz waren. „Wir sind generell enttäuscht“, sagte Kapitänin Anna Loerper. „Am Ende müssen wir die knappe Führung 30 Sekunden vor Schluss besser über die Bühne bringen.“

Ähnlich sah das Svenja Huber, die am Dienstag vor 3871 Zuschauern in Leipzig mit fünf Treffern beste Werferin ihres Teams war: „Wir geben den letzten Angriff aus der Hand, nachdem wir uns super zurückgekämpft haben. Wir müssen wohl noch konstanter werden, wissen aber auch, dass wir uns in ein Spiel zurückkämpfen können.“

Nächster Gegner ist am Mittwoch (18.00 Uhr) der punktlose Gruppenletzte China, gegen den nur zwei Punkte zählen. „Da muss ein Pflichtsieg her“, sagte Rechtsaußen Huber. Zum Abschluss der Vorrunde geht es am Freitag gegen Vize-Weltmeister Niederlande, der wie die DHB-Auswahl und Serbien schon für das Achtelfinale qualifiziert ist.

Anders als beim Sieg gegen Südkorea war das Biegler-Team in der Anfangsphase hellwach. Nach einem Raketenstart zum 5:1 (9.) nahm der WM-Zweite von 2013 eine frühe Auszeit und dem DHB-Team damit etwas den Wind aus den Segeln. „Nach dem starken Start haben wir uns verunsichern lassen“, monierte Biegler. Gegen die fortan aggressiver deckenden Serbinnen gab es kaum noch ein Durchkommen. Beim 7:7 (18.) war die Partie wieder auf Null gestellt.

Nun reagierte Biegler mit einer Auszeit, die aber nicht den erhofften Effekt zeigte. Vielmehr geriet der WM-Gastgeber beim 8:9 (23.) erstmals in Rückstand, der bis zur Pause auf zwei Tore anwuchs. Das konnte auch Ausnahmetalent Emily Bölk, die nach ihrer im Training erlittenen Fußverletzung erstmals im Kader stand, bei ihrem WM-Debüt nicht verhindern. Die 19-Jährige vom DHB-Pokalsieger Buxtehuder SV kam in der 26. Minute auf das Parkett, konnte bei ihrem Kurzauftritt in der Offensive aber noch keine Akzente setzen.

Nach dem Wechsel gelang den Biegler-Ladies zwar schnell der Ausgleich, doch Serbien stellte umgehend wieder den Zwei-Tore-Abstand her. Zwölf Minuten vor Schluss gelang dann endlich der Ausgleich. Nun war Feuer in der Partie - auch wenn die Fehlerquote im deutschen Team unverändert hoch blieb. In der dramatischen Schlussphase konnte sich keine Mannschaft mehr einen entscheidenden Vorteil verschaffen.

Neben Deutschland haben sich bereits sieben weitere Teams vorzeitig für das Achtelfinale qualifiziert. Titelverteidiger Norwegen landete in der Gruppe B mit einem 35:20 gegen Polen genauso den dritten Sieg im dritten Spiel wie Olympiasieger Russland in der Gruppe C beim 24:16 gegen Brasilien.

Drittes Turnierteam mit einer weißen Weste ist Rumänien. Der EM-Fünfte kam in der Gruppe A zu einem 19:17 gegen Spanien und verfügt damit ebenso über 6:0 Zähler wie die beiden Topfavoriten. Die Spanierinnen stehen trotz der Niederlage ebenfalls schon im Achtelfinale, für das auch der Olympia-Zweite Frankreich dank eines 35:13-Kantersieges gegen Paraguay das Ticket löste.

Auch der WM-Zweite Niederlande steht nach einem 29:22 gegen Kamerun in der K.o.-Runde. Mit 4:2 Punkten hat der Olympia-Vierte in der deutschen Gruppe D mindestens den vierten Platz sicher, da er gegen die weiter punktlosen Rivalen Kamerun und China (beide 0:6) jeweils den Direktvergleich für sich entschieden hat.

Serbien ist nach dem 22:22 gegen die DHB-Auswahl als Tabellenführer mit 5:1 Zählern ebenfalls schon durch. Kurs auf die K.o.-Runde hält auch Südkorea. Der Asienmeister feierte beim lockeren 31:19 gegen China den zweiten Sieg im Turnier.

Spannender geht es in den Gruppen B und C zu, wo hinter den souveränen Norwegerinnen beziehungsweise Russinnen jeweils noch vier Teams auf das Weiterkommen hoffen dürfen.

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